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Kritiken
Everspace

Everspace

Rockfish hat einen Weltraum-Shooter-Roguelike erschaffen und das Resultat ist beeindruckend.

Roguelike-Mechaniken übernehmen die Galaxis, danach sieht es momentan jedenfalls aus. Everspace ist das neueste Mitglied in einer langen Reihe von Spielen, die sich von den archaischen Dungeon-Crawlern früherer Zeiten inspirieren haben lassen. Aber auch wenn Rockfish einiges aus dem Genre adaptiert hat, wurde viel unternommen, um es frisch wirken zu lassen. Statt ASCII-Grafiken bekommen wir nun 3D-Asteroiden und der Permadeath weicht einem weichen Fortschrittsystem, in dem wir bei jedem Tod Credits erhalten, um unserer Schiff im nächsten Spielverlauf aufzuwerten - nur ein ganz kleines bisschen natürlich - bevor wir den nächsten Run starten.

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Rockfish hat die beliebten Mechaniken des Genres genutzt, um etwas Frisches und Packendes zu kreieren.

Es gibt eine Geschichte mit der die Entwickler versuchen, die wiederholten Versuche logisch zu erklären: Der Spieler wird im Körper seines Klons wiedergeboren. Bei unserem Abenteuer werden wir von einer Roboterstimme begleitet, die über verschiedene Dinge, auf die wir stoßen, mit uns spricht, bevor wir irgendwann tot im Vakuum schweben und die Action wieder von vorne beginnt. Und was sollen wir groß sagen; es funktioniert großartig. Rockfish hat ein Setup erschaffen, das so kohärent ausfällt, wie bei all den anderen wichtigen Vertretern des Genres.

Ich habe auf dem normalem Schwierigkeitsgrad gespielt („Die Art wie du sterben sollst", wie es die Entwickler eloquent nennen) und ich kann euch nur sagen, auf „einfach" habe ich einfach mehr Spaß gehabt. Normalerweise bin ich nicht so drauf, vor allem nicht bei Roguelikes, doch das etwas gnädigere Gameplay passt viel besser zu der ausgearbeiteten Story, die Everspace jetzt hat, da es endlich aus dem Early Access getreten ist. So habe ich mehr von dem Spiel zu sehen bekommen, denn manchmal ist es echt eine Schande, durch ungünstiges Timing zu sterben und dann wieder von vorne zu beginnen.

Einen großen Teil unserer Zeit verbringen wir mit Dogfights gegen andere Raumjäger und das hat Rockfish gut hinbekommen. Diese kleinen Gefechte sind Arcade-lastiger geworden als etwa in Elite: Dangerous und man kann dank der intuitiven Steuerung schnell loslegen und Spaß haben. Jedes Raumschiff steht eine limitierte Auswahl an Waffen und taktischen Systemen zur Verfügung, der bedachte Einsatz der Waffen kann jedoch die meisten Feinde direkt ausschalten. Energiewaffen sind gut gegen Schilde und einige dieser Salven klopfen den Gegner weich und lassen seine Verteidigung offen für Angriffe mit Projektilen. Wer taktisch vorgeht, zerstört schnell den Rumpf eines Feindes. Die Kämpfe werden schnell sehr intensiv, wenn überall Dinge explodieren und Schüsse an uns vorbei pfeifen. Manchmal ist einfach zu viel los und die Framerate bricht spürbar ein, aber es bleibt stets spielbar.

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er den Weltraum plündert, legt sicher häufiger eine Pause ein, um die tolle Aussicht zu genießen.

Durch Erkundung oder durch erledigte Gegner schalten wir Verbesserungen frei, wir sollten also jedes Gebiet sehr genau unter die Lupe nehmen. Auf dem normalen oder hohen Schwierigkeitsgrad benötigt unser Shuttle Vorräte, um weiterzukommen. Die notwendige Ausrüstung müssen wir akribisch in jedem System durch den Abbau von Ressourcen oder dem Durchsuchen von Weltraumschrott sammeln. Jeder Sektor besteht aus mehreren Systemen und der Spieler hat eine beschränkte Auswahl an Möglichkeiten. Jedes Areal hat ein Warp-Tor, das uns in das nächste Gebiet führt, wo neue und noch herausforderndere Gegner warten.

Wer Schaden genommen hat, kann sein Schiff mit den richtigen Ressourcen reparieren, doch manchmal sind die Systeme zu beschädigt oder die Materialien tauchen einfach zu spärlich auf, was dann eben sehr frustrierend ist. Plündern hilft auf kurze Sicht, aber häufig reicht auch das nicht aus, um den steten und wachsenden Bedarf zu decken. Systemverbesserungen und Reparaturarbeiten sind einfach auszuführen, in einigen Fällen gestaltete sich das für meinen Geschmack jedoch etwas zu hakelig.

Das nächste Schiffsfortschrittssystem ist ähnlich kompliziert geraten, doch nach jedem gescheiterten Versuch verbessert sich unser Raumgleiter langsam. Ein schöner Zusatz, der den Spielern Gelegenheit für Planspiele zwischen den Spieldurchläufen gibt. Die Möglichkeiten sein Schiff zu verbessern sind umfangreich und für alle, die sich lange mit dem Spiel beschäftigen wollen, sind sie ein guter Grund später noch einmal in Everspace zurückzukehren.

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Wenn wir sterben wird der Spieler im Körper seines Klons wiedergeboren - das ist ein nettes und schnell greifendes Konzept.

Kritikpunkte gibt es nur wenige, aber ein bisschen mehr Abwechslung wäre schön gewesen. Manche der Weltraumaussichten sind großartig, aber gerade in den ersten Sektoren wäre ein größerer Variantenreichtum motivierender. Das gilt im Übrigen auch generell für die verschiedenen Missionen und Aufgaben. Versteht das bitte nur als kleinen Kritikpunkt, denn ich habe die Freiheiten genossen, mit denen wir die größeren Gebiete durchstreifen. Wer den Weltraum plündert, legt sicher häufiger eine Pause ein, um die tolle Aussicht zu genießen. Der Soundtrack ist ebenfalls sehr solide und hat ein paar Gitarren-Tracks, die gut zu dem Sci-Fi-Stil passen. Mich erinnert das Spiel deshalb auch ein bisschen an einen meiner persönlichen Favoriten: Galak-Z und A-Tak (auch wenn dieser Vergleich mich daran erinnert, dass Everspace nicht die gleiche Persönlichkeit hat, wie 17-Bits Weltraum Roguelike).

Everspace ist fordernd und dafür gemacht, immer wieder gespielt zu werden. VR-Fans dürfen sich über eine PC-Version freuen, die VR-Headsets unterstützt (habe ich leider aber nicht selbst ausprobiert). Die Kämpfe sind gut, die Action schnell und wild und erfordern manchmal auch ein wenig Planung. Der Titel hat im Gegensatz zu anderen Roguelikes die Optionen, das Spielgeschehen zugänglicher zu gestalten. Rockfish hat die beliebten Mechaniken des Genres genutzt, um etwas Frisches und Packendes zu kreieren.

08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Gute Weltraumschlachten; anständige Präsentation; Viel Spieltiefe
-
Die eigene Unfähigkeit, spezielle Reparaturarbeiten durchzuführen kann frustrieren; Einige spürbare Frame-Drops
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