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Kritik

Gears of War 3

Wir sind angekommen - beim krönenden Abschluss von Microsofts Flaggschiffserie. Sony hat in den letzten Jahren im Rennen um die besten Exklusivtitel auf beiden HD-Konsolen den Ton angegeben, deswegen lastet jetzt auf Gears of War 3 ein enormer Erfolgsdruck. Und zum Glück bricht das Spiel nicht unter dem Druck zusammen. Denn wenig überraschend ist Gears 3 ein echter Triumph, ein pures Actionspiel höchsten Kalibers. So groß wie der Unterschied vom ersten Teil zum Nachfolger war, so groß ist jetzt der Fortschritt, den Epic bei Teil 3 der Serie gemacht hat.

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Seit dem Ende des letzten Teils sind zwei Jahre vergangen. Die Bedrohung durch die Locust ist mehr oder weniger vorüber, aber im Kampf gegen die mutierten Lambent scheint jede Hoffnung verloren. Marcus Fenix und seine Kumpanen leben an Bord eines Flugzeug-trägers, der ständig in Bewegung ist. Sie alle sind vom reinen Über-lebenswillen getrieben. Die Geschichte kommt ins Rollen, als Marcus erfährt, dass sein Vater Adam noch am Leben ist und offenbar eine Waffe entwickelt hat, die die Lambent-Kreaturen endgültig aus- schalten könnte. Marcus und seine Delta Company rücken aus, um Adam zu finden und die Welt ein letztes Mal zu retten.

Das Gameplay in Gears of War 3 ist natürlich nicht revolutionär - es baut auf dem System auf, das die Serie seit ihrem Start benutzt. Wir haben dieselben klassischen Waffen mit derselben guten Schlagkraft zur Verfügung - und es ist immer noch so herrlich befriedigend, sie zu benutzen. Dazu gibt's neue Waffen wie den Retro Lancer, der die Kettensäge mit dem konventionellen Bajonett ersetzt. Er hat zwar einen stärkeren Rückstoß, verursacht aber auch mehr Schaden als das alte Lancer. Nett sind auch exotische Waffen wie der Digger, eine Granate, die sich erst einbuddelt, um dann bei einer spürbaren Bewegung aus der Erde zu springen und zu detonieren.

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Auf der Gegnerseite gibt's auch viel Neues: Die Lambent sind der Primärfeind, aber wir kämpfen auch gegen alte und neue Locust und andere Gegner, die wir hier nicht genauer beschreiben, um nicht unnötig rumzuspoilern. Gleich im ersten Kapitel stehen wir einem Monster gegenüber, das größer ist als alle direkten Gegner bisher. Das sagt einiges über den Maßstab aus, den Gears of War 3 beim Thema Größe anlegt. Das Tempo des Spiels ist beinahe perfekt: Kurze ruhige Sequenzen wechseln sich mit langen Feuergefechten ab, die wahlweise zu Land, im Wasser oder in der Luft stattfinden. Wir dürfen mit Katapulten und anderen wunderbaren Waffen kämpfen, und ziemlich früh im Spiel stecken wir dabei sogar mal in der Haut von Cole Train.

Gears of War 3
Optisch ist Gears of War 3 nicht nur schön, sondern auch das abwechslungsreichste Spiel der Serie.

Optisch ist Gears of War 3 nicht nur schön, sondern auch das abwechslungsreichste Spiel der Serie. Die Größe der Level ist über alle Teile hinweg kontinuerlich gewachsen - und Teil 3 setzt auch hier neue Maßstäbe. Wer Bulletstorm gespielt hat, hat eine ungefähre Größenvorstellung. Außerdem werden die Umgebungen drinnen wie draußen kreativer: Es gibt praktisch alles von kriegszerstörten Städten über Wälder und Wüsten bis hin zu Hiroshima-artigen Ruinen. Das Spiel wird schlicht immer schöner und benutzt dabei die ganze Farbpalette.

Bei der Handlung hingegen verliert Gears of War 3. Es will so furchtbar grandios, emotional und dramatisch sein - aber wegen der Macho-Atmosphäre, dem Draufgängertum und der Waffengeilheit der Protagonisten wirken die großen Emotionen irgendwie hohl. Das ist schade, weil die geistreichen Dialoge ansonsten sehr gut funktionieren. Gerade Cole Train und der Maulheld Baird liefern ein druckreifes Zitat nach dem anderen. Aber Gears of War 3 holt andauernd das Megafon raus und brüllt "Pathos", ein misslungener Versuch, weil der Rest des Spiels eher wie die Weltmeisterschaft der staubtrockenen Actionstar-Einzeiler rüberkommt. Einzige Ausnahme ist der emotionale Höhepunkt in der Mitte des Spiels. Und der funktioniert auch nur, weil er wirklich alle Register zieht, um beim Spieler eine Reaktion auszulösen.

Der Koop ist immer ein wichtiger Teil der Gears of War-Reihe gewesen, sie steht seit jeher für top Koop-Gameplay - und mit dem dritten Teil liegt die Latte nun wieder höher. Insbesondere deshalb, weil nun bis zu vier Spieler die Story gemeinsam zocken können - sowohl im Split-Screen als auch online. Neben der Kampagne wartet der neue und verbesserte Horde 2.0-Modus mit mehr Strategie und Tower-Defense-Gameplay. Das Geld dafür muss man sich natürlich erballern. Und da wäre noch der Beast-Modus, wo wir als fiese Locust unterwegs sind. Beides sowohl online oder zu Hause via Split-Screen. Und beide Spielarten eignen sich sehr gut als offensichtliche Wahl, um ein Action-Spiel gemeinsam mit einem Buddy auf der Couch zu zocken.

Gears of War 3
Gears of War 3 ist eine machtvolle Demonstration von Epic. Es thront über seinem bereits ausgezeichneten Vorgänger mit einer Kampagne, die so gut gemacht ist, dass es schwer ist, den Controller beiseite zu legen.

Natürlich darf man online auch gegeneinander antreten über Xbox Live. Der bekannte Warzone-Modus wird nun von einem klassischen Team Deathmatch ergänzt. Der kompetitive Onlinemodus ist ein Biest der anderen Sorte. Er hat seine eigene Nische gefunden, weit weg von Halo: Reach oder Call of Duty. Für Neulinge nicht einfach, aber einen Versuch wert. Meistens spielen wir Fünf gegen Fünf, mit einer streng limitierten Anzahl Respawns. Das heißt: Raum für Fehler bleibt so kaum, das Spiel wird aber extrem intensiv.

Die Karten sind gut gestaltet und die überwiegende Mehrheit von ihnen sind erlaubt kein Verstecken. Das macht Camping gefährlich, weil man fast immer flankiert wird oder von hinten überrumpelt. Alle Karten sind leicht zu verstehen und zu erlernen, da fühlt sich jeder schnell wie zu Hause. Gears of War 3 ist insgesamt etwas langsamer als viele anderen Online-Shooter. Das liegt vor allem daran, dass der Tod häufig eine echte Strafe ist. Das Onlineerlebnis ist insgesamt sehr stabil, die dedizierten Server laufen hervorragend und sorgen für einen spürbaren Unterschied. Verbindungsabbrüche während der Sessions waren jedenfalls nie ein Thema. Und selbst wenn die Xbox offline ist, können wir immer noch gegen Bots spielen, gerne auch inklusive Freund via Splitscreen.

Gears of War 3 ist eine machtvolle Demonstration von Epic. Es thront über seinem bereits ausgezeichneten Vorgänger mit einer Kampagne, die so gut gemacht ist, dass es schwer ist, den Controller beiseite zu legen. Die Kritikpunte bleiben die gleichen unter denen die Serie immer gelitten hat,. Vor allem die große Disonanz zwischen dem Macho-Action-Helden und einer pompösen Dramatik, die die Geschichte versucht abzuliefern. Darüber hinaus ist die Zahl der Zwischensequenzen echt vielleicht ein wenig zu hoch.

Im Ganzen ist Gears of War 3 aber beispielhaft für sein Genre. Kein aktueller Shooter ist wirklich besser als das, was wir hier zu sehen bekommen. Und wer eine Xbox 360 besitzt, hat keine Ausrede, das Spiel nicht zu besitzen.

Gears of War 3
Gears of War 3
Gears of War 3
Gears of War 3
Gears of War 3
Gears of War 3
Gears of War 3
09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
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Solides Gameplay, mutige handlung, wütend schöner und kraftvollen Sound, hervorragender Online-Part, vorbildliche Koop-und Splitscreen-Unterstützung
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Drama und Machismo im Widerspruch, zu viele Zwischensequenzen
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