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Kritik

Trackmania Turbo

Das Spaßrennspiel zum Selberbauen will nun auch die Konsolen erobern. Und es sieht ganz so aus, als ob dem Erfolg nichts im Weg steht.

Alles fängt so harmlos an. Der Arcade-Look, der einen sofort in glorreiche Dreamcast-Zeiten versetzt. Die bunten Fahrzeuge und die absurden Rennstrecken. Fröhlich blinkt einen der "Insert Coin"-Schriftzug an. Breakbot und Busy P. sorgen für Party-Sound und dann sieht man die sage und schreibe 200 Strecken der Kampagne. TrackVERDAMMTMANIA Turbo. Ich verstehe!

Nach dem anfänglichen Kulturschock starte ich die erste Strecke. Die Goldmedaille auf dem ersten Track bekommt man mit einer Zeit von 35 Sekunden, dass nimmt mir erst mal die Angst vor den 200 Rennstrecken und tatsächlich fährt man anfangs auf kleinen, technischen Streckenabschnitten im 30- bis 40-Sekundenbereich. Da bleibt dann aber auch kein Raum für Fehler - und in Trackmania Turbo kann selbst Geradeausfahren zur Herausforderung werden. Ideallinie ist hier nicht die Kür, sondern absolute Pflicht. Die Steuerung der Rennboliden ist unrealistisch, aber extrem präzise. Gas, Bremse, Lenken, das war es eigentlich schon. Kurz anbremsen startet die Drifts. Während der Sprünge lässt sich das Fahrzeug nicht steuern, die Sprungdistanz lässt sich allerdings mit dem Gaspedal etwas kontrollieren. Und man kann in der Luft bremsen.

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Canyons, Strände oder eine Art futuristische Superbowl-Arena sorgen nicht nur optisch für Abwechslung.

Wenn ihr das erste Mal eine buckelige Schotterpiste runterbrettert, an deren Ende eine kleine Rampe wartet, werdet ihr verstehen, was ich mit Geradeausfahren gemeint habe. Selbst kleinste Versuche, mit dem Analogstick in der Spur zu bleiben, können desaströse Abflüge zur Folge haben. Vor einem düst der Medaillen-Ghost, der zeigt, wie es theoretisch geht und der einen immer pusht. Nach einem Ausritt sind die Goldmedaillenchancen allerdings eh dahin. Mit einen Knopfdruck ist aber man sofort wieder am Start, ohne Ladezeiten. Die einzige Wartezeit ist das Runterzählen von Drei.

Willkommen bei der Internationalen Time Attack Formula. Zeit ist Gold. Jedes fünfte Rennen findet auf einem Rundkurs statt. Immer alleine mit dem gewählten Medaillen-Ghost und seinem eigenen. Die Rundkurse sind technisch ein bisschen einfacher, aber man hat da auch immer so seine Angst-Stellen. Außerdem ist es etwas völlig anderes, wenn man plötzlich drei Minuten oder länger am Stück fehlerlos abliefern muss. Jede der fünf Ligen besteht aus 40 Rennen. Nach jeweils zehn wird der Austragungsort gewechselt.

Canyons, Strände oder eine Art futuristische Superbowl-Arena sorgen nicht nur optisch für Abwechslung. Manche Tracks sind Höchstgeschwindigkeitsrennen mit vielen Drifts, andere gleichen einem Stunt-Parkour mit Sprüngen, Wallrides und Loopings. Straßenrennen, Offroad-Rallys - das alles sind ganz eigene Herausforderungen. Dazu Gimmicks wie Streckenstücke, auf denen einem plötzlich der Motor abgeschaltet wird. Wer da schlecht aus der letzten Kurve gedriftet ist, darf seine Karre dann zum nächsten Checkpoint schieben.

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Natürlich will man aber nicht nur Gold abkassieren, sondern auch seine Buddys mit Bestzeiten deklassieren.

Gefahren wird aus einer Ansicht hinter dem Auto, bei Loopings oder ähnlichem wird automatisch zu einer Art Egoperspektivenstoßstangenkamera gewechselt. Man darf aber als Adrenalinjunkie optional auch die gesamte Strecke so fahren. Anfangs wollte ich noch alles richtig machen und bin immer nur mit Goldwertung zum nächsten Track gewechselt. Irgendwann reicht einem dann auch schon Silber und schnell ist man froh, wenn man überhaupt noch mit einer Medaille im Ziel ankommt. So ab dem 100. Track geht das alles schon eher in Richtung Trials HD.

Natürlich will man aber nicht nur Gold abkassieren, sondern auch seine Buddys mit Bestzeiten deklassieren. Nach Gold kommt übrigens noch Grün, die Bestzeit vom Erfinder der Rennstrecke. Man kann die Welt auf den Tracks der Kampagne oder Strecken herausfordern, die man im beeindruckenden Trackbuilder selbst erstellt hat. Wem das zu kompliziert oder zu öde ist, der kann sich zufällige Strecken automatisch generieren lassen. Die sind auch eine gute Möglichkeit, die Online-Rennen fair zu gestalten, weil dann niemand mit dem Vorteil der Streckenkenntnis aufs Gaspedal treten kann.

Die Onlineplaylists können mit allerhand Optionen angepasst werden. 500 Runden? Kein Problem! Oder man bekommt einfach eine bestimmte Zeit vorgegeben, in der man sich an Bestzeiten versuchen darf. Kein unfaires Rammen, alle fahren als Ghosts - es gibt keine Kollisionsabfrage. Die schlechten Verlierer, die in Onlinerennen so oft als Geisterfahrer versuchen, der Bedeutungslosigkeit zu entrinnen, können im Gegenverkehr also gerne versauern.

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Trackmania Turbo ist ein echtes Monster von einem Videospiel.

Der lokale Multiplayer ist mit Split-Screen, Hotseat und Double Driver - um nur einige zu nennen - der Party-Modus von Trackmania, der auch genügend Möglichkeiten für gesellige Zockrunden bietet. Das gilt sogar, wenn man nur einen Controller zur Verfügung hat. Für Double Driver braucht man allerdings zwei Pads - der Modus ist eine Mischung aus Bobfahren und Synchronschwimmen. Jeder Spieler steuert den Rennwagen nur zu fünfzig Prozent - da muss man sich schon blind verstehen. Wahnsinnige können übrigens die komplette Kampagne so absolvieren.

Trackmania Turbo ist ein echtes Monster von einem Videospiel. Nicht nur wegen des eigentlich nie enden wollenden Contents. Die Rennen auf den fordernden und wirklich sehr abwechslungsreichen Tracks - immer auf die Medaillen oder die Bestzeiten der Kumpels schielend - machen sofort süchtig. Mehr Arcade-Racer geht eigentlich nicht. Natürlich verschwindet man hier ruckzuck im Retry-Nirwana, aber ich bin dabei dann doch erstaunlich gut gelaunt geblieben und ganz nebenbei fallen noch ein paar hübsche Neologismen ab. So in der Art wie: "Ich kanns nicht facken!"

Zu meckern gibt es quasi nichts. Ich hätte mir noch ein paar Möglichkeiten mehr gewünscht, die vier Flitzer (die übrigens bei jedem Rennen vorgegeben werden) nach meinem Gusto zu pimpen. Man schaltet mit Goldmedaillen neue Lackierungen, Decals und Rennnummern frei, aber etwas mehr Freiheit wäre schon hübsch gewesen. Und mir fehlt ein Online Grand Prix oder Cups, in denen man Punkte über mehrere Rennen mitnimmt, wie etwa im Split-Screen-Modus. Gerade weil man ja ellenlange Onlineplaylists zusammenbasteln kann. Trotzdem: unfassbares Spiel. Ich freu mich schon wahnsinnig darauf, meinen Online-Buddys in den nächsten Wochen die Hundertstelsekunden abzuringen.

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10 Gamereactor Deutschland
10 / 10
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wahnsinnig schnell und flüssig, quasi unendlicher Content, keine Wartezeiten beim Neustart, toller Editor und Zufallsgenerator, großartige Onlinefeatures, sehr umfangreicher lokaler Party-Modus
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fehlender Online Grand Prix, eingeschränkte Möglichkeiten beim Anpassen der Fahrzeuge
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