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Kritik

Conduit 2

The Conduit war ein vielversprechender Shooter. Nicht herausragend, aber mit Potential. Als der Nachfolger angekündigt wurde, herrschte einhellige Freude, denn die schwächelnde Wii bekommt einen exklusiven Shooter und High Voltage Software durfte beweisen, dass sie aus den Fehlern des Vorgängers gelernt haben.

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Auf der Wii scheinen langsam die Lichter auszugehen. Sicher es gibt noch den ein oder anderen Titel, auf den wir uns freuen, aber ein Blick in die Releaseliste zeigt, dass es immer weniger werden. So gesehen ist Conduit 2 von High Voltage Software ein Geschenk an alle Wii-Besitzer. Es könnte aber genauso gut auch als eine Art Himmelfahrtskommando bezeichnet werden. Die Softwareverkäufe auf der Nintendo Wii sinken stetig und gerade die letzten Monate haben gezeigt, dass offenbar nur noch läuft, was entweder ein Party- oder Fitnessspiel ist. Selbst großartige Titel wie Disney Micky Epic oder Kirby und das magische Garn sind im Handel durchgefallen. Spiele für ein erwachsenes Publikum hatten erst gar keine Chance.

Sega ließ sich trotzdem nicht beirren und gab dem Wii-exklusiven Shooter von High Voltage Software wieder ein zu Hause. Die Geschichte von Conduit 2 macht da weiter, wo der Erstling aufgehört hat. Unser Held Michael Ford jagt den Bösewicht John Adams durch Portale. Der nämlich möchte seine Kräfte beständig erweitern, in dem er fremde Alienrassen ausbeutet und Ford muss ihn um jeden Preis stoppen. Die Bonuslevel mit eingerechnet erwartet uns in rund acht Stunden Spielzeit eine wahrlich abdrehte Verschwörungsgeschichte, angereichert mit einer gehörigen Portion Witz. Es ist der Stoff, aus dem B-Movies gemacht sind.

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Die Rahmenhandlung ist trotz des gewollten Humors im Ergebnis allerdings genauso platt wie die beiden Hauptcharaktere Ford und Adams. Obwohl die Entwickler dem Nachfolger mehr Tiefe verleihen wollten, ist das nicht durchweg geglückt. Der Sprecher von Michael Ford etwa, erinnert mit seiner aufgesetzten Coolness mehr an einen Abklatsch von Duke Nukem. Und auch wenn der eingestreute Witz und Sarkasmus das Spiel an einigen Stellen selbst auf die Schippe nehmen, wirkt mancher Dialog bisweilen nicht einfach nur trashig, sondern geradezu lächerlich. Hinzu kommt, dass uns das offene Ende der flachen Story kaum zufrieden stellt.

Conduit 2
Es gibt auch in Conduit 2 wieder fette Bossfights, die sich gewaschen haben.

Richtig ist aber auch, dass für Conduit 2 natürlich nicht die Handlung, sondern die Action sprechen sollte. Zunächst einmal ist die Steuerung unter anderem auch Dank Wii Motion Plus noch einmal deutlich verbessert worden. Für einige fühlt sich Conduit 2 wahrscheinlich etwas merkwürdig an, aber wer sich ein bisschen einspielt, spürt schon bald die Vorteile der Bewegungssteuerung. Das Sichtfeld ändert zusammen mit der Ausrichtung der Wii-Fernbedienung und macht relativ rasches Zielen und Bewegen möglich. Über die Einstellungen lässt sich diese Funktion aber auch so weit herunterdämpfen, dass Einsteiger keinen Drehwurm erleiden müssen.

High Voltage Software überlässt uns wirkliche viele Freiheiten beim Individualisieren der Steuerung. Allerdings bleibt das Zielen insgesamt überraschend mittelmäßig. Würden sich Gegner schneller bewegen, hätten wir deutlich größere Probleme, sie zu erwischen. PC-Spieler würden die Wii womöglich dem Pad vorziehen, aber auf ihre Maus keinesfalls verzichten wollen. Zudem ist die Anordnung der Funktionen und Tasten auf dem Wii-Fernbedienung nicht ganz ideal und sorgt bei manchen Aktionen für Fingerkrämpfe. Unterstützt wird übrigens auch der Classic Controller Pro, aber gemacht ist der Shooter dafür eigentlich nicht.

Insgesamt ist Conduit 2 auch deutlich abwechslungsreicher als der Vorgänger. Es gibt mehr Schauplätze, die von Sibirien über China und Washington bis nach Südamerika reichen. Ebenso variantenreich ist auch das Gegnerdesign. Wirklich viel Seele entfaltet sich aber dennoch nicht. Die Vielfalt verhindert nicht, dass der Titel streckenweise generisch wirkt und es stört etwas, wenn alles mehr oder weniger nach dem immergleichen Prinzip läuft: Raum betreten und abräumen. Da hilft es auch nichts, dass die Feinde diesmal nicht mehr ganz so dumm sind. Dafür wirkt ihr Verhalten nämlich geskripteter und an manchen Stellen reagieren sie auch spät bis gar nicht auf uns - zumindest so lange wir nicht, bis wir auf sie schießen. Ein gut platzierter Kopfschuss löst ein solches Problem aber schnell und sauber.

Neu integriert wurden spezielle Fertigkeiten und natürlich gibt es wieder zahlreiche Waffen, darunter auch neue wie der Widowmaker und der Dark Star. Letzterer erzeugt ein lokal begrenztes schwarzes Loch, dass den Gegner einsaugt. Ein tolles Spielzeug und gerade in diesem Punkt beweisen High Voltage Software Kreativität, die dem Titel ansonsten ein wenig fehlt.

Conduit 2
Conduit 2 wirkt wie ein waschechtes B-Movie mit ein paar Hängern und auch spielerisch gelang leider nicht der ganz große Wurf.

Seine Stärken spielt Conduit 2 im Mehrspielermodus aus. Es gibt einen Online-Modus für bis zu zwölf Spieler und bis zu vier Freunde können im Splittscreen dabei vor dem Fernseher zusammenkommen. Eine breitgefächerte Auswahl von Spielvarianten bietet für jeden etwas. Mit dabei beispielsweise ein Ballon-Battle-Modus. Standardmodi wie Deathmatch und Capture the Flag fehlen aber natürlich auch nicht. Ähnlich wie bei Titeln für HD-Konsolen, kann ein gelungener Multiplayer jedoch einen trägen oder zu kurz geratenen Einzelspielermodus aber auch nicht vollständig retten.

Technisch übrigens schaut der Titel immer noch hervorragend aus, wenn wir bedenken, dass es sich um ein Wii-Spiel handelt - denn natürlich hat das Spiel im Vergleich mit der HD-Konkurrenz keine Chance. Aber es gibt hübsche Lichteffekte und die Texturen machen einen guten Eindruck. Probleme gibt es trotzdem mit der Framerate und dazu gesellen sich kleinere Bugs. Die Sprachausgabe wirkt unter anderen auch wegen der Sprecher etwas holprig, der Sound ansonsten geht aber in Ordnung.

Conduit 2 hat weiterhin mit ein paar ganz essentiellen Fehler zu kämpfen, aber gerade für jene, die nur eine Nintendo Wii besitzen, ist die Spielerfahrung unterhaltsam. Das größte Problem für das Spiel ist wahrschienlich die Erwartungshaltung. Beim Erstling wollte man die Konsole an die technischen Grenzen bringen, aber scheiterte beim Gesamtpaket an den eigenen Ansprüchen. Für den Nachfolger wurde versprochen, diesmal endlich zu beweisen, dass Shooter auch auf der Nintendo Wii hervorragend funktionieren. Und natürlich ist das Ergebnis bezogen auf die Konkurrenzsituation auf der Wii sehenswert, aber keinesfalls herausragend. Aber eines zeigt Conduit 2 auch überdeutlich: Für dieses Genre ist der Zug auf der Nintendo Wii eindeutig abgefahren.

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Conduit 2
07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
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Nachschub für die schwächelnde Wii, abwechslungsreicher als der Vorgänger, gelungener Mehrspieler-Modus
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der erhoffte große Schritt zum Vorgänger blieb aus, bei der Präsentation ist mehr drin gewesen
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