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Kritiken
VR Ping Pong

VR Ping Pong

VR-Experte Kalle hat sich das PSVR-Headset aufgesetzt und die Tischtenniskelle in die Hand genommen - und wurde schwer ernüchtert.

Tischtennis ist eine klassische Disziplin für Spiele mit Bewegungssteuerung und ist damit für VR quasi prädestiniert. Das kleine Bewegungsfeld am Ende der Platte ist nicht nur ideal für kleine Roomscale-Setups, sondern funktioniert sogar im engen Erfassungsbereich von PSVR. Nun gibt es also das erste Game, was sich dies zu nutze macht, für die drei "großen" VR-Systeme.

Wer allerdings beim Thema digitales Tischtennis an Rockstar Games präsentiert Tischtennis mit seinen fast fotorealistischen Spielern und Umgebungen denkt, wird nach dem Start von VR Ping Pong erstmal einen Schock erleben. Das Indie-Game bedient sich eines rudimentären Voxel-Looks, der von seiner Grobheit schon in Richtung Minecraft geht. Natürlich kann Retro-Grafik sehr charmant sein, die geklont aussehenden Zuschauer mit ihren leeren Augenhöhlen und den blauen Haaren sowie absurden Animationen wirken jedoch eher gruselig bis abstoßend. Ebenso die zwei Schiedsrichter und der Gegenspieler, der offenbar aus Reihen der Zuschauer rekrutiert wurde.

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Dabei fällt leider unangenehm auf, wie lieblos der Gegenspieler animiert ist - wenn man dabei überhaupt von Animation sprechen möchte.

Doch trotz dieser extrem künstlichen Darstellungsweise überrascht sofort das Gefühl, sich durch die dreidimensionale Darstellung und das Headtracking an Ort und Stelle zu befinden. Auch die frei schwebende Tischtenniskelle, die sich realistisch mit Hilfe des Bewegungscontrollers in der Hand bewegen und drehen lässt, trägt zu dieser Immersion bei.

An Spielmodi finden wir zunächst einmal den Übungsmodus, ein Einzelspiel, ein Turnier sowie diverse Arcade-Herausforderungen. Da Übung den Meister macht, legen wir in diesem Modus los, in dem es einfach so lange man möchte mit zwei Aufschlägen pro Seite hin und her geht. Der Aufschlag lässt sich entweder mit einem Bewegungscontroller hochwerfen oder per Knopfdruck auslösen. Bei der Playstation VR kommt es mit zwei Move-Controllern dabei leider oft zu Glitching, wenn die beiden Controller bzw. die Hände sich überlagern. Mit einiger Übung gelingen die Aufschläge einigermaßen und es kommt zu ersten Ballwechseln.

Dabei fällt leider unangenehm auf, wie lieblos der Gegenspieler animiert ist - wenn man dabei überhaupt von Animation sprechen möchte. Das gruselige Pixelwesen schwebt einfach hin und her und der Schläger wird auf einem langen Stab starr nach vorne gefahren. Das nimmt dem Sport schon mal einen wesentlichen taktischen Aspekt, da man aus der Schlägerbewegung - von Körpersprache wollen wir hier gar nicht erst reden - nicht herauslesen kann, wo der Ball hinfliegen wird. Der Gipfel der grafischen Schlamperei ist dann, dass der Schläger manchmal durch den Gegner hindurch glitcht und verschwindet. Viel Qualitätskontrolle wurde da offensichtlich nicht gemacht.

VR Ping PongVR Ping Pong
Schade, dass die Ungenauigkeit von PSVR nicht durch künstliche Intelligenz abgefedert wurde

Und das gilt leider auch für das Gameplay an sich. Während am PC die Bewegungen der eigenen Tischtenniskelle einigermaßen gut umgesetzt werden, kämpft PSVR wie so oft mit der wesentlich ungenaueren Abfrage der Move-Controller. So werden Bälle oft ungewollt hart oder weich und bei schnelleren Bewegungen saust der Schläger sogar mal durch den Ball hindurch! So ist die Steuerung eigentlich der härteste Gegner und man hat schon Probleme, gegen die ganz einfachen KI-Gegner zu bestehen. Um im Turnier das zweite Match zu gewinnen, braucht man schon fast mehr Glück als Können.

Schade, dass die Ungenauigkeit von PSVR nicht durch künstliche Intelligenz abgefedert wurde - ein bisschen gutmütiger hätte die Platzierung der Bälle schon ausfallen können, zur Not als abschaltbare Zielhilfe. So wie es ist, ist das Gameplay höchst frustrierend und auch die Arcade-Modi, in denen man zum Beispiel auf Zielscheiben schießt, sind ziemlich sinnbefreit, weil kaum Spielfluss aufkommt. Dazu kamen in unseren Testrunden noch zwei richtig harte Abstürze, in denen das Spiel einfach hing - man konnte sich zwar noch umgucken, aber der Ball war weg. Da kann man leider nur sagen "VR Ping Pong - Zero Points", zumindest was das Preis-Leistungsverhältnis angeht.

03 Gamereactor Deutschland
3 / 10
+
Tischtennis ist eigentlich ein ideales VR-Thema, die Musik ist okay, mehrere Spielvarianten...
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...die alle wegen der schlechten Steuerung nicht gut spielbar sind, grauenhaftes Design, kein Multiplayer
overall score
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