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Kritik

Tales of Zestiria

Die beliebte Rollenspielreihe feiert ihr Debüt auf der PS4 mit einem bemerkenswerten Titel, der sich auf die Kernkompetenzen konzentriert.

Obwohl wir im letzten Jahr gleich zwei Rollenspiele aus der Reihe bekommen haben, nämlich Tales of Xillia 2 und Tales of Hearts R, mussten wir über zwei Jahre warten und haben dann zunächst die Version für die Playstation 3 serviert bekommen. Es war ein langer Entwicklungsprozess, in dem das Team versucht hat, den Wurzeln der Reihe treu zu bleiben und dabei trotzdem im Bezug auf die wichtigsten Punkte innovativ zu sein, um den Schritt nach vorn zu rechtfertigen.

Tales of Zestiria scheint das Ziel tatsächlich erreicht zu haben. Dies ist ohne Zweifel ein typischer Tales of-Titel. Es gibt viele, viele Stunden Spielzeit zusammen mit Charakteren, die im Verlauf des Spiels wirklich wachsen. Wie auch in vorangegangenen Spielen durchleben der Hauptcharakter und seine Begleiter ein paar drastische Veränderungen, in Abhängigkeit der Ereignisse, denen sie sich entgegenstellen. Dies gilt besonders für unseren Helden Sorey. Dessen Entwicklung gestaltet sich so, dass er anfangs weit davon entfernt ist, der große Held zu sein, zu dem er später wird. Die Veränderung ist so deutlich wie etwa die von Luke in Tales of the Abyss. Allerdings ist die Handlung nicht so stark wie in den Vorgängern. Bricht man die Geschichte herunter, handelt es sich um eine religiöse Gruppierung und Konflikte zwischen verschiedenen Regionen.

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Tales of ZestiriaTales of Zestiria
Der vermutlich überzeugendste Teil der Geschichte ist das Konzept der Seraphim, einer Rassen, die nur ein paar wenige Auserwählte sehen können.

Der vermutlich überzeugendste Teil der Geschichte ist das Konzept der Seraphim, einer Rassen, die nur ein paar wenige Auserwählte sehen können. Allerdings sorgen die sonstigen Anforderungen an die Geschichte dafür, dass diese interessante Idee komplett überschattet wird. Ein paar ganz simple Situationen und Erklärungen werden am Ende dafür herangezogen, um die großartigen Spielmechaniken in den Mittelpunkt zu rücken. Es scheint wie eine verpasste Chance. Man hätte ein Risiko eingehen müssen, um mit der Handlung viel weiter gehen zu können. Doch selbst die Geschichte nicht gerade überwältigend ist, so funktioniert sie und die Charaktere sind charismatisch genug, um uns bis zum Ende bei Laune zu halten.

Das gilt vor allem deswegen, weil uns Tales of Zestiria mal wieder mit einem der unterhaltsamsten Kampfsysteme im Genre der Japano-Rollenspiele beglückt. Der Einstieg fühlt sich etwas überfrachtet an, weil es einen Haufen neuer Informationen gibt, die wir verarbeiten müssen. Aber die Spielmechaniken und die Endbosse werden uns jede einzelne Möglichkeit des Kampfsystems ausprobieren lassen, um die verschiedenen Kämpfe erfolgreich zu bestehen. Wir müssen in Echtzeit zahlreiche Kombos aneinanderreihen, um die Schwächen unser Gegner nutzen zu können. Dahinter verbirgt sich ein ausgefuchstes System, das sich angenehm anfühlt.

Dank des Dualitätssystems, das es uns erlaubt eine Verbindung zwischen Menschen und Seraphim einzugehen, um neue Kräfte und Fähigkeiten freizuschalten, bietet es vermutlich eines der unterhaltsamsten Kampfsysteme in der Serie. Es gibt viele mögliche Kombinationen und wir müssen jede Situation sehr genau analysieren, um unsere Ausrüstung bestmöglich anzupassen. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass dieses Fusionssystem vielleicht doch etwas zu sehr ein japanisches Konzept ist und es zu viel Glaubwürdigkeit von der Geschichte nimmt. Obwohl eigentlich gerade Tales of Zestiria so entwickelt wurde, dass es im Westen gut ankommt, bleibt es dahinter zurück, weil diese Ideen typischerweise aus japanischen Anime und Manga stammen.

Tales of ZestiriaTales of Zestiria
Eine weitere Stärke von Tales of Zestiria ist der Ansatz einer offenen Spielwelt.

Eine weitere Stärke von Tales of Zestiria ist der Ansatz einer offenen Spielwelt. Das ist womöglich das Bemerkenswerteste, denn es zeigt eine Rückkehr zu den ersten Spielen in der Reihe und den traditionellen Rollenspielen der 16-bit-Generation. In den letzten Spielen der Reihe haben wir uns oft in geschlossenen Räumen bewegt und mussten die Welt durch wirklich sehr unflexible Wege erkunden. Tales of Zestria geht nun wieder zurück zu großen Karten, die komplett ausgekundschaftet werden müssen, um herauszufinden, wo es als nächstes hingeht. Das Spiel nimmt uns nicht an der Hand und sagt uns, wo es lang geht, sondern wir müssen den Hinweisen folgen, die wir bekommen. Das ist eine sehr angenehme Idee, denn es verschafft Spiel ein neues Level von Relevanz und Komplexität, statt einfach nur stumpf einer Route zu folgen.

Auf der anderen Seite ist es aber auch wahr, dass die offene Welt viel leerer ist, als sie eigentlich sein wollte. Das Stück Land, dass darauf wartet, von uns erkundet zu werden, es ist da. Leider gibt es aber nicht viel zu entdecken. Es gibt ein paar Fähigkeiten, welche die Welt etwas aufpeppen, die von einem komplexen Gottheiten-System stammen, das jede Region bietet. Beispielsweise können wir dies nutzen, damit Schatztruhen wieder auftauchen. Aber es ist keine große Änderung, wenn es darum geht, die Welt etwas zu beleben.

Kurz gesagt, Tales of Zestiria ist der Serie würdig. Anhänger werden wissen, was sie erwartet und Neulinge werden schnell die grundlegenden Elemente der Tales of-Reihe kennenlernen und bekommen wirklich solide und unterhaltsame Spielmechaniken serviert. Die Serie hat ziemlich viele großartige Spiele hervorgebracht und die persönliche Präferenz hängt von vielen Faktoren ab. Dies ist aber sicherlich nicht der beste Titel in der Reihe, denn die Handlung ist etwas flach und die neue offene Welt ist zu leer. Aber wir bekommen die Qualität, die wir erwarten. Es ist ein lustiges, intensives und fesselndes Spiel. Und es ermutigt uns, es bis zum Ende zu spielen. Zusammen mit dem herausragenden Soundtrack und Sprachausgabe in Englisch und Japanisch ist Tales of Zestiria ein tolles neues Rollenspiel für Playstation 3 und PC, und das wahrscheinlich derzeit beste Japano-Rollenspiel für die PlayStation 4.

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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
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charismatische Charaktere, ein wirklich unterhaltsames Kampfsystem, ein vielversprechender Schritt nach vorn für die Serie
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Handlung nicht voll ausgearbeitet, offene Welt etwas leer, technisch ist auf allen drei Plattformen mehr drin
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