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Kritik

Nuclear Throne

Nachdem es eine gefühlte Ewigkeit für Early Access erhältlich war, ist Vlambeer endlich so weit und nennt Nuclear Throne offiziell fertig.

Wir sind in den letzten Monaten immer mal wieder in das post-apokalyptischen Ödland von niederländischen Entwickler Vlambeer eingetaucht. Aber wie mit allen Spielen, die für Early Access veröffentlicht werden, ziehen wir es vor, auf die fertige Version zu warten, bevor wir uns richtig damit beschäftigen. Inzwischen ist das Spiel ordnungsgemäß erschienen und das nicht nur auf dem PC, sondern auch für Playstation 4 und Playstation Vita. Wir haben uns also ein paar Stunden ausgeklinkt und was wir in dieser Zeit erlebt haben, war ein herausfordernder farbenfroher, süchtig machender Rouge-artiger Shooter.

Am besten ist wahrscheinlich die Auswahl von Charakteren, die sich freigeschalten, wenn bestimmte Meilensteine erreicht werden. Jeder bringt seine eigenen Feinheiten und Fähigkeiten mit. Einige davon sind besser für gewisse Spielweisen geeignet als andere. Und um am Ende auch bis zu jenem Thron zu kommen, dem das Spiel seinen Namen zu verdanken hat, muss der ausgewählte Ödländer bis zu einem gewissen Grad gemeistert werden. Noch dazu müssen wir uns mit den verschiedenen System vertraut machen, die im Hintergrund ablaufen und sie ausnutzen, wo immer es möglich ist.

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Nuclear ThroneNuclear Throne
Jeder der vielen Mutanten, die wir nach und nach freischalten, bringt seine eigenen Feinheiten und Fähigkeiten mit.

Das hervorgebrachte Ensemble ist eine schrullige Bande von kleinen Mutanten und es macht Spaß, die Stärke jedes Einzelnen zu entdecken. Aber keine Angst, es dauert nicht lang ihre entsprechenden Schwächen zu entdecken. Und während wir uns durch die verschiedenen Level kämpfen, sammeln wir radioaktive Energie ein, die unsere Gegner fallen lassen. Dadurch schaffen wir einen Stufenaufstieg für unseren Charakter. Wenn wir genug haben, können wir eine neue Fähigkeit lernen. Und zwischen den einzelnen Leveln haben wir außerdem die Möglichkeit, eine neue Fertigkeit auszuwählen. Manche davon sind raffinierter als andere. Aber jede wird unsere Herangehensweise beeinflussen und und dazu bringen, anders zu spielen und neue Taktiken auszuprobieren.

Zu Beginn, als ich noch ein ziemlicher Anfänger war, empfand ich es als hilfreich, zunächst die Effektivität der Healthpacks zu erhöhen. Es folgte die Erhöhung der Rate, mit der sie erscheinen, und dann schließlich reduzierte ich die Gesundheit der Gegner, um sie einfacher töten zu können. Mit diesen drei Fertigkeiten kann man ziemlich gut vorpreschen, bis man schließlich den Elementen nachgibt. Allerdings erscheinen die verschiedenen Fertigkeiten zufällig. Es gibt also keine Garantie, dass die bevorzugte Option auch möglich ist. Es geht nur darum, das Beste aus dem zu machen, was einem zur Verfügung steht. Und dann gilt es die Stärken auszuspielen.

Nur wer wirklich das Beste aus dem macht, was einem gegeben wird, bringt es weit. Und es ist viel Können nötig, wenn man es bis zum Thron bringen will. Es geht mit einer simplen Pistole los, aber es gibt reichlich Gelegenheiten, Waffen aus einer der Kisten mitzunehmen, die es verstreut in der Welt gibt. Maschinenpistolen und derartiges fressen unsere Munition, mit einer Armbrust verschießen wir tödliche Bolzen, die Schrottflinte haut richtig rein, der Granatwerfer hat einen anständigen Wirkungsbereich. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten. Und es ist nicht ungewöhnlich, Waffen öfter auszutauschen, wenn wir auf unser Reise bessere Optionen finden.

Nuclear ThroneNuclear Throne
Die verschiedenen Fertigkeiten erscheinen nur zufällig. Es gibt also keine Garantie, dass die bevorzugte Option auch möglich ist.

Die Wahl des Mutanten hat auch Auswirkungen auf die einzelnen Entscheidungen. Durch das Freischalten bekommen wir noch einmal mehr Optionen, mit denen wir herumspielen können. Ich persönlich bin ein großer Freund der Möglichkeit, auch dies auf zufällig zu stellen und mit dem zu spielen, was mir vorgegeben wird. So bald man seinen bevorzugten Charakter gefunden hat und die Wunschwaffe in der Hand, wabern wir vorsichtig durch prozedural erstellte Level. Die immer wieder neu erstellten Level führen dazu, dass es eine Komfortzone gibt. Jedes Level erfordert totale Konzentration. Man weiß nie genau, wo es lang geht und selbst die kleinste Made könnte unser Gesundheit empfindlich schaden.

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Getreu dem Genre der Rouge-artigen Spiele gibt es einen permanenten Tod für unseren Charakter. Und daher sortiert sich Nuclear Throne auf der harten Seite von brutal schwer ein. Meistens fühlt es sich aber trotzdem sehr fair an. Nur sehr selten sind die Chancen so schlecht um uns bestellt, dass wir im Grunde keine Chance haben. Weil sich jeder Durchlauf aber dank der prozeduralen Generierung frisch anfühlt, wäre es hart, aus diesem kleinen Schönheitsfehler eine ernsthafte Kritik zu formulieren.

Vlambeer hat es wieder einmal geschafft. Das Studio übertrifft sich selbst beim Erschaffen von brillanten, immer wieder spielbaren Arcade-Herausforderungen. Und das hier ist ohne Frage die bis dato beste Arbeit. Die pixelartige Optik ist schick und detailliert. Die akustische Untermalung ist großartig . Und die Steuerung ist einfach perfekt. Wer das Genre der Rouge-artige Titel mag, wurde in den letzten zwölf Monaten mit fantastischen Spielen versorgt. Herausragend waren Downwell und Galak-Z in diesem Jahr. Nun kann man auch Nuclear Throne dazuzählen.

Nuclear Throne
Nuclear Throne
09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
+
wunderschöne Optik, großartige Spielbalance, gute Levelerstellung, exzellenter Sound
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ab und zu ist es ein wenig zu schwer
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