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Kritiken
theHunter: Call of the Wild

theHunter: Call of the Wild

Expansive Worlds bietet den Männern unter uns eine Jagd-Simulation, die selbst aus dem größten Lauch einen bärtigen Holzhacker machen.

Seit dem Zeitpunkt, als ich meinen Bauernhof in Landwirtschaftssimulator 17 zum Selbstläufer gemacht habe, hält mich mein Textchef für den perfekten Kandidaten, wenn es um das Testen von merkwürdigen Simulationen geht. Das Prospekt von theHunter: Call of the Wild verspricht frische Luft, Einsamkeit und jede nur erdenkliche Kreatur des Waldes. Nachdem ich die Trennungsangst von meinem Trecker überwunden hatte, machte ich mich auf den Weg in das Jagd-Reservat „Layton Lake District", wo mich der Spielmeister begrüßt. Er erklärt mir, wie das hier alles läuft und lässt mich sogleich Ratten und Rehe jagen.

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theHunter: Call of the Wild ist eine eigenartige Erfahrung, wie so ein Spaziergang.

theHunter: Call of the Wild ist, wie sein hübscher Namen bereits verrät, ein Simulator der uns in die Schuhe eines Jägers steckt. Unsere Aufgabe ist es, alle möglichen Tierarten aufzuspüren und zu erlegen. Dabei stapfen wir durch einen relativ offenen Wald und jagen halt Tiere, bevor sie uns entdecken. Schlüssel zum Erfolg sind die drei Aspekte: Lärm, Geruch und Sichtbarkeit. Gegen unseren Geruch lässt sich nicht viel ausrichten, doch wenn wir uns hockend oder kriechend fortbewegen, hört und sieht uns Bambi hoffentlich nicht so leicht. Wenn wir auffliegen, war es das mit unserer Trophäe. Man sollte sich deshalb möglichst so anschleichen, dass der Wind günstig steht, aber es braucht einige Zeit, bis wir das wirklich beherrschen und verinnerlichen.

Meine Ego-Shooter-Erfahrung sagt mir, dass Kopfschüsse üblicherweise den sicheren Tod bedeuten, aber hier bedarf es vier Kopfschüsse, bis das Tier umfällt. Verwunden wir das Tier, müssen wir seiner Spur aus Fußstapfen und Blut folgen. So erkennt man in welche Richtung und mit welcher Geschwindigkeit unsere Beute flieht. Das gilt auch für die unterschiedlichen Geräusche, die anzeigen, ob vor uns gewarnt wird oder ob es sich um Brunftschreie handelt. All dies erfordert Geduld und starke Nerven. Mit jeder Mission (sie sind komplett freiwillig, geben aber ordentlich Erfahrungspunkte) lernen wir mehr über die Welt und wir werden für jedes erlegte Tier bezahlt. Das Geld und die Punkte geben wir später für neue Waffen, Munition und Ausrüstung aus und dann ist da auch noch der Fertigkeiten-Baum...

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Wer sich die Spuren genau ansieht, erhält einen Hinweis darauf, wo die Tiere hingegangen sind.

Die Umgebungen sind großartig. Die Apex-Engine fängt die Atmosphäre mit riesigen Szenerien toll ein und manchmal spaziert man wie bei einer echten Wanderung herum und genießt die Aussicht. Zusammen mit dem Sound sorgt das für eine fantastische Atmosphäre. Regentropfen, Wind und die knackenden Äste unter meinen Stiefeln - alles ist hervorragend gestaltet. Einziger Minuspunkt sind einige regungslos liegenbleibenden Tiere, die sich einfach nicht bewegen wollen.

Die Steuerung funktioniert wie erwartet und die Tasten sind klug belegt. Manchmal stört die Sensibilität der Ferngläser, aber das lässt sich zumindest ein bisschen anpassen. Im Stehen braucht es für die Ferngläser schon recht starke Armbewegungen, was sich sehr seltsam anfühlt.

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Der Hilfe-Bereich ist gewaltig und erschlägt uns schnell.

Die Kamera, die Optimierung und der generelle technische Hintergrund waren während meiner Spielzeit einwandfrei. Ich habe mit der höchsten Einstellung gespielt und die Framerate blieb die meiste Zeit bei konstanten 60 FPS. Die Kamera ist gut und bleibt, wie in den meisten Ego-Shootern, immer direkt vor dem Gesicht unseres anonymen Helden.

Das einschläfernde Tempo des Spiels dürfte nicht jedermanns Geschmack treffen. Es hängt davon ab, wie sehr man monotones Gameplay und lange Spaziergänge mag - entweder man hat großen Spaß daran oder man ist nach einer guten Stunde gelangweilt. Für mein Empfinden hat sich zu vieles wiederholt, um mich wirklich ins Spiel zu ziehen und das Spiel scheint ein wenig übereilt fertigstellt worden zu sein. Das merkt man auch an seinen irritierenden Bugs und Glitches. Trotzdem ist theHunter: Call of the Wild ein solides Spiel, dessen Unterhaltungswert hauptsächlich von der eigenen Attitüde abhängt. Ich setze mich jetzt aber wieder auf meinen Trecker...

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Die Karte wirkt nicht sonderlich groß, doch sie ist es!
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06 Gamereactor Deutschland
6 / 10
+
Fantastische Grafik, tolle Atmosphäre, solider Kampf
-
Repetitives Abenteuer, etliche Bugs und Glitches, unerbitterlicher Schwierigkeitsgrad
overall score
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