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Kritik

FIFA 12

Bestes Sportspiel auf der E3, auf der Gamescom sogar das beste Konsolenspiel - die Erwartungen an die erfolgreichste Sportmarke sind in diesem Jahr ganz besonders hoch. Solche Lobeshymnen machen mich ja eher stutzig. Mal schauen...

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Zwei Neuerungen stehen bei FIFA 12 besonders im Fokus. Zum einen die neue Physik-Engine, zum anderen das so genannte taktische Verteidigen. Mit der Player Impact-Engine wirkt sich die Physik eines Fußballspiels erstmals auf die Spieler auf dem Feld aus. Eine wirklich schöne Sache, denn wie die Spieler bei Zusammenstößen ins Straucheln geraten oder umgestoßen werden, sieht wirklich beeindruckend aus.

Eine Szene, in der ein zum Kopfball hochsteigender Spieler über einen hinter ihm stehenden Gegner fiel, sah so spektakulär aus, dass ich sie mir in der Wiederholung unzählige weitere Male anschauen musste. Nur in seltenen Fällen reagierte die Engine etwas merkwürdig, was zu komischen Stürzen führte. Ab und an kam es auch zu Kollisionen, die eigentlich als Fouls hätten gewertet werden müssen, als solche aber nicht erkannt wurden. Das sorgte aber nur sehr selten für Frust.

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Eine weitere Neuerung, die scheinbar mit der Physik-Engine in Verbindung steht, sind die realistischen Verletzungen. Sollte ein Spieler verletzt liegen bleiben, können wir im Kader-Menü nachlesen, was dem Ärmsten denn fehlt. Eigentlich ganz nett, allerdings verletzen sich die Spieler viel zu oft, was besonders in Multiplayer-Partien spürbar ist. Während einer Session beispielsweise gab es in jedem Match eine Verletzung pro Team. Und nicht nur irgendwelche, sondern gleich schwere wie Rippenbrüche oder Kreuzbandrisse. Dabei waren die verantwortlichen Zweikämpfe nicht mal sonderlich hart. Ich bilde mir hier einfach mal ein, dass die Engine den Kickern einfach zu stark die Gelenke verdreht.

FIFA 12
Eine absolute Neuheit für ein Fußballspiel ist die Physik-Engine, die für die sehr ansehnlichen Zusammenstöße der Spieler verantwortlich ist.

Das neue taktische Verteidigen ist auf den ersten Blick sehr interessant aus und in dem Tutorial, das beim ersten Starten des Spiels angeboten wird, wirkt es recht simpel und effektiv. Eigentlich komisch, wo es doch allen markenübergreifenden Fußballspiel-Gewohnheiten widerspricht. Doch was macht das taktische Verteidigen eigentlich anders?

Die Taklingtaste bekommt den passiven Befehl "Zustellen" zugewiesen. Beim Drücken dieser Taste wird unser Spieler auf den ballführenden Gegner fixiert und hält konstant einen Abstand von knapp zwei Metern. Das ist gut, um Passwege zu blockieren. Per Schultertaste wird ein Kamerad gerufen, der den Gegner attackiert. Mit der Schusstaste macht unser Spieler einen Ausfallschritt, um sich den Ball zu schnappen. Hier ist vor allem eines gefragt: Timing.

Anders als im Tutorial, stellt es sich im Spiel als äußerst kompliziert dar. Nicht nur, dass es äußerst anstrengend war, immer auf den einen passenden Moment zu warten, das Bein auszufahren, es brachte vor allem keinen Erfolg. Besonders technisch begabte Spieler wichen meinen Tacklingversuchen mit einer fast schon dreisten Gelassenheit aus. Die Zweikampfwerte meines Teams strotzten nur so vor Nullen.

FIFA 12
Die Spielgefühl ist zwar immer noch sehr gut, allerdings steuert sich FIFA 12 etwas träger als der Vorgänger.

Selbst nach Dutzenden Spielen im mittleren Schwierigkeitsgrad kassierte ich pro Match gut und gerne fünf bis sieben Buden. Zwar immer gegen extrem starke Teams, dennoch deutlich zu viel für meinen Geschmack und mein Gemüt. Zum Glück ist das taktische Verteidigen optional und kann im Menü gegen die klassische Variante eingetauscht werden. Dieses Feature ist an sich ja keine schlechte Idee, da es eine ordentliche Portion Simulation ins Spiel bringt. Es ist jedoch zu bezweifeln, dass es irgendwen großartig interessieren wird. Ob dieses Feature nun gut oder schlecht ist, wird durch seine spätere Verwendung im Spielbetrieb entschieden. Ich möchte es jedenfalls nicht verurteilen.

Zum Erscheinungsbild von FIFA 12 sei so viel gesagt: Es sieht in Ordnung aus. Die Stadien sind alle sehr hübsch und das Publikum sieht in keinem anderen Fußballspiel so gut aus. Auch in Sachen Animationen ist FIFA 12 sehr schön anzusehen. Speziell durch die Physik-Engine und die damit verbundenen unzähligen Bewegungsabläufe in den Zweikämpfen profitiert die Optik des Spiels ungemein. Bei den Spielern bietet sich allerdings ein ganz anderes Bild.

Die Kicker selbst sehen teilweise wie Puppen aus, was in erster Linie an ihrer sehr hässlichen, konturenlosen Haut liegt. Auch ihre Gesichtsausdrücke sehen meistens einfach nur verstörend aus. Ab und zu schauen die Spieler schlichtweg wie vom Teufel besessen drein, der Exorzist lässt grüßen. Dazu kommt, dass die Kicker teilweise ihren Vorbildern nur mit reichlich Fantasie ähnlich sehen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum in den schwach inszenierten Zwischensequenzen meist nur die Rücken der Spieler zu sehen sind.

FIFA 12
Die Stadionatmosphäre in FIFA 12 ist einfach großartig, besonders in Sachen Fangesänge. Der Kommentar dagegen bleibt leider schwach.

In akustischer Hinsicht ist FIFA 12 ohne Zweifel das Nonplusultra. Die Stadionatmosphäre ist einfach großartig und erzeugt fast schon Gänsehaut. Besonders die Fangesänge klingen fantastisch. Selbst Fernsehübertragungen bekommen das nicht so gut hin, die Atmosphäre aus der Arena ins Wohnzimmer zu tragen. Der Soundtrack wiederum ist zwar immer noch in Ordnung, für ein Spiel von EA aber doch etwas schwach. Aber das ist auch nur eine persönliche Meinung. Der Kommentar ist trotz des coolen Duos Breuckmann-Buschmann leider ziemlich schwach und wirkt einfach nur plump und zusammenhangslos. Einzig die Dialoge zu Beginn einer Partie kommen authentisch rüber. Fairerweise muss aber gesagt werden, dass es bisher keinen wirklich guten Kommentar in einem Fußballspiel gab.

Im Großen und Ganzen spielt sich FIFA 12 etwas langsamer und auch träger als der Vorgänger. Die Spieler brauchen oft ziemlich lange um die Bälle abzugeben, was ein schnelles Kurzpass-Spiel natürlich sehr schwer macht. Das führt sehr oft zu ärgerlichen Situationen und unnötigen Ballverlusten. Ein schnelles Spiel wird auch dadurch erschwert, dass Pässe recht schwach abgegeben werden, beziehungsweise lange aufgeladen werden müssen, um ordentlich Kraft zu haben. Auch die zuschaltbare Dosierungshilfe brachte hier nicht viel.

Doch auch wenn sich FIFA 12 ein gutes Stück schwerer als die Vorjahresversion steuert, bleibt es immer noch ein sehr gutes Spiel, das wirklich schönen Fußball zu bieten hat. Besonders die Freiheiten im Umgang mit dem Ball, beim Dribbeln und im Abschluss sind toll. Lobenswert ist auch die große Entscheidungsfreiheit und in welchem Maße wir bei Schüssen und Pässen unterstützt werden wollen. Die ganzen Auszeichnungen, die es im Vorfeld gab, sind aber am Ende doch ein klein wenig übertrieben.

FIFA 12
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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
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Tolle Physik-Engine, sehr gutes Ballgefühl, großartiger Sound, tolle Stadionatmosphäre, Freiheit bei den Einstellungen
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Etwas träges Spielgefühl, lange Reaktionszeiten der Kicker, sehr hässliche Spieler, schwacher Kommentar, zu häufige Verletzungen

Leserkritiken

  • JZzockerAK
    Da kommt FIFA 12 und schießt ein weiteres Tor gegen Pro Evolution Soccer !! "LOVE FOOTBALL PLAY FOOTBALL " Das war das Motto von FIFA... 10/10
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