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Kritik

Batman: The Telltale Series - Staffel 1

Wir haben die gesamte erste Staffel von Batman: The Telltale Series gespielt - das abschließende Urteil dürfte den Dunklen Ritter nicht erfreuen...

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Die erste Staffel von Batman: The Telltale Series hat letzten Monat ihr Ende mit City of Light gefunden, dem letzten Kapitel der Saga. Auch wenn noch keine zweite Staffel bestätigt wurde, so kann man jetzt das Abenteuer von Anfang bis Ende erleben und sehen, ob die bekannte Magie von Telltale Games auch in der Welt des Dunklen Ritters wirkt. Nun, um es kurz zu machen: leider nur teilweise.

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Telltale konzentriert sich als Studio in erster Linie auf die Erzählung und hat nur wenig Interaktion in den Spielen. Selbst die Action-Sequenzen beschränken sich auf das Drücken des richtigen Knopfs zur richtigen Zeit - und dieses Batman-Spiel macht da keine Ausnahme. Also ist es etwas ganz anders als Batman: Arkham. Hier zählt "nur", welche Entscheidungen man als Batman oder Bruce Wayne trifft. Die klassische Telltale-Formel, angewandt auf einen Comic-Helden. Aber während manche darüber klagen, dass diese Formal langsam alt wird, ist es eher die technische Seite, die einem Sorgen bereiten muss.



Batman: The Telltale SeriesBatman: The Telltale Series
einem Batman-Spiel erwartet man natürlich auch Kämpfe, die hier aber alle als Quicktime-Events ausgetragen werden.

Telltale-Spiele werden für die unterschiedlichsten Plattformen entwickelt, das bedeutet, die Grafik-Engine muss so flexibel wie möglich sein - aber danach sieht es gar nicht aus. Ich vermute, Telltale muss den kleinsten gemeinsamen Nenner für alle Versionen finden, was wiederum bedeutet, dass Maschinen wie ein guter PC, PS4 und Xbox One nicht annähernd voll ausgereizt werden. Batman: The Telltale Series ist ein Spiel mit veralteter Grafik, die armselig optimiert wurde. Ich wurde Zeuge unfreiwilliger Zeitlupen-Einlagen, die man bei einem Spiel, das nicht das volle Potenzial der Hardware nutzt, nur schwer ertragen kann. Dazu wimmelt es noch so von unterschiedlichen und sehr ernsten Bugs. Figuren verschwinden während des Spiels und Abstürze zwingen zum Neustart.



Telltale war noch ein kleineres Studio, als sie The Walking Dead machten. Einem kleinen Studio mit kleinem Budget konnte man die Fehler und Bugs verzeihen, aber heutzutage ist es wesentlich schwieriger, ihnen so etwas zu nachzusehen - insbesondere die schlechte Optimierung nicht. Eine veraltete Engine ist eine Enttäuschung, aber das Stottern und Einfrieren und die ernsten Bugs - das ist einfach zu viel. Batman und die Spieler haben einfach mehr von einem Studio verdient, dem nichts als Liebe seitens der Fangemeinde widerfahren ist

.

Das war die technische Seite des Spiels - aber natürlich ist Geschichte der große Reiz der Telltale-Spiele. Der Plot ist üblicherweise hochwertig, die Figuren sind meistens interessant und zumindest manche Entscheidungen haben Konsequenzen. Das trifft auch auf Batman zu - zumindest teilweise. Insgesamt ist es eine großartige Story für Batman geworden, aber manche Momente sind verwirrend oder ziehen sich zu sehr hin. Und es gibt Dialoge, bei denen wirklich nur sehr wenig interessantes passiert.

Batman: The Telltale SeriesBatman: The Telltale Series
Insgesamt ist es eine großartige Story für Batman geworden, aber manche Momente sind verwirrend oder ziehen sich zu sehr hin.

Die Geschichte spielt in den frühen Jahren von Bruce Wayne als Batman und fängt damit an an, dass der beliebte Millionär die Kampagne von Harvey Dent finanziert. Harvey Dent ist noch nicht zu Two-Face geworden - etwas, das man in Batman: The Telltale Series auf sehr direkte Art erleben wird. Die meisten Charaktere, mit denen man interagiert, dürften den Batman-Fans wohlbekannt sein. Catwoman Selina Kyle, Vicki Vale, Falcone, Alfred, der Pinguin Oswald Cobblepot und Jim Gordon spielen die Hauptrollen. Es tauchen noch einige andere Figuren auf, aber darüber soll hier nicht mehr verraten werden.



Das größte Kompliment, das man Batman: The Telltale Series machen kann, ist der Mut des Studios, einige bekannte Elemente zu verändern. Für Batman-Fans wie mich, ist sowas natürlich problematisch. Mir gefällt der Mut und die Originalität, aber es ist auch fast schon blasphemisch, einige Dinge so zu verändern, wie es Telltale gemacht hat. Aber hier geht es eher um persönlichen Geschmacks und nicht um die Qualität des Plots. Manche Veränderungen wirken erzwungen, ergeben wenig Sinn und sind einfach viel zu bequem, als dass sie der großen Geschichte dienen würden.



Das Gameplay ist und bleibt das typische Telltale-Erlebnis. In erster Linie handelt es sich um Sequenzen der Geschichte, bei denen der Spieler interaktiv in die Dialoge eingreift und Entscheidungen treffen muss. Manchmal kommt es zu Point'n'Click-Einlagen, die sich mit der detektivischen Seite von Batman beschäftigen. Hier verbindet man Hinweise, bis man das richtige Muster erkannt hat. In einem Batman-Spiel erwartet man natürlich auch Kämpfe, die hier aber alle als Quicktime-Events ausgetragen werden, bei denen man den Instruktionen auf dem Bildschirm folgen muss.

 Batman: The Telltale Series hat seine interessanten Momente, es ist ein Spiel für Erwachsene (trotz des Comic-Stils) und hat den Mut, einige Dinge rund um Batman zu verändern. Insgesamt ist der Plot großartig, aber er leidet unter dem ungleichmäßigen Tempo, einigen erzwungenen Entscheidungen und ein paar verwirrenden Momenten. Dann wäre da noch der grauenhafte technische Aspekt des Spiels. Vielleicht ist es gerade noch ein Spiel für echte Batman-Fans, aber wer "nur" die Telltale-Spiele mag, sollte dies hier vielleicht besser auslassen.


Batman: The Telltale SeriesBatman: The Telltale Series
06 Gamereactor Deutschland
6 / 10
+
mutige Idee für eine Batman-Welt und die Figuren, einige brillante Fan-Momente, Rolle von Bruce Wayne
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schlimme Optimierung, alte Engine, konfuse und manchmal langweilige Erzählweise, Änderungen an der Welt nicht für jeden nachvollziehbar
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