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Kritik

Superhot

Bullet-time. Big time. Der Styler-Shooter vom gleichnamigen Entwickler braucht nur wenig Farben, um einen ziemlich zu begeistern.

Nach dem ersten Prototypen von Superhot war schon klar, das wird was Großes und sehr eigenes. Die Zeit vergeht in diesem Shooter nur dann, wenn man sich bewegt. Wenn diese einfache Vorgabe mit einem futuristischen Shooter verbunden wird, transformiert es das Erlebnis völlig und verwandelt es auf so viele Arten in etwas Unvergessliches - ein unverwechselbares Action-Puzzle trifft es wohl am ehesten.

An Superhot kann man vieles mögen und alles dreht sich um die zentrale Spielmechanik, die Zeit zu dehnen. Während man sich bewegt, bewegt sich auch die Welt um einen herum und die Zeit vergeht in unserem Tempo. Schleiche langsam um die Ecken der weißen Spielwelt und die Kugeln pfeifen in Zeitlupe an dir vorbei. Aber bewegst du den Analogstick etwas zu heftig, gewinnen diese Kugel plötzlich extrem an Tempo - und dann steht meistens dein Name auf ihnen.

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Immer fühlt man sich sehr sehr mächtig - auch wenn man selbst bereits nach einem Treffer das Zeitliche segnet.

Ein Spiel mit tausend Bullet-Time-Momenten und du bist der Eine, der zwischen den Projektilen tanzt, nach Dingen greift und sie in Richtung der Feinde wirft, um sie zu stoppen. Man kann ihre eigenen Waffe gegen sie verwenden oder ihre Körper umwerfen, um sie auf dem Schlachtfeld auszumanövrieren. Immer fühlt man sich sehr sehr mächtig - auch wenn man selbst bereits nach einem Treffer das Zeitliche segnet.

Es gibt eine Geschichte, die neben den action-geladenen Levels existiert, aber ich bin kein großer Freund von diesem Teil des Spiels. Es ist doch sehr gewollt meta, nimmt Elemente von Matrix und vermischt sie mit ein paar Dingen aus Hotline Miami. Die vierte Wand existiert hier quasi nicht. Das führt dazu, dass die Geschichte häufig eher ablenkt. Und selbst dann, wenn man erkennt, worauf sie hinauswollen, will man einfach nur skippen und weiter zum nächsten Level.

Die Kampagne, inklusive der Storyfetzen, dauert nicht länger als ein paar Stunden. Ohne Frage gibt es ein paar Missionen, mit denen man sich länger beschäftigen muss, aber auch dann dauert ist nicht lange bis der Abspann rollt. Es gibt aber weitere Modi, die uns wieder ins Spiel ziehen. Im Endlos-Modus, mit vielen Gelegenheiten allerhand Zeug freizuschalten, kämpft man gegen Wellen von Feinden, bis es einen endgültig erwischt. Dazu kommen Herausforderungen mit Vorgaben, wie einige der Missionen gespielt werden sollen oder man nur mit einem Katana bewaffnet den Gegnern gegenüber treten muss.

SuperhotSuperhot
Das Game sieht spitze aus, ein schönes Beispiel dafür, dass weniger manchmal eben mehr ist.

Die zusätzlichen Modi sind ein schöner Zusatz, aber die Hauptmissionen sind die Stars der Show und es macht unglaublich viel Spaß herauszufinden, wie man weiterkommt. Es gibt einige großartige Momente. In einer Missionen muss man sich aus einem Fahrstuhl kämpfen, schnell die Gegner mit Schlägen entwaffnen, bevor man sich den nächsten vorknöpft, dabei so gut wie möglich den Kugeln ausweichen und nach den Waffen greifen, die durch die Luft wirbeln, um mit ihnen den Kampf zu beenden. Solche Sequenzen werden durch das Betrachten des Replays noch befriedigender. Dann läuft das Blutbad (es gibt aber eigentlich kein Blut) in Echtzeit ab. Es ist eine Schande, dass man zumindest während der Kampagne gezwungen wird, die Wiederholungen zu betrachten, während dauernd riesig die Worte "Super Hot" auf dem Bildschirm blinken.

Das Game sieht spitze aus, ein schönes Beispiel dafür, dass weniger manchmal eben mehr ist. Die Grafik ist schlicht, die Hintergründe weiß und Objekte, die geworfen werden können, sind schwarz. Die Knarren sind ebenfalls schwarz, die Gegner rot. Man kann ungefähr vorhersehen, von wo die Gegner kommen werden, denn ihre Spawnpunkte glühen rot. Besonders beeindruckend ist die Art, wie sie bei Treffern zersplittern. Dadurch wird auch die Brutalität reduziert, was dem Action-Puzzle gut steht. Das schlichte aber durchweg gelungene Design zeigt sich auch in kleinen Details, so etwa wenn das Fadenkreuz kurz anzeigt, wann man wieder feuern kann.

Wenn man die wenig beeindruckende Geschichte ignoriert, bleibt ein intensiver Hybrid aus Puzzle und Shooter, der Gespür und Mut belohnt. Das funktioniert am schönsten, wenn man es zum ersten Mal erlebt - der erste Durchgang ist eindeutig der spektakulärste. Die zusätzlichen Modi sind auch sehr schön und verlängern den Spielspass erheblich, selbst wenn die Wiederholungen von alten Missionen mit neuen Vorgaben und Endloswellen von zersplitternden Feinden nicht denselben Eindruck hinterlassen wie der erste Durchlauf. Ein paar kleinere technische Probleme verhindern, dass Superhot zum absoluten Indie-Klassiker wird, aber trotzdem ist es ein großartiger Genuss und eine innovative Bereicherung des Shooter-Genre.

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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
großartige Spielmechanik, befriedigendes und ausgereiftes Gameplay, minimalitischer Look
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zu kurz, mäßige Story
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