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Kritik

Resident Evil Zero HD Remaster

Erstmals ist Zero auch jenseits einer Nintendo-Konsole spielbar. Ob man das auch tun muss, steht auf einem anderen Blatt, findet Serienfan Ricardo.

Vor knapp einem Jahr veröffentlichte Capcom Resident Evil HD Remaster für alle aktuellen Konsolen und PC. Er war ein HD-Remaster eines Gamecube-Remakes des ursprünglichen Resident Evil. Aber es gab ein anderes Spiel, das von Grund auf neu entwickelt worden war für die Nintendo-Konsole. Ein Spiel, das tiefer in die Ursprünge der schrecklichen Umbrella Corp. und des berüchtigten T-Virus eintauchte. Dieses Spiel war Resident Evil Zero - und jetzt können wir es endlich ohne eine Nintendo-Konsole erleben als Resident Evil Zero HD Remaster.

Das Spiel ist ein Prequel zu der gesamten Serie, eine Chronik der Ereignisse, die nur wenige Stunden vor den in Resident Evil beschriebenen Ereignisse spielt. Zusätzlich zum Ausmalen einiger interessanter Erzählstränge war das Spiel der erste Versuch von Capcom für die Reihe, uns mit zwei Charakteren spielen zu lassen. Eine Formel, die der japanische Entwickler über die Jahre perfektionierte, wie wir zuletzt in Resident Evil: Revelations 2 bewundern durften. Wir spielen also als Rebecca Chambers, einer jungen STARS-Rekrutin, und als Billy Coen, der im Todestrakt saß und während des Zombie-Angriffs entkam. Trotz der beiden Charaktere gibt es übrigens keinen Koop-Modus.

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Resident Evil Zero HD RemasterResident Evil Zero HD Remaster
Es gibt weiterhin nur eine feste Kameraeinstellungen - eines der größten Probleme des Spiels.

Das Spiel beginnt an Bord eines Zuges - und wir werden einige Zeit in den diversen Wagen verbringen. Der Großteil des Abenteuer spielt aber an einem anderen Ort: einem als Labor getarnten Herrenhaus (zur Abwechslung...). In Bezug auf Mechanik und Konzept finden sich viele Ähnlichkeiten zwischen dem Original und Remake. Graphisch verwenden beide Games die gleiche Technik und Mischen vorgerenderte 2D-Szenarien mit 3D-Modellen der Charaktere. Dies bedeutet, dass es weiterhin nur eine feste Kameraeinstellungen gibt - eines der größten Probleme des Spiels.

Die starre Kamera verhindert allzu oft, dass man sieht, was auf einen zukommt. Die Situation ist besonders schlimm im anfänglichen Eisenbahn-Segment, für das wir auf engstem Raum verwinkelte Abteile ohne jede Übersicht erkunden müssen. Manch einer mag das alte Gameplay als Herausforderung begreifen. Wir können die Spielfiguren sogar mit dem originalen Controllerlayout spielen oder eben eine modernisierte Fassung verwenden. Ich mag die ursprüngliche Konfiguration, vor allem wegen der festen Kameraeinstellungen.

Resident Evil Zero ist durchzogen von der Remake-Formel, bietet aber seine eigenen Unterscheidungselemente. Das wichtigste ist die Doppelrolle und der Wechseln zwischen Rebecca und Billy. Wir dürfen jederzeit zwischen ihnen wechseln und werden vom Partner begleitet, der durch eine Künstliche Intelligenz gesteuert ist. Es gibt kein großes Repertoire von Befehlen, aber wir können den Partner veranlassen, stehen zu bleiben oder uns zu folgen. Es lässt sich zudem festlegen, wie beide mit den Gegenstände im Inventar in Wechselwirkung treten können. Rebecca und Billy haben unterschiedliche Fähigkeiten. Billy ist stärker und kann schwere Gegenstände wegdrücken, während Rebecca die Fähigkeit besitzt, Chemikalien und Pflanzen zu mischen.

Resident Evil Zero HD RemasterResident Evil Zero HD Remaster
Das Spiel wurde allerdings an das 16:9-Format angepasst, wodurch die Auflösung der vorgerenderten Hintergründe etwas verbessert wurde.

Der regelmäßige Besuch des eigenen Inventars ist eine Tradition der Resident Evil-Spiele, vor allem der Klassiker, aber es war nie langweiliger als in Resident Evil Zero. Trotz der beiden Charaktere geht einem schnell der Platz aus und man muss eine Menge Zeug in fast jedem Raum liegen lassen. Es gibt zudem keine Truhen, um Items zu lagern und sie später abzuholen. Einige Spieler werden den Wechsel schätzen, andere werden das ursprüngliche System der Truhen bevorzugen. Ich gehöre klar zur zweiten Kategorie.

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Was die Remastering-Arbeit betrifft, ist das Spiel identisch mit dem originalen Remake. Das Spiel wurde allerdings an das 16:9-Format angepasst, wodurch die Auflösung der vorgerenderten Hintergründe etwas verbessert wurde. Die Spielfiguren sind detaillierter, das alles zusätzlich zu dem oben genannten, neuen Steuerungsschema. Die neue Version beinhaltet auch Wechselklamotten für die beiden Charaktere und einen besonderen Bonus in Form des Wesker-Modus, der Billy gegen den Bösewicht Wesker ersetzt. Die Geschichte bleibt unverändert, aber Wesker hat spezifische Fähigkeiten, die das Gameplay etwas verändern.

Das Original-Remake war kein fehlerfreies Erlebnis, bleibt ein neuerlicher Besuch in diesem ursprünglichen Resident Evil nett. Es ist ein Spiel, das immer noch in der Lage ist, eine spannende Atmosphäre zu präsentieren. Das gilt leider nicht uneingeschlossen so für Resident Evil Zero HD Remaster. Während das Original von seinem wunderbaren Design profitierte, ist Zero in dieser Hinsicht viel schwächer. Der Zug ist ein Totalausfall und auch danach wird es nicht viel besser. Die Gameplay-Mechanik der zwei Spielfiguren mag dem Erlebnis etwas hinzufügen, aber kaum jemand ist so uninteressant wie es Rebecca und Billy sind. Wer ein großer Fan von Resident Evil ist und das Remake mochte, kann Zero erstmals jenseits einer Nintendo-Konsole erleben. Aber 19,99 Euro ist überteuert, vor allem, wenn ein Spiel derart veraltet ist. Kann man wirklich nur den größten Fans von Resident Evil empfehlen.

Resident Evil Zero HD RemasterResident Evil Zero HD RemasterResident Evil Zero HD Remaster
Resident Evil Zero HD RemasterResident Evil Zero HD Remaster
06 Gamereactor Deutschland
6 / 10
+
Ergänzungen zur Story, klassisches Resident Evil, Wesker-Modus
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veraltete Spielmechaniken, schlechteres Design als das originale Remake, zu teuer
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