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Kritiken
Killing Floor 2

Killing Floor 2

Wir nehmen die Zeds aufs Korn im brutalen Koop-Shooter von Tripwire Interactive, der so einige Grenzen neu definiert.


Tripwire Interactive hat den nahezu perfekten, auf Gegnerwellen basierten Shooter kreiert und es sind Unmengen an Details hinter dem versteckt, was auf den ersten Blick einen ziemlich gradlinigen Eindruck macht. Die Spieler tun sich in Killing Floor 2 in kleinen Gruppen zusammen und treten gegen Wellen von immer härter werdenden Gegnern an, schalten bessere Waffen frei und versuchen am Ende einen Boss in einer epischen Schlacht zu bezwingen, die genauso oft als Niederlage enden kann wie mit einem Sieg.

Das ist der grobe Kern des Spiels, aber es steckt noch mehr dahinter. Es fängt mit den detaillierten und zahlreichen Levels an. Sie sind alle riesig, mit viel Platz, um nach den Zeds zu suchen. Jede Welle enthält eine vorgegebene Anzahl an Feinden (das hängt von der Anzahl der Spieler ab) und nachdem der letzte Gegner gefallen ist, kann man an einem Pod seine Vorräte auffrischen und mit genug Kohle seine Waffen verbessern.

Killing Floor 2Killing Floor 2
Einfach gesagt: Killing Floor 2 bietet mit das befriedigendste Geballer, das man in einem Videospiel finden kann.

Die Karten sind toll, jede von ihnen ist atmosphärisch, voller interessanter kleiner Ideen. Und sie sind abwechslungsreich, führen uns an unterschiedliche Orte - von Versuchslaboren über verlassene Straßen und gruselige Höhlen in bedrohliche Wälder. Sie hätten gerne ein bisschen interaktiver ausfallen können, denn mehr als Türen öffnen und einige Fenster einschlagen passiert hier nicht - was aber auch kein großes Problem ist.

Auch ein bisschen mehr Geschichte wäre nett gewesen. Wenigstens ein paar Zwischensequenzen oder Comics zwischen den Matches - schließlich sind die Ladezeiten sowohl auf dem PC als auch der PS4 Pro recht lang. Die Figuren haben einfach nicht genug Substanz, damit man sich ernsthaft für sie interessiert und etwas Hintergrundgeschichte wäre hier hilfreich gewesen. Immerhin gibt es so einige von ihnen und man kann sie dem eigenen Geschmack anpassen (mit dem Einsatz von echtem Geld hat man natürlich mehr Optionen).

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Jetzt, wo meine Hauptkritikpunkte aus dem Weg sind, komme ich mal zum großen Pluspunkt: den Kämpfen. Einfach gesagt: Killing Floor 2 bietet mit das befriedigendste Geballer, das man in einem Videospiel finden kann. Es gibt ein riesiges Arsenal an Waffen und fast jede davon macht richtig Laune. Alle unterscheiden sich und haben ihre Vor- und Nachteile - aber es wird nicht lange dauern, bis man seinen Favoriten gefunden hat. Alle paar Minuten kommt es zu einer brillanten Zeitlupensequenz, der Bildschirm verliert an Farbe und man kann in aller Ruhe zu Kopfschüssen anlegen.

Killing Floor 2Killing Floor 2
Die Kämpfe sind schnell und wild und bringen das Adrenalin in Wallung.

Die Zeitlupe ist nicht der einzige visuelle Trick, den Killing Floor 2 auf Lager hat. Es ist eines der blutigsten Spiele, die ich je gesehen habe und die blutigen Eingeweide sind über gesamte Match persistent. Die Level füllen sich mit dem roten Zeug, Blutspritzer sind überall und das hat sogar Einfluss auf die Beleuchtung gegen Ende des Spiels. Allerdings kommen nicht alle Nutzer in diesen Genuss, den Besitzer von AMD-Grafikkarten am PC gehen leer aus.

Die Kämpfe sind schnell und wild und bringen das Adrenalin in Wallung. Manchmal setzt die Panik ein, während Wellen von Gegnern auftauchen. In einer Ecke gefangen zu sein oder im Rückwärtsgang an der Umgebung hängen zu bleiben, ist die Hauptursache für den Tod. Ich hätte gerne eine Nahkampfattacke gehabt, mit der man die Zeds kurz aus dem Weg stoßen kann, um zu fliehen. Die meiste Zeit aber ist die einzige Option, eine Granate und die Hoffnung, dass sie einen nicht auch selbst mit in die Luft sprengt. Manchmal wird man überwältigt und getötet und steht für den Rest der Runde an der Seitenlinie und beobachtet sein Team (und noch schlimmer: Die verbesserte Knarre ist futsch!).

Es gibt eine ordentliche Auswahl an Feinden, auch wenn das Überraschungsmoment nach einer Weile nachlässt. In den ersten Runden trifft man auf Kanonenfutter wie Cysts, Clots, Stalker und Slasher. Auch wenn die Crawler nicht besonders hart sind, sie kriechen auf dem Boden herum und sorgen für unangenehme Überraschungen. Bloats sind langsam und kotzen Säure, die das Sichtfeld einschränkt. Gorefast sind stark und groß und schwingen Schwerter. Gegen Ende des Matches werden die Feinde immer heftiger. Sirens heulen nicht nur, sondern können auch die Wirkung von Granaten entschärfen. Husks schießen riesige Feuerbälle und Scrakes metzeln mit ihren Kettensägen. Am schlimmsten sind die Fleshpounds, die sind einfach nur übel, stürmen heran und saugen dabei unsere Kugel auf. Bei so vielen unterschiedlichen Gegnern müssen die Spieler auch unterschiedlichste Taktiken einsetzen, wenn sie den finalen Bosskampf erleben wollen. Momentan gibt es zwei dieser Supergegner: Hans Volter und The Patriarch.

Killing Floor 2Killing Floor 2
Killing Floor 2 ist wohl kein Spiel für alle: Man muss schon Fan von Koop-Shootern und/oder wellenbasierten Modi sein.

Das schlagende Herz von Killing Floor 2 ist Teamarbeit. Man kann natürlich auch den Solo-Modus spielen, eine gut ausbalancierte Herausforderung, aber das Spiel macht in einer gut funktionierenden Gruppe am meisten Spaß. Tripwire unterstützt das Koop-Spiel mit einer Vielzahl an Klassen, von denen jede ihre eigenen Perks besitzt, die in Intervallen freigeschaltet werden. Die Teams funktionieren besser, wenn sich die Fähigkeiten unterstützen und die Waffen im Tandem zusammenarbeiten. Die Klassen basieren auf den Waffen und der Ausrüstung, die sie mit sich tragen. Der Fortschritt braucht Zeit und je höher der eigne Level ist, desto höher muss auch der Schwierigkeitsgrad sein, um die benötigten XP zu verdienen (es gibt vier Schwierigkeitsstufen). Jede Klasse hat ein Level-Cap bei 25 und dorthin zu kommen, dauert einige Zeit. Manche Klassen sind besonders anfängerfreundlich, etwa der Commando, während andere erst ab Level 5 ihre ersten Unlocks erhalten.

Es gibt eine Handvoll Modi, um uns zu beschäftigen. Der wichtigste ist wohl Survival. Es gibt auch einen Versus-Modus, bei denen von Spielern gesteuerte Zeds dazukommen, aber der wird auf dem PC nur von wenigen Spielern gespielt, wobei der asymmetrische PvP auf der PS4 mehr Spieler hat. Insgesamt sieht das Spiel, dank der gut designten Gegner und dem brillanten Leveldesign großartig aus. Ob auf dem PC oder der PS4 Pro - es ist ein Fest für die Augen und Tripwire hat die Atmosphäre wirklich sehr schön eingefangen. Der Soundtrack ist mit seinen Metal-Riffs, den schmutzigen Beats und den Schreien der Feinde auch sehr ordentlich. Insgesamt ein stimmiges Erlebnis, auch wenn kein Gebiet besonders hervorsticht.

Killing Floor 2 ist wohl kein Spiel für alle: Man muss schon Fan von Koop-Shootern und/oder wellenbasierten Modi sein. Und es ist natürlich ein wenig limitiert, da es wenig mehr bietet als Schwärme von Gegnern und den ewigen Grind durch die Level. Das könnte man auch als Negativpunkt empfinden, aber es kommt ganz darauf an, wie man es betrachtet. Ich würde sagen: Killing Floor 2 ist ein fokussiertes und gut durchdachtes Spiel, das seine Stärken kennt und sich daran auch hält. Es kann vielleicht nur eine Sache, aber die macht es hervorragend. Und wer Lust auf Koop-Action hat, bekommt hier eine blutige Alternative zu dem Füllhorn an hochwertigen Shootern, die 2016 auf den Markt gekommen sind.

Killing Floor 2
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Killing Floor 2
08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Excellentes Spielgefühl bei den Kämpfen, gutes Gegner-Design, viel Abwechslung der Level, Spieltiefe, dicker Sound
-
kaum Story, wenig Interaktion in den Levels, nur zwei Endbosse, deplatzierte Mikrotransaktion
overall score
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