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Kritik

Okamiden

Der 3DS steht in den Startlöchern, der Nintendo DS arbeitet also langsam auf den Ruhestand hin. Aber wie bei jeder erfolgreichen Plattform ist natürlich so schnell nicht Schluss. Im Gegenteil, gerade gegen Ende einer Generation läuft diese nochmals zu Höchstform auf. An diesem Feuerwerk beteiligt sich auch Capcom. Sie schenken uns Okamiden.

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Mit The Legend of Zelda wurde es verglichen. Der Stil und die Musik gelobt. Es waren die Umgebungen, die Ästhetik, die ganze Struktur, die aus Okami eines der besten Spiele des Jahres gemacht hat. Und wahrlich, wunderschön schaute es aus. Ein Spiel aus einem Pinselstrich und Blumen aus tausend Farben überall dort wo der weiße Wolf Amaterasu seine Pfoten hinsetzte. Bis heute wird immer wieder der Wunsch nach einem Nachfolger laut. Leider aber war das Spiel nicht so erfolgreich wie sein Ruf und es blieb bis zur Ankündigung von Okamiden still.

Der Nintendo DS ist die erfolgreichste Plattform in Japan und daher für viele Hersteller auch die interessanteste. Zudem bietet sich der Touchscreen für das Spiel ganz besonders an, geht es doch um Pinselzeichnungen. Also tritt Okamiden in die Fußstapfen des hochgelobten Vorgängers. Der Stil wurde spielerisch wie optisch nachempfunden. Auf dem Nintendo DS funktioniert das Pinselschwingen allerdings viel besser. Es fühlt sich natürlicher an, die Zeit mit den Schulterknöpfen einzufrieren, um dann für eine Zeichnung zum Stift zu greifen oder den Finger zu nutzen. Es ist so gut, dass sich zumindest diesbezüglich die perfekte Plattform für das Spiel gefunden zu haben scheint.

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Allerdings mutet es schon etwas merkwürdig an, dass eben der Hund blutjung ist und ihm jetzt verschiedene Partner zur Seite gestellt wurden - zu Beispiel der ebenso jungen Kuninushi. Bei dem Wolfsjungen Chibiterasu handelt es sich, und das erklärt das Alter, um den Sohn von Amaterasu. Er hat ähnliche Fähigkeiten, aber er ist eben noch in einem zarten Alter und nicht voll ausgewachsen. Das spiegelt sich auch im Spielverlauf an verschiedenen Stellen wieder. Chibiterasu ist tolpatschig und unbeholfen. Und Entscheidungen mag er auch nicht so recht treffen. Der erste Begleiter ist Kuni, Sohn von Susano und Kushi, die beide auch schon in Okami eine Rolle spielten. Auch er noch jung und nicht auf das Leben vorbereitet, aber im Grunde willens ein Kämpfer zu werden.

Okamiden
Die Kämpfe finden in Arenen statt und der Partner ist gegen die Dämonen eine echte Hilfe.

In Okamiden, dass nicht einmal ein Jahr nach den Ereignissen in Okami spielt, tauchen natürlich andere bekannte Charaktere und Orte auf, aber es gibt auch viele neue Freunde. Und, das ist überhaupt erst der Grund für das Auftauchen von Chibiterasu, es gibt alte Feinde. Die lassen erneut dunkle Schatten über das alte Japan ziehen und sorgen für Chaos und Finsternis. Schaut man sich das Nintendo DS-Publikum an, kann die Entscheidung hinsichtlich des Hauptcharakters, seiner Partner und der Handlung in gewisser Hinsicht nachempfunden werden. Ein erheblicher Teil sind neue Spieler und die Plattform ist weiterhin für ein junges Publikum attraktiv. Dem wollte Capcom offensichtlich Rechnung tragen.

Aber es gibt auch Dinge, die gleich geblieben sind. Da ist etwas das unglaublich befriedigende Gefühl mit Chibi durch die Welt zu ziehen, um sie zu reinigen. Überall wo sie hinkommen, bringen sie das Leben und das Licht zurück. Tote Bäume blühen wieder. Die Dunkelheit schwindet und hinterlässt eine leuchtende Welt. Zudem zieht der kleine weiße Wolf ebenfalls ein Blumenmeer hinter sich her. Es ist ein Gefühl, wie man es schon aus Okami kennt oder etwa auch jüngst in De Blob 2 erleben konnte. Die Welt zu verändern und zu verschönern ist ein wunderbares Gefühl.

Frischen Wind verschafft das neue Partnersystem auch beim Lösen von Puzzles. Der reitet auf dem Chibiterasu, kann aber nie direkt bewegt, sondern nur mit dem Pinsel geführt werden. Das ist nötig, wenn Hindernisse im Weg sind, die der Wolf nicht selbst überqueren kann. Manches davon erinnert natürlich an The Legend of Zelda und immerhin gaben die Entwickler auch an, dass sie die Serie maßgeblich beeinflusst hat. Aber ein Aufguss erwartet uns trotz etlicher Schalter-Rätsel und den klassischen Truhen und Pötten dennoch nicht. Oft sind ihnen wirklich nette Ideen eingefallen, auch wenn Okamiden insgesamt nicht besonders schwer ist. Insbesondere beim Zeichnen ist es mehr eine Frage, ob das Spiel erkennt, was du malst, als das du nicht die richtige Antwort für das Rätsel weißt.

Okamiden
Aus der kargen, trostlosen und dunklen Welt wieder ein blühendes Paradies zu machen, ist noch immer großartig.

Nachgelassen haben ein wenig die Kämpfe, weil sie stark vereinfacht wurden und manchmal sogar langweilig anmuten. Es gibt nur einen einfachen Angriff und eine Abwehr, die abwechselt genutzt werden können. In Kombination mit dem Pinsel wächst die Vielfalt allerdings und manche Gegner erfordern auch ganz spezifische Aktionen unsererseits. Da gibt es Dämonen die fliegen, andere die eine schützende Schale haben und so weiter. Und gerade wenn mehrere Gegner in der kleinen Kampfarena sind, heißt es aufpassen. Weiterhin sehr schön sind dafür die Bosskämpfe. Hier muss richtig clever mitgedacht und kombiniert werden und vor allem in diesem Momenten spielt Okamiden all seine Trümpfe aus.

Technisch spielt der Titel nicht in der obersten Liga, aber ihm gelingt dennoch eine wunderbare Präsentation des einzigartigen Stils. Und damit spielt er wahrlich seine Trumpfkarte aus. Zwar kann der Nintendo DS mit der Playstation 2 kaum mithalten und insbesondere in der Nahaufnahme werden die Defizite der Welt sichtbar, aber das Gesamtergebnis ist gelungen und überzeugend. Ein wenig nervt die Kameraführung manchmal, denn sie funktioniert nicht immer ganz ideal. Aber sie kann zumindest auch mit dem Touchpad nachjustiert werden, wenn etwas nicht passt und wird so nicht völlig frustrierend.

Ist es schon witzig, dass Okami eines der letzten großen Spiele für die Playstation 2 war und nun auch den Nintendo DS mehr oder weniger zu Grabe trägt. Damals hat man nicht auf die neue Hardware gewartet und auch heute ist es nicht der Nintendo 3DS, der die Serie ins rechte Licht rückt. Aber links liegen lassen sollte man Okamiden trotzdem nicht. Insbesondere für Freunde des Orginals oder jenen, die etwas für Action-Adventures im Stil von A Legend of Zelda übrig haben, ist dieses Spiel schon fast Pflicht. Denn obwohl es seine Längen und Schwächen hat, bleibt es ein fantastischer Titel mit einer wunderbaren Geschichte und interessantem Gameplay. Und natürlich die fetten Bosskämpfe - ja, die Nähe zur A Legend of Zelda-Serie, sie keimt immer wieder auf. Aber etwas Schlechtes ist das nicht. Eher noch ein Grund mehr, sich in dieses Spiel zu verlieben.

Okamiden
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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
tolle Präsentation, tolle Bosskämpfe, nette Puzzles
-
technische Schwächen, in keinem Bereich wirklich herausragend
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