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Kritiken
Yooka-Laylee

Yooka-Laylee

Wenn ihr ein Fan von Banjoo und seinem Freund Kazooie seid, solltet ihr Yooka und Laylee treffen.

  • Text: Sam Bishop

Playtonic besteht aus sechs ehemaligen Rare-Entwicklern, die unter anderem für ihre Arbeiten an Banjo Kazooie auf dem N64 bekannt sind. Ihr neustes Spiel heißt Yooka-Laylee, das als Idee begann und 2015 dann zur Kickstarter-Kampagne wurde. Jetzt - zwei Jahre später - erscheint das Spiel endlich und ist der erwartete geistige Nachfolger von Banji Kazooie geworden.

Yooka-LayleeYooka-Laylee
Optisch ist das eines der schönsten 3D-Plattformer, die wir je gespielt haben.

Als kleine Erklärung vorab: Yooka ist eine Echse und Laylee eine Fledermaus, deren besonderes magisches Buch von Capital B (einer Biene) und Quack (aus irgendeinem Grund eine Ente) gestohlen wurde. Ihre Aufgabe ist es, in die Hivory-Türme einzudringen - das Hauptquartier von Capital B - und die Seiten (Pagies, das Gegenstück von Banjo Kazooies Jiggies) des Buches zu finden, bevor sie irgendwann das gesamte Werk zurückerhalten.

Die Optik ist die offensichtlichste Verbindung zwischen Yooka-Laylee und Banjo Kazooie. Während das N64-Spiel aus bunten, scharfen Polygonen bestand, ist Yooka-Laylee das hellere und hübschere Spiel und ganz sicher nicht minder bunt. Vom satten Grün der Tribalstack Tropics zu den glänzenden Oberflächen von Capital Cashino - alles von Yooka-Laylee sieht toll aus und ist mit detaillierten Figuren und Dingen bevölkert. Manchmal zeigen die feinen Details Pixel, aber das ist eher selten und soll nicht davon ablenken, dass Yooka-Laylee einer der hübschesten 3D-Plattformer ist, die ich je gespielt habe.

Im Spiel gilt es die fünf „Tomes" (fünf Welten, die freigeschaltet werden müssen) zu erkunden, dazu kommt noch das Start-Gebiet und die Hivory Tower-genannte Oberwelt. Diese Welten können vergrößert werden, in dem man Pagies ausgibt, um dann dort wieder neue Seiten finden zu können. Eigentlich ist das ein schönes Feature, da man so nicht sofort von dem Angebot überwältigt wird, sobald man ein neues Tome betritt. Man könnte die Tomes ein wenig leer finden, da es große Gebiete gibt, in denen nur wenige Gegner oder Quills lauern, andererseits man muss aber auch nie meilenweit marschieren, um von A nach B zu gelangen. Ich fand die Welten gerade groß genug, um unterhaltsam zu bleiben und klein genug, um nicht verloren zu gehen, während wir nach den Pagies suchen. Wer wirklich alles sammeln will, (geheimes Sammelzeug, wie die Ghostwriter, Arcade-Münzen oder die Quills) muss sich schon ein wenig länger umsehen.

Yooka-LayleeYooka-Laylee
Mit der Fähigkeit zu fliegen, wird das Yokaa-Laylee ein gutes Stück leichter. Ob das so beabsichtigt war?

In jeder dieser Welten gibt es Trowzer, eine Schlange, die uns Fähigkeiten gegen Quills verkauft. Einige dieser Talente bietet sie auch kostenlos an. Mit diesen Fertigkeiten können wir uns neuen Herausforderungen stellen und in andere Gebiete gelangen. Sie machen uns aber auch insgesamt das Leben leichter und sorgen durch regelmäßige, neue Elemente für frischen Wind in puncto Gameplay. Es gibt den Spielern einen Grund, noch einmal in bereits erkundete Gebiete zurückzukehren und sich dort nach bisher unzugänglichen Arealen umzuschauen. Zu diesen Fähigkeiten gehört etwa „Sonic Boom", mit denen wir Gegner betäuben oder Gegenstände zerschmettern. Yooka ist mit dem Talent in der Lage, Abhänge hinaufrollen und erhält eine Stampf-Attacke.

Eine merkwürdige Fähigkeit, die man in der zweiten Hälfte des Spiels erlangt ist das Fliegen. Also richtiges Fliegen, nicht einfach nur gleiten. Das ist schon ein wenig ungewöhnlich, weil damit Plattform-Abschnitte einfach überflogen werden können. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, aber es ist schon seltsam, weil das Spiel dadurch wesentlich einfacher wird. Der Powerbalken für die Fähigkeiten wird beim Fliegen nur sehr langsam kleiner, man kann also eigentlich überall hinfliegen. Insgesamt funktionieren die Fertigkeiten einwandfrei, das gilt auch für das Gameplay mit seiner klassischen 3D-Jump&Run-Formel. Es reagiert gut und flüssig und im Gegensatz zu Banjo-Kazooie, bei dem der Hochsprung sehr nervig war, kann man hier alles einfach und schnell ausführen.

Insgesamt würde ich das Spiel nicht unbedingt als leicht einstufen. Es ist offensichtlich familienfreundlich, denn viele Pagies sammeln wir quasi im Vorbeigehen ein, doch später braucht es echtes Können und Zeit, um eine Herausforderung zu meistern (nicht zuletzt der finale Boss und seine vielen Phasen). Man rennt nicht nur durch das Spiel, um Pagies einzusammeln, denn sie zu finden gehört mit zur Herausforderung.

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Die beiden Protagonisten sind toll inszeniert, aber auch andere Figuren treffen den Humor der Vorlage.

Dafür gibt es noch einen weiteren Grund - es gibt insgesamt 145 Pagies (25 in jedem Tome und 20 in der Oberwelt) und an der Tür für den Endgegner braucht man 100 von ihnen. Wer immer nur das nötige Minimum mitnimmt, muss am Ende auf einen ausgiebigen Grind durch alle Welten gehen (Ich hatte nach sechs Stunden nicht mal ansatzweise genügend Seiten gesammelt). Technisch lief Yooka-Laylee größtenteils einwandfrei. Manchmal reagierte die Welt für eine Millisekunde nicht oder der Ladebildschirm fing an zu stottern, aber das hatte eigentlich keinen großen Einfluss auf meinen Spielspaß.

Yooka-Laylee trifft wunderbar den richtigen Ton, den Charme und den Humor - eigentlich alles was Banjo-Kazooie so beliebt gemacht hat. Wie bei dem alten N64-Spiel besteht die Sprachausgabe aus Murmeln und Brummen und der Humor ist großartig. Playtonic versieht jedes Thema mit Seitenhieben und macht sich sogar über DLCs lustig. Das Schöne an dem Humor ist, dass er für Erwachsene und Kinder gleichermaßen funktioniert und nicht nur die großen Kleinen zufriedenstellt, die den geistigen Nachfolger von Banjo-Kazooie zocken wollen. Es gelingt dem Spiel, auch die Herzen neuer Fans zu erobern. Der trockene Humor von Laylee und der vernünftige Yooka passen schön zusammen und man trifft unterwegs auf viele interessante Figuren.

Der Sound erinnert wieder an Banjo-Kazooie, denn die Jingles gehen bei Yooka-Laylee genauso ins Ohr. Jede Welt hat ihren eigenen Sound mit Ohrwurmqualitäten, das kann aber auch ein bisschen nerven, wenn man zum Beispiel gerade in einer Welt festhängt. Selbst die Geräusche der Kamera beim rein und rauszoomen treffen den Nostalgienerv. Weniger schön ist das Fehlen eines Neustartknopfs bei bestimmten Aktivitäten. Bei den Kartos Minenloren-Herausforderungen kommt es zu einem Punkt, an dem ich mittlerweile schon weiß, dass ich nicht gut genug war, um weiterzukommen. Trotzdem musste ich in dem blöden Karren hocken und warten, dass ich sterbe. Ein schlichter Neustart wäre hier schon schön gewesen, besonders bei den schwierigeren Passagen.

Einige werden sich gefragt haben, ob Yooka-Laylee nur für jene taugt, die sich zum Höhepunkt der 3D-Plattformer vor 20 Jahren zurückversetzt fühlen wollen, aber das Spiel ist so viel mehr als das. Es ist gut gemacht und erinnert ohne Frage in vielen Dingen an Banjo-Kazooie, aber als Gesamtpaket wird es Jung und Alt gefallen - unabhängig davon, ob man schon Erfahrung mit 3D-Jump&Runs hat oder nicht. Es gibt viel zu tun, viel zu finden und viel zu lachen. All das wird verpackt in einem gutgemachten Abenteuer.

Yooka-LayleeYooka-Laylee
Wer alle Tomes sammeln will, hat gut zu tun und muss bereits bereiste Gebiete erneut aufsuchen.
08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Visuell poliert und bunt; großartige Charaktere; toller Humor; geschmeidiges und responsives Gameplay; viel Beschäftigungs-Möglichkeiten
-
Einige pixelige Details; Gameplay stottert gelegentlich; Leichte Fehler beim Ladebildschirm; keine Möglichkeiten Herausforderungen neu zu starten.
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