Gamereactor International Deutsch / Dansk / Svenska / Norsk / Suomi / English / Italiano / Español / Português
Einloggen






Passwort vergessen?
Noch kein Mitglied?, Dann kannst du das hier werden!

Via Facebook anmelden
FacebookFacebook
Kritik

The Walking Dead

Kürzlich erschien das zweite, tausendseitige Kompendium der Comic-Reihe, die dritte Staffel der Serie ist in vollem Gange und nun ist auch die fünfte Episode des Computerspiels erschienen. Fans von The Walking Dead können sich aktuell nicht über mangelnden Nachschub der Zombie-Apokalypse beschweren. Auch wenn die virtuelle Umsetzung des Stoffs nicht ganz mit den Vorlagen mithalten kann, wird sie uns noch eine Weile in Erinnerung bleiben

Werbung:

Puuh. Was war das für eine Reise. Selten hat es ein Spiel geschafft, so prägend zu sein, wie die fünf Episoden von The Walking Dead. Es ist schade, dass es doch irgendwie viel zu schnell vorbei war. Dabei haben sie eigentlich nur angekratzt, was erzählerisch bei einem Spiel möglich ist. Wie beim Original dreht sich alles um unsere Verantwortung und um die Konsequenzen unseres Handelns. Ausgerechnet das funktioniert nicht wirklich - und dennoch bleibt das Spiel ein überwiegend positives Erlebnis.

In den interaktiven Dialogen wird uns regelmäßig angezeigt, was sich unsere Gesprächspartner einprägen. Beispielsweise, dass sie unsere Ehrlichkeit zu schätzen wissen oder dass sie bemerkt haben, wenn wir einer Frage ausweichen. Die Folgen der Wortwahl bleiben zwar relativ begrenzt, dennoch werden unsere Worte aufgegriffen und hinterfragt. Das macht das Geschehen sehr authentisch.

Werbung:

Wer The Walking Dead nur ein Mal durchspielt, wird das Gefühl bekommen, mit seinen Handlungen den Geschichtsverlauf tatsächlich bedeutend beeinflussen zu können. Beim mehrmaligen Spielen wird jedoch klar, dass dies nur eine geschickte Illusion ist. Denn im Grunde ist es oft völlig gleich, was wir tun. Das Spiel verpackt alles nur unserer Handlung entsprechend und schon haben wir eine Konsequenz, die im Grunde keine ist.

The Walking DeadThe Walking Dead
Klassische Point'n'Click-Passagen wechseln sich regelmäßig mit den interaktiven Gesprächen und Quicktime-Events ab.

Auch wenn das dem eigentlichen Spielerlebnis wenig schadet, ist das doch etwas traurig. Das ist wahrscheinlich auch mit der Grund, weshalb wir in Gesprächen oft das Gefühl haben, eigentlich nichts richtig machen zu können. Die vorhergesehene Handlung schreitet auf eine bestimmte Weise voran, ob wir wollen oder nicht.

Es ist gut, dass die Erzählung zwischen der ersten und zweiten Episode drei Monate verstreichen lässt. Das gibt dem Szenario die Möglichkeit, sich zu entfalten und spitzt die Verhältnisse deutlich zu. Hier greift das Spiel die gleichen Themen wie im Comic auf. Wie verhalten sich Menschen, wenn sie Hunger haben und es keine Ordnungsmacht gibt, die sie daran hindert, sich einfach zu nehmen was sie brauchen? Wann geht es nicht mehr um richtig oder falsch, sondern nur noch ums Überleben? Leider zieht das Spiel hier eine ziemlich klare Linie zwischen Gut und Böse. Das verhindert, dass wir für die eigentlich nachvollziehbaren Motive Verständnis entwickeln.

Eine der ganz großen Stärken von The Walking Dead ist die große Abwechslung im Gameplay. Klassische Point'n'Click-Passagen wechseln sich regelmäßig mit den interaktiven Gesprächen und Quicktime-Events ab. Mal gilt es, möglichst schnell in die Tasten zu hauen, mal schießen wir mit der Maus die Zombies über den Haufen. Letzteres funktioniert nicht immer gut, da sich das Fadenkreuz mitunter sehr träge bewegt. Das ist zwar nicht immer der Fall, aber irgendwie immer dann, wenn wir besonders schnell reagieren müssen.

The Walking Dead
Auch wenn es hier anders aussieht: Auffällig an jeder Episode sind besonders die ausgeprägten ruhigen Phasen.

Auffällig an jeder Episode sind besonders die ausgeprägten ruhigen Phasen. Zurückblickend ist es doch sehr erstaunlich, wie lang manchmal einfach nichts bedeutendes passierte. Und umso erstaunlicher ist es, dass die Phasen in keinster Weise langatmig oder langweilig waren. Die Zugfahrt in der dritten Episode hatte beispielsweise gar etwas meditatives. Zu beiden Seiten rauscht die Landschaft an uns vorbei und wir sind ausnahmsweise mal vor jeder Form des Angriffs sicher. Angesichts des apokalyptischen Szenarios ist es ziemlich mutig, solch lange Ruhephasen einzubauen.

The Walking Dead
The Walking Dead
The Walking Dead
The Walking Dead
The Walking Dead
The Walking Dead
The Walking Dead
The Walking Dead
The Walking Dead
The Walking Dead
The Walking Dead
The Walking Dead
The Walking Dead
The Walking Dead
The Walking Dead
Werbung: