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Kritik

F.E.A.R. 3

Mit Blut und Gewalt ist das so eine Sache. Sie gehören zur Kunstform des Splatter dazu, zum Horror fast immer auch. Ein Spiel wie F.E.A.R. 3 baut zu großen Teilen auf dieser Idee auf. Das ganze Konzept des Spiels setzt auf Schockmomente, auf Blut und die explizite Darstellung von Gewalt - das ist einfach so. In Deutschland erscheint F.E.A.R. 3 darum verkrüppelt wie die Monster, die in den dunklen Ecken des Spiels zerteilt herumliegen. Das ist schade, aber die USK-Regeln wollen es derzeit nun einmal so.

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Einem Action-Horror-Abenteuer schadet das fehlende Blut natürlich ohne Zweifel schon etwas. Wenn die Gegner einfach nur plump umfallen, anstatt effektvoll auseinander zu platzen, geht das den erwachsenen Spielern zu recht auf die Nerven. Insofern ist die deutsche Version von F.E.A.R. 3 schon ein ziemliches Trauerspiel. Fairerweise ist die Gesamtnote weiterhin eine schwache 8/10, auch wenn die deutsche Version wegen der heftigen Schnitte eher eine 6/10 ist, weil das Spielerlebnis eben komplett gereinigt ist. Aber daran trägt der Entwickler eben nur teilweise die Schuld.

Besonders schade ist das alles, weil F.E.A.R. 3 eines der schönsten Koop-Games für zwei Spieler seit langem ist. Gemeinsam dürfen wir die krude Geschichte der ungleichen Brüdern Point Man und Fettel durchspielen, die offenbar beide Opfer eines skrupellosen Wissenschaftlers geworden sind. Eine tragende Rolle spielt auch ihre Mutter Alma, die ist nämlich schwanger und ihre Wehen versetzen die ganze Spielwelt des dritten Teils in Vibration. Das Koop-Gameplay ist deshalb so super, weil sich die Charaktere blendend ergänzen.

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Point Man ist der klassische Egoshooter-Held, der sich mit Pistole, Scharfschützen- und Maschinengewehr oder Schrotflinte den Weg freischießt. Fettel dagegen ist als Geist anfangs etwas eingeschränkter unterwegs, kann aber Gegner und Gegenstände hochheben und sie dann wegschmeißen oder mit einem Energiestoß grillen. Die mieseste Technik des fies grinsenden, toten Bruders ist aber, sich per Knopfdruck in seine Gegner zu teleportieren. Zack, ist er einer der Soldaten und räumt per Überraschungsangriff auf.

F.E.A.R. 3
Einfach zu meistern ist das Game beileibe nicht, was vor allem an den klug und schnell agierenden Gegnern liegt.

Außerdem kann Fettel seinen Bruder für kurze Zeit mit einem Schutzschirm unterstützen. Wer alleine spielt, darf mit dem Geist erst im zweiten Durchlauf spielen, nachdem Point Man die Story einmal beendet hat. Das dauert allerdings kaum fünf Stunden für die acht Missionen. Aber es lohnt sich, allein schon wegen der zwei unterschiedlichen Enden, die auf unkonventionelle Art und Weise bestimmt werden.

Beide Spieler kämpfen im Koop nicht nur darum, das mit den immergleichen Gegnern vollgepackte Level zu beenden, sondern dabei auch ein bisschen gegeneinander. Es gibt zahlreiche Herausforderungen und Ziele im Off, die an die vier Eigenschaften Aggressivität, Taktik, Begabung und Psyche geknüpft sind. Außerdem rasseln Bonuspunkte für Kills, Zeit und saubere Runs. Das Level-Up-System im Hintergrund sorgt jedenfalls für zusätzlichen Anreiz. Da wird die Nutzung der Zeitlupenfähigkeit ebenso belohnt wie Headshots oder das geschickte Ausnutzen der aktiven und passiven Deckung. Die Levelstufen sorgen zum Beispiel dafür, dass die beiden Helden besser Treffer einstecken, mehr Munition tragen oder ihre Fähigkeiten länger nutzen können. So werden auch die hohen Schwierigkeitsgrade nach und nach lösbar.

Denn einfach zu meistern ist F.E.A.R. 3 beileibe nicht, was vor allem an den klug und schnell agierenden Gegnern liegt. Die flankieren einen hemmungslos, verstecken sich, gehen in Deckung oder üben gemeinsam Druck aus. Und die beinharten Zwischenendgegner sorgen selbst auf der normalen Stufe für so manchen Neustart. Neben den Soldaten der bösen Organisation Armacham, deren Führer scheinbar Mama Alma haben schwängern lassen, sind auch die Freaks aus dem Städtchen Fairport mit von der Partie. Leider sind die Damen und Herren wegen der Schwangerschaft von Alma durchgedreht. Als Zombies sind sie besonders hart im nehmen und tragen in manchen Abschnitten Sprengstoffgürtel und haben nur eine Mission: Selbstdetonation.

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Als Fettel darf mal solo erst im zweiten Durchgang spielen, im Koop dürfen wir schon früher die Gegner in die Luft fliegen lassen.

Das größte Manko des Spiels ist neben der eher kurzen Spielzeit seine Linearität. F.E.A.R. 3 ist ein relativ gradliniger Shooter mit einem Leveldesign, das ohne abweichende Pfade arbeitet. Ganz klassisch wie in einem Schlauch werden wir durch die bisweilen eher generischen Szenarien getrieben, die durch fehlendes Licht, viel Blut und plötzlich auftauchende Gegner ihren Schrecken verbreiten sollen. Freestyle-Gameplay ist nur bestenfalls in jenen Sektionen möglich, wo man entweder auf offenen Plätzen oder in größeren Räumen unterwegs ist. Aber auch dominiert dann eher das alte Ich-renn-im-Kreis-und-hol-sie-von-hinten-Spiel. Innovation sieht anders aus - was im übrigens auch für die bestenfalls durchschnittliche und vielfach einfach langweilige Optik gilt. Auch die drei Ausflüge in einem Power-Mech sind eher öde: ballern, ballern, ballern - und dabei ja nicht überhitzen. Das ist lahm, ohne Verve.

Wäre da nicht der tolle Koop-Modus, dann würde das Game komplett in der Versenkung verschwinden. Der ist lokal via Netzwerk und Splitscreen sowie online am Start. Vier zusätzliche Multiplayer-Modi bietet das Spiel als Bonus (mehr ist es dann auch nicht). Der Modus mit dem vielsagenden Namen Besch......er Lauf ist am lustigsten. Das Ziel ist es, gemeinsam mit bis zu vier Spielern einen Level zu absolvieren, ohne dass einer stirbt. Dabei werden wir von einer Wand unruhiger Seelen (die man im Solomodus befreien muss) durch das Level gejagt und haben keine Chance, auszuharren oder anzuhalten. Im Modus Wehen schlagen wir die üblichen Gegnerwellen zurück. Etwas Abwechslung bieten Reparaturaufträge an kaputten Türen sowie Kisten mit Waffen und Munition, die wir einsammeln können. Die anderen beiden Modi sind Standards, die nur dadurch netter werden, dass wir als Fettel-Kopie agieren dürfen.

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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Schöner Koop-Modus, teilweise tolle Atmosphäre
-
Durchschnittliche Grafik, zu kurz
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