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Kritiken
Guardians of the Galaxy: The Telltale Series

Guardians of the Galaxy: The Telltale Series - Episode 1

Telltale hat die Lizent von Marvel auf ihre episodische Formel angewandet, doch passt diese auf die hervorragende Vorlage?

Guardians of the Galaxy passt großartig zu einem Telltale Spiel. Es gibt viele farbenfrohe Charaktere, ein Erlebnis vollgestopft mit Humor, Begeisterung und einen großartigen Soundtrack. Genau die richtigen Zutaten für ein tolles Episoden-Format und trotzdem fühlt sich die erste Folge ein wenig flach an. Nach all dem Gerede davon, wie unterschiedlich Telltale den Stoff der Vorlage angehen will, wirkt es nun doch eher so, als wäre Guardians of the Galaxy einfach in die bekannte Standard-Form des Entwicklers gepresst worden, ganz ohne viel Mühe oder Aufmerksamkeit.

Guardians of the Galaxy: The Telltale SeriesGuardians of the Galaxy: The Telltale Series
Optisch hat sich Telltale für einen Mix aus Realismus und ihrem üblichen stilisierten Look entschieden.

Nicht, dass man nicht auch etwas Gutes über die erste Episode „Tangled Up in Blue" berichten könnte, aber ich musste aus Frustration mal ein bisschen Dampf ablassen. Das Spiel bietet den typischen Mix aus Dialog und Quicktime-Events - die gute alte Telltale-Formel. In der ersten Episode darf man ein etwas größeres Gebiet erkunden und es gibt diese eine Szene, in der wir durch die Milano spazieren, mit unserer Crew reden und unsere Korrespondenzen checken. Wie bei den meisten Telltale-Games sind die Rätse nicht besonders schwer, aber immerhin kommen ein paar von Star-Lords Gadgets zum Einsatz. Auf der Milano erfahren wir mehr über die Figuren und ihre Hintergrundgeschichte und es kommt zu einigen hübschen Momenten, auch wenn die Dialoge etwas steif wirken.

Ich begebe mich ein wenig auf Spoiler-Gelände, wenn ich den Hintergrund der Story erkläre. Das Spiel beginnt als unsere Helden Thanos zu einem Kree-Tempel verfolgen. Da die Truppe wieder einmal völlig kopflos in das Abenteuer startet, geschieht Thanos ziemlich schnell etwas Bedeutendes und das hinterlässt ein Vakuum in der Truppe. Eigentlich hat sich die Gruppe ja zusammengetan, um den Titan zu besiegen, doch wie sich heraus, ist das Artefakt, hinter dem Thanos her war, der Kern der Geschichte. Durch das Artefakt hat Peter Visionen von seiner Mutter, aber in typischer Guardians of the Galaxy-Manier wird es ihnen natürlich wieder abgenommen.

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Das alles ist ein interessanter Anfang, doch insgesamt ist der Spannungsbogen der ersten Episode ein wenig flach. Ich hoffe, dass die getroffenen Entscheidungen in späteren Episoden eine Rolle spielen werden. Es wird interessant zu sehen, wie unsere Entscheidungen sich auf die Beziehungen zu den Guardians auswirken. Es ist schwer zu sagen, wie viel Freiheiten uns Telltale einräumt, aber hierbei ein bisschen die Grenzen auszuloten könnte spannend werden.

Guardians of the Galaxy: The Telltale SeriesGuardians of the Galaxy: The Telltale Series
Episode 1: Tangled Up in Blue ist ein überraschend schwacher Start für die Reihe, aber ich bin trotzdem neugierig, wohin die Reise geht.

Optisch hat sich Telltale für einen Mix aus Realismus und ihrem üblichen stilisierten Look entschieden. Allerdings wirken einige Figuren detaillierter und realistischer als andere. Ich hatte das Gefühl, sie wären der Lizenz gerechter geworden wenn sie einen ähnlichen Stil wie bei Tales from the Borderlands eingesetzt hätten. So streift man völlig unnötig das „Uncanny Valley". Mich haben ganz besonders die merkwürdigen Bewegungen der Augenbrauen gestört und das wäre ganz sicher nicht passiert, wenn die Figuren weniger realistisch dargestellt worden wären. Ich habe auf der Playstation 4 gespielt und auch wenn es nicht zu den Performance-Probleme von Batman gekommen ist, gab es doch den ein oder anderen Einbruch der Framerate.

Der Soundtrack ist brillant, aber er muss auch über fünf mal zwei Stunden durchhalten. Ganz so gezielt auf den Punkt, wie in den Filmen wird ihn Telltale nicht einsetzen können. Aber die Musik sorgt für die richtige Guardians-Atmosphäre. Bei den Dialogen scheitert das Spiel erneut, die sind einfach nicht gut genug und manche der Optionen für Star-Lord passen einfach nicht zur Figur. Man muss schon über Rocket und Groot kichern können, um die Perlen unter den Dialogen zu finden, aber insgesamt trifft Telltale häufig nicht den Punkt, was natürlich besonders im Vergleich zu den Filmen auffällt.

Episode 1: Tangled Up in Blue ist ein überraschend schwacher Start für die Reihe, aber ich bin trotzdem neugierig, wohin die Reise geht und wie unsere Entscheidungen die Gruppendynamik beeinflussen. Wie weit können wir mit Gamora gehen? Die Serie ist noch kein hoffnungsloser Fall, aber Telltale muss noch eine ordentliche Schippe drauflegen, um der Vorlage gerecht zu werden.

Guardians of the Galaxy: The Telltale SeriesGuardians of the Galaxy: The Telltale SeriesGuardians of the Galaxy: The Telltale Series
Das Spiel bietet den typischen Mix aus Dialog und Quicktime-Events - die gute alte Telltale-Formel.
06 Gamereactor Deutschland
6 / 10
+
Phänomenale Charaktere, interessante Story-Prämisse, altbekannte Telltale-Formel, einige lustige Momente, Rocket und Groot sind klasse.
-
Schwacher Start der ersten Episode, Dialogsystem macht wenig Sinn, Eigenwilliger Kunststil, ein oder zwei technische Schwierigkeiten
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