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Kritik

Steel Diver

Steel Diver ist Nintendos einziger Titel für den Nintendo 3DS, der nicht auf einer bekannten Serie aufbaut - zumindest der einzige, von dem wir bisher wissen. Im Spiel gehen wir auf Tauchfahrt und steuern ein U-Boot durch ein Unterwasserabenteuer.

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Es hat wohl schon seinen Grund, warum Shigeru Miyamoto Steel Diver eher mit einem Unterwasser-Haustier in einem Aquarium verglichen hat. Statt aus der Perspektive des U-Boots zu spielen, sehen wir es wie die Fische im Wasserglas von der Seite. Optisch wirkt der Titel dabei trotz der vorrangigen Verwendung von dunklen Farben und einigen Grautönen bunter als das, was wir von einem Untersee-Abenteuer erwarten. Außerdem wirken die Level, durch die wir unser Gefährt manövrieren, so arrangiert wie die Landschaft in einem Aquarium.

Grundsätzlich ist das natürlich keine schlechte Idee. Echte U-Boot-Simulationen rufen sicher bei den meisten keine wirklich angenehmen Gedanken hervor. Wir steuern stattdessen eines von drei U-Booten durch einen Parcours und versuchen dabei, sieben Spezialmissionen und acht Zeitmissionen zu erfüllen. Die Aufgabe in beiden Varianten besteht hauptsächlich darin, das Ende heil zu erreichen. Vorbei müssen wir dafür an Hindernissen und in Spezialmissionen gibt es zusätzlich feindliche Einheiten und sogar Seemonster. Gesteuert werden die U-Boote über den unteren Bildschirm. Alle drei haben zwei Regler: einen zum Auf- und Abtauchen, einen weiteren zur Vor- und Rückwärtsbewegung. Die beiden größeren Unterseeboote besitzen zusätzlich noch einen Neigungsregler, der vor allem beim Einsatz von Torpedos sinnvoll ist.

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Das Manövrieren ist selbstverständlich sehr träge und trotz des sparsamen Einsatzes von Steuerelementen, fühlt es sich anspruchsvoll an. Es ist großartig, wenn wir nach dem einfachen Tutorial schon nach wenigen Sekunden nicht mehr wissen, was wir zuerst machen sollen und ständig mit irgendetwas kollidieren. Es braucht etwas Übung und Gefühl für das U-Boot, bevor wir es sicher bis zum Ende des Levels bringen und dort die Mission erfüllen. Aber gerade aus diesem Grund ist es so unverständlich, warum wirklich nur fünfzehn Aufgaben enthalten sind und sich zwei auch erst freischalten, wenn die ersten fünf mit allen drei U-Booten gemeistert wurden.

Steel Diver
Trotz weniger Farben hübsch anzuschauen, aber leider bleibt der Unterhaltungswert auf Tauchstation.

Natürlich ist das Spiel insgesamt noch etwas umfangreicher. Im Anschluss an jede Spezialmission gibt es einen Bonus, bei dem wir mit dem Periskop auf U-Boot-Jagd gehen. Für jeden versenkten Gegner gibt es ein Emblem für die Sammlung, mit denen wir unser Gefährt zum Beispiel weniger anfällig gegen bestimmte Schäden, generell stärker oder schneller machen können. Die Steuerung erfolgt aus der Egoperspektive und wir müssen uns mit dem Nintendo 3DS drehen - ganz ähnlich wie bei dem vorinstallierten Spiel Face Raiders. Das macht natürlich Laune, zumindest so lange man nicht gerade unterwegs ist. Dann ist es extrem nervig, wenn man etwa im Bus sitzt und versucht, einen Feind zu versenken, der nicht nur im Spiel hinter einem lauert. Die alternative Touchscreen-Steuerung ist leider nicht mehr ganz so lustig.

Die Periskop-Variante kann auch separat angewählt und dann für den Highscore so schnell wie möglich Feinde mit Torpedos gejagt werden. Zur Auswahl stehen Schiffe, Schiffe bei Sturm und U-Boote. Hier merken wir aber schnell, dass es sich tatsächlich nur um ein nettes kleines Gimmick handelt und es nicht etwa über den schwachen Einzelspielermodus hinwegtröstet. Abhilfe schafft auch die Seeschlacht nicht. Die Spielvariante kann mit einem Freund gespielt werden und kopiert das bekannte Spiel Schiffe versenken. Weil aber die U-Boote und Schiffe beweglich sind und pro Runde nur eine Aktion möglich ist, wird aus der Strategie eher ein Ratespiel.

Und wer nicht noch Lust hat, in den Spezialmissionen auch noch einen Zeitrekord zu brechen, für den verliert Steel Diver schnell seinen Reiz. Der Umfang mit den fünfzehn Missionen ist einfach lächerlich, zumal Nintendo das Erlebnis hätte vermutlich relativ unkompliziert strecken können, wenn sie einfach noch ein paar Level mit ähnlich gearteten Missionen angeboten hätten. Stattdessen zwingen sie uns, die wenigen Level mit allen drei U-Booten zu spielen, um die zwei letzten Missionen freizuschalten.

Steel Diver war eben ursprünglich auch nur eine Demo für den Nintendo DS, irgendwann damals. Und genau das ist dem Spiel noch immer überdeutlich anzusehen. Der 3D-Effekt ist ziemlich belanglos, ja die Optik insgesamt eher einfach. Nun ist so eine U-Boot-Simulation wahrscheinlich auch nicht das richtige Genre, um mit Technik zu protzen. Und so gesehen ist Steel Diver ziemlich hübsch in der 2D-Draufsicht. Aber abgesehen von der Periskop-Steuerung mag bei diesem Spiel nichts so richtig zünden - und selbst die ist ja nur receycelt. Der Nintendo DSi beherrscht diesen Trick ebenso souverän. Vielleicht hätte es eine nette kleine Geschichte getan, in jedem Fall wäre mehr Umfang wünschenswert gewesen. So jedoch ist es zwar Nachschub für das magere Nintendo 3DS-Lineup, das mag wohl sein. Aber leider bleibt der Unterhaltungswert auf Tauchstation.

Steel Diver
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Steel Diver
06 Gamereactor Deutschland
6 / 10
+
anspruchsvolle Steuerung, mal etwas anderes
-
geringer Umfang, keine Wifi-Features
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