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Kritik

WWE All Stars

NBA Jam gemixt mit Wrestling zu einem Spiel, das jeder Depp versteht. Hier könnte die Kritik zu WWE All Stars enden. Es ist das Wichtigste in einem Satz über ein großes Spaßspiel. Aber ganz so einfach ist der Fall dann doch nicht.

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WWE All Stars ist vor allen Dingen deswegen so toll, weil es ein paar Tugenden beherzigt, die noch keinem Videospiel geschadet haben. Es ist zugänglich für fast jeden Menschen, der schon einmal einen Controller in der Hand hatte - und für alle anderen irgendwie auch. Die Steuerung ist so schlicht gehalten, dass selbst Laien mitspielen können, ohne sofort frustriert und beleidigt in der Ecke zu sitzen.

Das werden sie erst nach einer halben Stunde machen, wenn sie merken, dass die Profis doch immer die Nase vorn haben. Denn trotz eines auf den ersten Blick simplen Spielprinzips gewinnen immer diejenigen, die die Steuerung meistern. Und das geht nicht ganz so einfach. Denn: Die Steuerung ist am Ende komplex genug für all jene, die wirklich abgehen wollen.

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Das Wrestling-Game von THQ, mit dem offenbar größere Zielgruppen als reine Wrestling-Fans hat einen starken Arcade-Ansatz. Bis zu vier Spieler prügeln sich im Ring mit den Helden der Kindheit der Thirtysomethings und dem Wrestling-Superstars von heute. Hulk Hogan prügelt The Rock durch den Ring, Rey Mysterio feiert Karneval mit dem Ultimate Warrior und Andre the Giant rollt gegen Big Show zum Duell der Fettbälle an. Das alles ohne lästige Restriktionen durch Statistiken der Spieler, die sie deutlich schwächer, langsamer oder schlagkräftiger machen.

WWE All Stars
Die Wrestler haben alle ihren eigene Style - kämpfen sich aber weitgehend identisch.

WWE All Stars ist sozialistisches Wrestling, hier sind alle statistisch betrachtet gleich. Unterschiedlich ist die Auslegung des Stils, die Reichweite der Tritte und Schläge, die Geschwindigkeit der Würfe und das Timing der mächtigen Finisher. Die ganze Steuerungmechanik ist aber so "leicht" verständlich wie bei Street Fighter, aber eben nicht so kompliziert und bisweilen langatmig wie bei der WWE Smackdown vs. Raw-Reihe.

Alle Charaktere haben ihre ureigenen Signature-Moves dabei. Andre the Giant setzt sich beim Gegner ins Gesicht. Bret Hart fliegt durch den Ring und quetscht seine Kontrahenten aus wie Zitrone. Rey Mysterio segelt von den Seilen. Jeder Kämpfer zieht seine eigene Show ab - und die überzeugt optisch auf jeden Fall, auch wenn die Grafik nicht ganz großes Kino ist. Insbesondere die Zuschauermassen sind hart an der Peinlichkeitsgrenze, aber die Präsentation insgesamt ist trotzdem absolut gelungen.

Alle Angriffe können vom Gegner mit einem gut gesetzten Konter ausgehebelt oder mit einem Reversal in einen Gegenangriff umgemünzt werden. Die Taste, um diese Moves auszulösen, blinkt jedes Mal mahnend unter dem einsamen Energiebalken, der in vier Stufen seine Farbe in Richtung Niederlage verändert. Dazu gesellen sich lediglich die drei auffüllbare Felder für die Spezialattacken und einen Balken für den Finisher. Aber genau das reicht völlig aus, um ein Prügelfest unter Freunden zu entfachen. Keine Ablenkung vom wensentlichen: dem Catchen.

WWE All Stars
Die Kämpfe für vier Spieler sind ein herrlich hektischer Spaß, vom Sofa aus genauso wie online.

Im Off- und Onlinemultiplayer liefert das Spiel am besten ab - ein echter Kandidat für den Gaming-Freitagabend mit Freunden. Diverse Szenarien von zwei bis zu vier Spielern gleichzeitig sind möglich und vor allem die Vier-Spieler-Kämpfe sind eine an herrlicher Hektik kaum zu überbietende Angelegenheit. Die Kamera verliert dabei zum Glück nie den Überblick, denn sie zoomt dynamisch aus dem Geschehen heraus, wenn es sich in die gegenüberliegenden Ringecken oder neben den Ring verlagert. Außerhalb des Rings steht in manchen Modi eine Blechtonne mit Schlagwerkzeugen bereit, aber auch Stühle unter dem Ring oder die Glocke der Kampfrichter lassen sich zweckentfremden. Und es gibt ja auch noch Kämpfe im Stahlkäfig...

Der Solomodus bietet nur drei "Karrieren" im Path of Champions - entweder als Legende, als Superstar oder im Tag-Team müssen zehn Kämpfe absolviert werden. Selbst auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad fordern die Gegner einen bisweilen ziemlich. Aber selbst inklusive der Fantasy Warfare-Matches ist der Umfang eher klein. Einiges an Zeit lässt sich im absurden Create a Superstar-Editor vertrödeln. Sich einen aufgepumpten, pinkfarbenen Hulk mit neon-grünem Cowboyhut zu bauen, das gehört jedenfalls zu den amüsanteren Momenten der Charaktererstellung. Offenkundig haben die Entwickler dem Wrestling-Kostüm-Wahnsinn hier freien Lauf gelassen, ebenso wie jeder Art von Körperfett. Das allerbeste ist aber, dass dieser eigene Typ sofort konkurrenzfähig ist. Kein Hochleveln, keine endlosen Trainingssitzungen. Einfach. Nur. Spaß - in jedem Modus.

WWE All Stars
Wenn der Finisher eingeleitet ist, vergoldet sich der Bildschirm - ein sicheres Zeichen für viel Schaden.

Es nervt eigentlich nur eines an WWE All Stars: die Ladezeiten. Jene Epoche, wo man bei solchen Spielen nebenbei die Wäsche machen konnte, waren eigentlich schon aus meinem Hirn gelöscht. Das Arcade-Monster von THQ hat sich viele gute Ideen aus den 80er- und 90er Jahren geliehen - aber ganz ohne eine schlechte ging es wohl doch nicht.

Egal, wer sich auf ein Kämpfchen mit Dwayne "The Rock" Johnson, Triple H, "Macho Man" Randy Savage oder dem Undertaker freut, der wird beliefert. Mit dabei sind einige weitere Helden zum Freischalten und "Million Dollar Man" Ted DiBiase für Vorbesteller. Als herunterladbare Charaktere sind außerdem geplant: Dusty Rhodes, Cody Rhodes, Hawk, Animal, Big Bossman, Chris Jericho, Jerry "The King" Lawler, Michael Hayes, Mark Henry und R-Truth.

Trotz aller Stars, die besten Kämpfe liefern sich die eigenen, wahnsinnigen Wrestler der Onlinefreude. Ich habe selten mehr gelacht, als im Match mit einem Kollegen, dessen hässliche, fette Mutter mir den Hintern im Käfig versohlte. Und erst als die hässliche Alte zum Sieg über den Käfigrand abgehauen war (in einem lustigen Minispiel), hab' ich so langsam wieder Luft gekriegt...

WWE All Stars
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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
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Zugänglich für jeden, schöne Präsentation, tolle Kämpfer, Create a Superstar
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Kurzer Karrieremodus, lange Ladezeiten
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