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KRITIK

SPIRIT CAMERA: DAS VERFLUCHTE TAGEBUCH

Wonderbook für die Playstation 3 soll innovativ sein? Nintendo bringt das Konzept ohne viel Tamtam auf den Nintendo 3DS. Und das nicht für die Jüngsten, sondern für ein eher erwachsenes Publikum. Bravo!

Virtuelle Welten sind faszinierend. Sie üben in jeder Form einen gewissen Reiz auf uns aus und sind schon lange keine Zukunftsmusik mehr. Die Verschmelzung von wirklicher und fiktiver Realität etwa gelang Sony mit Eyetoy im Massenmarkt. Und auch mobile Plattformen können das inzwischen umsetzen. Erstaunlich gut verwischen die Grenzen allerdings bei Spirit Camera: Das verfluchte Tagebuch. Es ist nicht mehr nur ein netter, kleiner Zusatz wie noch die dem Nintendo 3DS beigelegten Augmented Reality-Karten. Hier gelingt eine ganzheitliche Erfahrung.

In erster Linie liegt dies an der Umsetzung. Wir haben ein Tagebuch, das dem Spiel beiliegt. Und wir haben den Nintendo 3DS, der für die Zeit des Spielens zur Camera Obscura wird, zu jener besonderen Kamera der Project Zero-Reihe. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das die spirituelle Energie sichtbar macht. Es fühlt sich also schon glaubwürdig an, wie wir Seiten blättern und dabei die Kamera vom 3DS darauf richten. Und zu unser Überraschung passiert tatsächlich etwas auf unserem Bildschirm. Die Camera Obscura beziehungsweise der Handheld macht aus einfachem Papier etwas Interaktives. Wir sehen plötzlich Schrift, sich öffnende Türen und eben auch Geister.

Die Geschichte von Spirit Camera: Das verfluchte Tagebuch ist eigenständig, aber passt sich die der Reihe ein. Wir stoßen auf das Tagebuch und darin auf das Mädchen Maya, das durch die Kamera sichtbar wird. Sie ist im Tagebuch gefangen und erzählt von einer gefährlichen Frau in Schwarz, die anderen die Gesichter zunäht, um sie für immer bei sich zu behalten. Gemeinsam versuchen wir nun, das Geheimnis zu lüften. Und wir sollten uns ran halten, denn wer einmal das Tagebuch betreten hat, kann ihm nicht mehr entkommen.

Spirit Camera: Das verfluchte TagebuchSpirit Camera: Das verfluchte Tagebuch
Mit Hilfe der 3DS-Kamera wird die Realität zur Spielumgebung und die Geister auf dem Bildschirm sichtbar.

Aufgebaut ist die Geschichte in kurzen Kapiteln, in denen sich Inhalt und Action abwechseln. Ein großer Teil ist mit Sprachausgabe versehen, was für die Atmosphäre sehr hilfreich ist. Will Maya mit uns sprechen, müssen wir sie zunächst im Raum suchen. Schnell zeigt sich, dass ein Drehstuhl eigentlich die perfekte Zusatzperipherie ist. Oder wir achten alternativ tunlichst darauf, dass um uns herum Platz ist, sonst liegen wir schnell am Boden.

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