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Kritik

Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4

Naruto lädt zum letzten Akt. Es ist das würdige Finale einer der besten Anime-Umsetzungen in die Welt der Videospiele.

Saint Seiya, Dragon Ball Z, One Piece, Bleach und JoJo's Bizarre Adventure sind nur ein paar der japanischen Anime-Serien, die mit mehreren Videospielumsetzungen bedacht wurden - alle mit ganz unterschiedlichem Erfolg. Keines der Spiele kommt allerdings auch nur in die Nähe von dem, was CyberConnect2 mit der Ultimate Ninja Storm-Saga erreicht hat. Obwohl es in vielen Bereichen Fehler hatte, war Naruto: Ultimate Ninja Storm aus dem Jahr 2008 dennoch jedem anderem Spiel überlegen, das von Naruto oder einem Anime inspiriert war. Und es sagt viel aus, wenn es nun Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4 nach sechs Kapiteln noch immer gelingt - Generations und Revolution mit einbezogen - zu beeindrucken.

Das bedeutet nicht, dass das Spiel nahezu perfekt ist. Das ist es nicht. Das Kampfsystem ist zu simpel, die Abschnitte zum Erkunden können unglaublich langweilig sein und es gibt viele Inhalte, die wiederverwendet wurden. Wenige Serien haben sechs Spiele zustande gebracht, bei denen es zwischen dem ersten und dem letzten Teil so wenig Fortschritt gibt. Gerade weil es sich um das Debüt auf Playstation 4 und Xbox One handelt, ganz ohne eine Version für Playstation 3 und Xbox 360, hätte es deutlichere Änderungen und Verbesserungen geben sollen. Nachdem alle anderen Kapitel auch für die alten Konsolen zu haben sind, erscheint es unfair, dass diese neue Episode nur auf den neuen Plattformen und dem PC zu Hause ist. Das gilt insbesondere deswegen, weil das Spiel ansonsten keine besonders smarte Nutzung der besseren Hardware zeigt.

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Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4
Obwohl es keine Spiele für PS3 und Xbox 360 gibt, ist der technische Sprung auf PS4 und Xbox One ziemlich klein ausgefallen.

Das soll nun aber auch nicht falsch verstanden werden. Meiner Meinung nach ist Ultimate Ninja Storm weiterhin einer der besten Vertreter für das Anime-Genre. Trotzdem es so simpel ist, sorgt das Kampfsystem für Spaß. Und optisch übertrifft es zum Teil sogar das Spektakel der Anime-Serie. Die Reihe muss außerdem dafür gelobt werden, dass es das gesamte Naruto-Abenteuer so wirklichkeitsgetreu wiedergibt - von den Anfängen bis hin zur Shippuden-Ära.

Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4 wiederum beginnt dort, wo das letzte Spiel geendet ist - kurz vor dem letzten Akt des Vierten Ninjaweltkriegs. Das Abenteuer ist ein kurze Angelegenheit, aber es ist voll von intensiven Kämpfen und beinhaltet ein paar großartige, optische Momente. Für das Spiel hat sich CyberConnect2 dazu entschlossen, die Handlung und die Erkundung in zwei verschiedene Modi auszugliedern. Der Grund dafür ist wahrscheinlich auch, dass viele Ereignisse an denselben Orten stattfinden. Wir folgen nun also der Handlung in eigenen Episoden. Der Zusammenhang zur Serie wird in originalen Standbildern hergestellt - inklusive den Originalstimmen in Englisch und Japanisch.

Der Teil, in dem wir erkunden können, wurde im neuen Abenteuer-Modus umgesetzt. Er spielt nach den Ereignissen der Hauptgeschichte und wir werden sogar vor dem Spielstart gewarnt, diese besser erst abzuschließen, bevor wir uns ins neue Abenteuer stürzen. In dem Modus können wir viele bekannte Orte aus der Welt von Naruto besuchen, auch wenn wir das meiste davon schon in den letzten Spielen gesehen haben. Konoha, das geheime Blätterdorf, ist komplett in 3D nachempfunden. Leider sind noch immer Ladezeiten nötig, auch wenn diese nur kurz sind. Mit der neuen Generation von Konsolen sollte das aber eigentlich nicht mehr nötig sein.

Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4
Es gibt einen Story-Modus, der die Geschichte seit dem letzten Spiel fertig erzählt und einen separaten Abenteuer-Modus, in dem wir erkunden können.

Ein weiteres Beispiel ist das Dorf Sunagakure, aus dem Gaara stammt. Hierfür wurden vorgerenderte 2D-Umgebungen genutzt. Es sind zwei Beispiele für Städte, die eine komplett andere Struktur besitzen, weil sie auf recycelten Inhalten aus unterschiedlichen Spielen stammen. Im Abenteuer-Modus müssen wir langweilige Aufgaben erledigen und an ein paar Kämpfen teilnehmen, die allerdings in keinerlei interessantem Zusammenhang stehen. Der spannendste Aspekte ist vielleicht noch die Möglichkeit, ein paar Kämpfe aus der Vergangenheit erneut zu erleben, wobei Naruto, Sakura und Hinata ein paar der denkwürdigsten Momente der gesamten Serie wieder in Erinnerung rufen.

Neben den beiden Haupt-Modi können wir uns auch im Online-Modus probieren, sowie in mehreren Varianten vom Versus-Modus. Es gibt in etwa hundert Charaktere, die wir ausprobieren können, wobei einige nur unterschiedliche Varianten des gleichen Charakters sind. Natürlich gibt es auch Naruto in unterschiedlichen Ausführungen. Außerdem gibt es verschiedene Sammelobjekte, die wir in einem speziellen Laden freischalten und kaufen können. Das Geld dafür, müssen wir im Spiel verdienen.

Das Kampfsystem beinhaltet ein paar neue Features, auch wenn sie eher oberflächlich als bedeutend sind. Die größte Änderung ist die Möglichkeit, unseren Charakter während des Kampfes direkt zu wechseln. In früheren Spielen konnte man Teams mit drei Kämpfern bilden, aber nur einer war spielbar. Die beiden anderen hatten begrenzte Fähigkeiten und boten nur Unterstützung. In Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4 können wir nun Charaktere mit dem rechten Analogstick in Echtzeit wechseln. Außerdem gibt es zwischen den Charakteren ein paar coole neue Kombos und manche davon beinhalten sogar Spezialangriffe, die nur zwischen ganz bestimmten Charakteren möglich sind. Dazu gehört beispielsweise die Kombination von Sasuke und Naruto.

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Neben den beiden Haupt-Modi können wir uns auch im Online-Modus probieren, sowie in mehreren Varianten vom Versus-Modus.

Optisch gibt es ein paar Verbesserungen. Das Spiel ist definierte und die Angriffe profitieren von besseren Partikeleffekten. Man kann sogar die Rüstung zerstören, wenn wir dem Gegner beträchtlichen Schaden zufügen. Eine Rüstung kann in manchen Fällen auch nur ein Gürtel sein. Trotz der Verbesserungen sind sie nicht genug, um den Generationssprung und das gänzliche Fehlen von Versionen für Playstation 3 und Xbox 360 zu rechtfertigen. Allerdings gehört die Qualität der Grafik schon immer zu den großen Stärken der Reihe und das bleibt auch in diesem Fall so. Insbesondere im Story-Modus gibt es ein paar wirklich spektakuläre Szenen.

Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4 ist keine große Verbesserung zu den vorangegangenen Teilen. Die Serie hat sich seit dem Erstling noch nie wirklich weiterentwickelt. Und obwohl man zu den neuen Konsolen gewechselt ist, bleibt dies auch so. Wie schon in der Vergangenheit bleibt Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4 ein ziemlich mittelmäßiges Prügelspiel, aber eine fantastische Umsetzung des japanischen Anime. Es ist eine Erfahrung, die sich mehr an der visuellen Aufmachung orientiert als an tatsächlichen Spielmechaniken. Und das ist nicht unbedingt schlecht, denn schließlich handelt es sich in erster Linie um Adaption einer Anime-Serie. Wer die geschaut hat und die bisherigen Spiele mochte, für den wird es keinen Grund geben, warum dieses letzte Kapitel in der Sammlung fehlen sollte.

Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4
Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4
Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4
07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
eindrucksvolle Bandbreite von Charakteren, manchmal sogar noch spektakulärer als die Serie, beinhaltet englische und japanische Sprachausgabe
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einfaches Kampfsystem, Grafik wichtiger als Spielmechaniken, verwertet zum Teil alte Inhalte erneut
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