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Kritik

Inazuma Eleven

Die Japaner begeistert die Inazuma-Serie bereits seit 2008. Jetzt kommen wir auch in Europa in den Genuss der Mischung von Sport-, Rollen- und Strategiespiel - exklusiv für den Nintendo DS.

Fußball ist wohl Europas Nationalsport. Es gibt kaum ein Land Europas, in dem sie nicht gern kicken. Welchen Stellenwert das Thema in Deutschland hat, machen die Verkaufszahlen von FIFA 11 deutlich, die alle bis dahin bekannten Rekorde gebrochen und deutlich die Millionen-Grenze innerhalb von ein paar Monaten gesprengt haben. Und obwohl die Kommerzialisierung von Fußball manchmal komische Auswüchse annimmt, so sind es aber vor allem die Japaner, die erfolgreich Zeichentrickserien mit der Thematik produzieren. Einigen sind vielleicht Die Kickers oder Die tollen Fußballstars bekannt, die Kindern so manchen Nachmittag versüßt haben.

Die Serie Inazuma Eleven hingegen kennt vermutlich kaum jemand. Kein Wunder, sie läuft noch nicht im deutschen Fernsehen und ist hier auch nicht als Manga erhältlich. Nintendo jedoch wollte offensichtlich nicht länger warten und bringt das erste von inzwischen drei in Japan erhältlichen Spielen nach Europa. Für die Entwicklung ist Level 5 verantwortlich, und die verbinden ganz selbstverständlich ihre Stärke bei Rollenspielen mit Fußball. Damit die zwei konträren Genres miteinander harmonieren, braucht es natürlich einen besonderen Ansatz. Und der wiederum muss Hand in Hand mit der gleichnamigen Manga- beziehungsweise Anime-Serie gehen.

Für Inazuma Eleven bedeutet das einerseits einen handlungsgetriebenen Spielablauf, der immer wieder durch kleine Duelle auf dem Platz durchbrochen wird. Ein bisschen muss man sich das vorstellen wie bei Pokémon. Dort ist natürlich das Kämpfen gegen andere Monster das zentrale Spielelement, aber alles wird durch die Geschichte und das Reisen zusammengehalten. Es gibt noch einen passenden Grund für diesen Vergleich. So wie die Sammlung der Taschenmonster beständig wächst bis das perfekte Team gefunden ist, verhält es sich auch im Fußball-Rollenspiel von Level 5: Je höher das Level, umso bessere Spieler können angeworben und in die Mannschaft integriert werden.

Inazuma ElevenInazuma Eleven
Hübsche Zwischensequenzen in besonderen Situationen - die Grafik geht in Ordnung.
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Individuell bleibt das Team dennoch. Jeder Spieler hat die Parameter Schusskraft, Körpereinsatz, Ballkontrolle, Verteidigung, Schnelligkeit, Ausdauer und Kampfgeist. Obendrauf lernen alle Spieler im Laufe der Zeit verschiedene Spezialfähigkeiten und gehören einem von vier Elementen an: Erde, Feuer, Wasser und Wind. Jedes davon ist gegen ein anderes besonders effektiv und gegen eines besonders anfällig. Die Pokémonisierung von Fußball betrifft aber natürlich nicht nur die Fähigkeiten. Manche Tierchen waren einem sympathisch, andere wiederum nicht zu ertragen. Auch bei Inazuma Eleven gibt es Charaktere, die man trotz mäßiger Leistung einfach trotzdem immer wieder aufstellt.

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Der Held des Spiels ist Mark Evans, Schüler an der Raimon Jr. High. Er ist ein Stehaufmännchen wie Tsubasa oder Gregor aus den beiden anderen Fußballserien. Seine Begeisterung für Fußball hat er vom Großvater geerebt, von dem er auch einen besonderen Trainingsplan hat. Seine volle Stärke spielt er als Torhüter aus, er kann aber theoretisch auch auf anderen Positionen eingesetzt werden. Marks Traum ist es natürlich irgendwann ganz weit nach oben zu kommen - zunächst aber im Football Frontier Turnier, einer Art von Schulliga. Leider ist die Mannschaft zu Beginn des Spiels in einer ganz miesen Verfassung. Erst fehlen Spieler und dann gibt es ein Ultimatum: Entweder gewinnen sie gegen die nächste Mannschaft, die sie herausfordert oder der Club wird aufgelöst. Glücklicherweise raffen sich die demotivierten Kinder auf und machen das scheinbar Unmögliche möglich.

Inazuma ElevenInazuma Eleven
Das Fußballspielen ist manchmal etwas chaotisch und konfus, aber man gewöhnt sich daran.

Dafür müssen sie natürlich raus auf den Fußballplatz. Gespielt wird ausschließlich mit dem Touchpen aus der Vogelperspektive in beschleunigter Echtzeit. Jeder Spieler kann mit dem Stift zu einer Position bewegt werden - entsprechend seiner Geschwindigkeit und Kondition. Wenn stattdessen auf eine entfernte Position geklickt wird, folgt ein Schuss. Wer in Richtung Tor zielt, schießt aufs Tor. Nun ist es ja so, dass wir nicht allein auf dem Platz stehen. Treten wir mit anderen Spielern in Kontakt, muss entschieden werden, ob auf eine technische oder aggressive Lösung des Konflikts gesetzt wird. Das entscheidet sich über eine Art Zufallsgenerator, der aber je nach persönlichen Werten und Situation bessere oder schlechtere Zahlen auswirft. Ist ein befreundeter Spieler in der Nähe, befügelt das die eigenen Fähigkeiten. Wenn der Spieler bereits über eine passende Spezialtechnik verfügt, kann auch auch die eingesetzt werden.

Witzigerweise sind diese Spezialtechniken - wie die Himmelshand, der Drachenwirbel oder der Feuertornado - ein ganz typischer Rollenspiel-Aspekt. Es gibt davon unterschiedlich viele, sie reduzieren eine Art von Magieleiste und sind klasse animiert. Eine andere Auffälligkeit sind die Zufallsbegegnungen, während wir über das Schulgelände streifen. Hier tritt nicht die ganze Mannschaft an, sondern jegliche eine Auswahl von vier Spielern auf einem kleinen Bolzplatz. Meist geht es dann darum, das erste Tor zu schießen oder der anderen Mannschaft den Ball abzuluchsen. Diese Spiele sind deutlich kürzer und ein Unentschieden wird gerechnet wie eine Niederlage, die wiederum zum Verlust von Elan- und Teampunkten führt. Beide brauchen wir jedoch, um die Mannschaft zu regenerieren beziehungsweise das Teamlevel zu steigern.

Obwohl die Steuerung über das Fußballfeld manchmal etwas holprig ist und man sich nicht immer sicher sein kann, wo sich jetzt eigentlich die anderen Spieler befinden, fummelt man sich irgendwann rein. Und an dieser Stelle packt's einen auch, das Fußball-Rollenspiel. Dann, wenn wir das Gefühl haben, genau zu wissen, welche Art von Spieler wir noch für die perfekte Mannschaft brauchen, dann hat es uns in seinen Bann gezogen. Klar, Inazuma Eleven ist eigentlich für ein jüngeres Publikum gedacht - aber Pokémon war eigentlich auch nur für Kinder gemacht... Nur einen Wunsch habe ich, liebes Level 5-Team, wollt ihr euch nicht auch einmal an Mario Tennis oder Mario Golf versuchen? Nichts gegen Nintendos Spiele, aber Sport- und Rollenspiel kriegt ihr irgendwie besser hin.

Inazuma Eleven
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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
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Komplett synchronisiert, langer Dauerspaß
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nicht die originale Handlung von Serie und Buch, Fußball-Steuerung etwas chaotisch
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