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Kritiken
Beat Cop

Beat Cop

Die Strafverfolgung ist eine mühsame und nicht immer lohnende Angelegenheit, doch in Pixelform bekommt der Stress eine hübsche Note.

Beat Cop ist ganz genau, wie dieses anonyme und unglaublich stressige Flash-Game, das ich eine Zeitlang im Internet gezockt habe. Man spielt eine Sekretärin, einfach alles machen musste, E-Mails lesen und beantworten, den Drucker leeren oder einfach Kaffee kochen. All diese Dinge finden zur gleichen Zeit statt und alles nimmt uns Zeit weg, die wir eigentlich dafür benötigen, uns auf kommende Katastrophen vorzubereiten. Ich war von dem Tempo gestresst, aber immer sehr glücklich, wenn ich mit der Zeit mehr Aufgaben bewältigen konnte.

Beat CopBeat Cop
Jack Kelly wird des Mordes beschuldigt und muss nun in drei Wochen seine Weste reinwaschen.

Beat Cop wurde von Pixel Crow entwickelt, Publisher sind die 11 Bit Studios und es erinnert mich sehr an dieses Spiel. Es gibt immer verschiedenste Dinge, um die wir uns kümmern sollen und alle beeinflussen unsere Arbeitsleistung. Wenn man sich für eine Aufgabe entscheidet, scheitert man vielleicht währenddessen bei zwei anderen. Abhängig davon, wie man eine Aufgabe gelöst hat, passiert es schon einmal, dass wir vom Management gleich doppelt angemotzt werden, weil wichtigere Aufgaben nicht abgearbeitet wurden. Aber erst einmal ein paar Details darüber, worum es im dem Spiel genau geht.

Wir schlüpfen in die Rolle von Jack Kelly, einem ehemaligen Detective, der des Mordes beschuldigt wird und zu einfachem Streifendienst verdonnert wurde, während er auf sein Gerichtsverfahren wartet. In der Station werden wir nicht besonders freundlich begrüßt. Das Department wird von einem strengen und effizienzorientierten Sergeant geleitet, der uns genau einen Tag gibt, um ihn zu beeindrucken. Die müden und selbstsüchtigen Kollegen scheinen auch kein sonderliches Interesse an einem neuen Kollegen zu haben, deshalb verteilen sie lieber noch weitere Aufgaben an uns.

In dem Spiel laufen wir durch die Straßen, so trist das auch klingen mag. Mit Point&Click-Mechaniken schreiben wir Tickets für Falschparker aus, reden mit Leuten, die Hilfe brauchen, oder rennen zu einer nicht funktionstüchtigen Telefonzelle, um uns vom Boss anbrüllen zu lassen. Als würde das noch nicht reichen, müssen wir außerdem noch Juwelen finden, die bei dem Mord verschwunden sind, für den wir angeklagt wurden. Man hat genau drei Wochen Zeit, um seinen Namen reinzuwaschen, während wir für unsere Ex-Frau Geld verdienen müssen. 300 Dollar in drei Tagen sollen es sein, obwohl wir nur um die 50 Dollar verdienen. Glücklicherweise gibt es noch andere Möglichkeiten, an Geld zu kommen...

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Das Spiel setzt voraus, dass wir uns Zeit nehmen und ein bisschen ausprobieren.

Wir bekommen es mit drei „Fraktionen" zu tun. Da wäre die Polizei mit ihren Strafzetteln, die Treffen mit Kollegen und dem Ermitteln bei Straftaten. Dann gibt es die Bürger - hier bekommt man Punkte, wenn man den Menschen auf der Straße hilft. Ein kleines Mädchen wollte, dass ich ihr bei der Suche nach ihrer Katze helfe, aber ich bin leider gescheitert und schrieb währenddessen Tickets, um an Geld zu kommen. Am Ende des Tages wurde ich dafür gelobt, kassierte jedoch Minuspunkte bei den Bürgern, weil ich sie enttäuscht hatte.

Dann ist da der dritte Teil von Beat Cop. Das Thema kennt man aus der „Der Pate"-Reihe und endlos vielen anderen Filmen: Die Mafia. Dabei spielen Bestechungen und Aktivitäten in der Grauzone eine Rolle. Ich bekam in einer Pizzeria einen Tipp von einem Mafiosi, über ein verdächtiges Auto voller Drogen. Nachdem ich das Auto gefunden hatte, stand ich vor der Wahl das Päckchen bei der Mafia abzuliefern oder es zur Station zu bringen. Ich entschied mich für den ehrenhaften Weg, was zwar gut für meine Beziehungen im Revier war, mich aber bei der Mafia nicht besonders beliebt gemacht hat. Kurz nach meiner Schicht hörte ich in der Station, dass ich nicht genug Geld für meine Ex-Frau verdient hätte und wurde vom Chef gefeuert, der scheinbar ein naher Verwandter von ihr ist. Nach dem „Game Over" Bildschirm fangen wir wieder bei Tag Eins an.

Beat Cop stresst mich und trotz meinem Verlangen, jedem helfen zu wollen, muss ich Kompromisse machen und Prioritäten setzen. Alles ist von Bedeutung und beeinflusst sich wechselseitig, das ist so spannend daran. Eine ursprünglich vernünftige Entscheidung kann im totalen Desaster enden. In kleinen Portionen macht Beat Cop viel Spaß, vor allem wenn man wirklich wissen will, was passiert ist und bereit ist, einiges an Zeit zu investieren. Auch der Aspekt, immer wieder von vorne anzufangen, muss einem zusagen.

Das Spiel setzt voraus, dass wir uns Zeit nehmen und ein bisschen ausprobieren. Wenn man den Stress nicht verträgt, ist es einfach das falsche Spiel. Wer Balance mag, ein gefährliches Leben und sich gerne um Dutzende Dinge gleichzeitig kümmert, dürfte hier seinen Spaß haben. Das Pixel-Spiel stellt keine großen Anforderungen und sollte auch auf einem staubigen Amiga laufen. Die Pixel selbst sind so Achtziger Jahre-Retro und für einen Achtziger-Geek wie mich genau richtig. Musik und Sound sind okay und wenn man die Steuerung drauf hat (nur die linke Maustaste), kann es auch schon losgehen.

Für mich ist Beat Cop eher eine schwache 7. Lasst euch von der Präsentation des Spiels nicht in die Irre führen, unter der pixeligen Oberfläche lässt sich einiges finden und es ist tatsächlich ziemlich komplex. Schade, dass es nur für den PC erhältlich ist, denn das Spiel wäre sicher auch nett für unterwegs gewesen.

07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
Schöne Grafik, umfassende Herausforderung, intuitiv, gute Musik
-
Stressig; es ist kaum möglich, alles zu bewältigen; stellenweise frustrierend
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt