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Kritik

The Legend of Zelda: Tri Force Heroes

Das Koop-Abenteuer erzählt die wahrscheinlich absurdeste Geschichte und trotzdem wirkt es mit seinen Rätseln und Mechaniken sehr vertraut.

Der Einstieg in das jüngste Abenteuer von Link ist nicht etwa deswegen kurios, weil es den Helden in dreifacher Ausfertigung gibt. Das bringt uns so gar nicht aus dem Konzept, schließlich gab es in The Legend of Zelda: Four Swords gleich vier Versionen des Hyrulianers. Für das erste Staunen sorgt vielmehr die Geschichte von The Legend of Zelda: Tri Force Heroes. Wir befinden uns im Königreich Textilia, in dem Mode das wichtigste Thema überhaupt ist. Die böse Hexe aus Lumpenland hat nun aber der Prinzessin des Königreichs eine hässliche, verfluchte Tracht geschenkt, aus der sie nicht mehr herauskommt.

Das langweilige Sackleinen empfindet die junge Dame als so abscheulich, dass sie sich vor Scham in ihrem Zimmer einschließt und nun das ganze Königreich trauert. Der König in seiner Sorge sucht einen Helden mit spitzen Ohren, der nach Lumpenland reisen soll, um den Fluch zu brechen. Unterstützung bekommt er dabei von Madame Couture, der Mode-Zarin des Landes, die sonst die Gewänder für die Prinzessin fertigt. Sie hat auch ein ganz eigenes Interesse daran, dass Link bei seiner Mission erfolgreich ist. Schließlich kann sie sonst keine teuren Kleider mehr an den Hof des Königs verkaufen.

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Die wichtigste Mechanik ist der Totem, mit dem wir die drei Links übereinander stappeln, um höhere Orte zu erreichen.

Es ist die wahrscheinlich sonderbarste Geschichte in der Reihe, die sogar das obskure Majora's Mask noch deutlich übertrifft. Die Kinnlade aber rutscht dann doch ein bisschen weiter nach unten, als Link sich ziemlich am Anfang des Spiels von Madame Couture ein Kostüm schneidern lässt, das dem Kleid von Prinzessin Zelda erschreckend ähnlich sieht. Eine andere Dame im Laden kommentiert das neue Outfit auch gleich damit, dass der Held nun nach ihr die zweitschönste Frau im ganzen Land ist. Und später ergänzt sie, dass man für Mode auch einmal über seinen Schatten springen muss.

Tragen wir das "Herzige Kleid", finden wir in einem Level mehr Herzen, um uns zu regenerieren. So wie uns das Kokiri-Gewand drei Pfeile auf einmal verschießen lässt und das Zora-Kostüm das Schwimmen verbessert. Die getragene Kleidung hat keine optische Funktion nach außen. Unserem Umfeld ist ziemlich egal, was wir anhaben, auch wenn die exzentrische Schneiderin gern etwas anderes behaupten würde. Aber die Gewänder gewähren uns Boni, die in einem Level hilfreich sein können.

Tatsächlich hatte Game Director Hiromasa Shikata, der schon für The Legend of Zelda: A Link Between Worlds in dieser Funktion verantwortlich war, zunächst Bedenken, wie das bei den Fans ankommen würde. Das Team aber kam zu dem Ergebnis, dass es kein Problem für Link ist, auch Frauenkleider zu tragen. Ich bin dankbar für diese Entscheidung. The Legend of Zelda: Tri Force Heroes ist dadurch anders als die bisherigen Spiele der Reihe. Es sorgt für frischen Wind und doch fühlt es sich gleichzeitig genau wie das an, was Fans an der Reihe so sehr lieben. Die Level setzen auf viele vertraute Elemente wie den Bumerang, Bomben oder den Enterhaken. Und wir müssen viele, viele Rätsel lösen, um voranzukommen.

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Es gibt viele verschiedene Kostüme, die uns besondere Fähigkeiten verleihen und ein Level damit manchmal auch einfacher machen.

Die ersten Level sind noch ziemlich simpel und eher zum Aufwärmen geeignet. Später werden die Aufgaben deutlich ausgefuchster und auch schwieriger. Link wird im Spiel nicht stärker, in dem er Herzteile findet. Die Kostüme sind das einzige, was er als Hilfe hinzu gewinnen kann. Die nötigen Gegenstände für die Herstellung findet er am Ende von jedem der vier Level einer Welt. Ein Level ist noch einmal in vier Abschnitte unterteilt und sind die geschafft, können wir aus einer von drei Truhen wählen, um einen Gegenstand zu bekommen. Wir werden also jedes Level mehrmals spielen müssen, um jedes der extravaganten Outfits zu bekommen.

Das erneute Spielen der Level will man aber ohnehin fast von selbst, wegen der drei Zusatzmissionen. Die Aufgabe lautet nach dem erstmaligen Absolvieren dann beispielsweise, mit besonders wenig Energie oder wenig Zeit das Level erneut zu meisten. Diese Missionen sind es, die The Legend of Zelda: Tri Force Heroes zu dem wahrscheinlich schwierigsten Spiel der Reihe machen. Beenden wir aber das Level auch mit der neuen Herausforderung, sorgt das eine ziemlich angenehme Befriedigung.

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Fordernd ist die Erfahrung auch deswegen, weil wir nicht nur einen Link im Blick haben müssen, sondern gleich drei. Jede der drei Figuren hat ein eigenes Schwert und ein magisches Werkzeug wie Bombe oder Bogen. Drei dieser Gegenstände sind für jedes Level festgelegt und jeder Link kann sich am Anfang einen aussuchen. Die Helden teilen sich die gleiche gemeinsame Lebensenergie, aber sie haben jeweils einen eigenen Vorrat an Magie, der nötig ist, um das Werkzeug einzusetzen. Die Magie regeneriert sich mit der Zeit selbst.

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Das Spiel setzt auf Zusammenarbeit und im Online-Multiplayer gibt es dafür Piktogramme, die bei der Kommunikation helfen.

Alle Rätsel und Aufgaben sind so gestaltet, dass wir drei Charaktere für ihre Lösung brauchen. Im Mittelpunkt steht dabei eine Totem-Mechanik. Ein Link kann den anderen hochheben, um ihn zu werfen oder aber um ihn genau auf dieser Höhe etwas machen zu lassen - zum Beispiel einen Schalter aktivieren oder einen Gegner bekämpfen, der seinen Schwachpunkt nicht am Boden hat. Es gibt wirklich unzählige Möglichkeiten, so dass sich diese Idee nicht bereits nach dem ersten Level abnutzt, sondern bis zum Ende interessant bleibt.

Die beste Erfahrung für The Legend of Zelda: Tri Force Heroes ergibt sich dabei, wenn wir lokal mit zwei Freunden zusammenspielen. Dann nämlich können wir uns direkt verständigen und Anweisungen geben. Online stehen uns nur ein paar Animationen zur Verfügung, um Mitstreiter zu lenken. Darunter ist eine zum Herbeirufen und eine für den ikonischen Totem, den die drei Helden aufbauen können. Einen Sprachchat gibt es nicht, aber dadurch bleibt die Erfahrung universell und wir können mit Spielern auf der ganzen Welt zusammenspielen.

Und glücklicherweise lässt sich The Legend of Zelda: Tri Force Heroes auch alleine spielen. Dann werden die zwei anderen Helden durch leblose Puppen ersetzt und wir können zwischen den drei Figuren ständig wechseln. Hier wird der Totem zur wichtigsten Funktion. Der Link ganz oben legt dabei fest, welches Werkzeug genutzt wird, ohne dass wir diese Figur aktiviert haben müssen. Spielen wir mit anderen Menschen zusammen, lenkt die Figur unten nur den Totem, während die ganz oben nur den Gegenstand einsetzen kann. Das setzt viel Teamwork voraus, was allein natürlich keine Rolle mehr spielt. Außerdem gibt es noch eine kleine Hilfe, wenn wir solo spielen, denn die Puppen sind unverwundbar. Nur der aktive Charakter kann von Gegnern verletzt werden. Ausgenommen davon ist, wenn die Puppe in einen Abgrund stürzt. Dafür geht auch ein Herz von der Lebensenergie flöten.

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Jeder der drei Charaktere kann sich zu Beginn eines von drei Werkzeugen auswählen, mit dem er das Level bestreitet.

Es gibt aber auch ein paar Nachteile. Weil wir nur einen Link steuern, gibt es nur einen Magievorrat, der schneller aufgebraucht ist. Außerdem ist es manchmal hinderlich, wenn wir nur eine Figur steuern können. Es ist damit unmöglich, Gegner von mehreren Seiten gleichzeitig anzugreifen. Und die Spezialmissionen mit begrenzter Zeit scheinen unlösbar. Ganz davon abgesehen, dass es allein einfach nicht so viel Spaß macht. The Legend of Zelda: Tri Force Heroes ist ganz klar auf den Multiplayer ausgelegt, aber funktioniert gewissermaßen auch solo.

Tatsächlich ist es sogar ziemlich clever, jedes Level erst einmal in Ruhe allein zu lösen, um ein bisschen herumprobieren zu können. Durch den fehlenden Sprachchat ist es manchmal schwer, einen anderen Spieler auf die richtige Lösung zu bringen. Hängt man fest, kann man immer noch versuchen, sich online helfen lassen. Und für manche Spezialmission ist die Hilfe der anderen fast unabdinglich. Außerdem gibt es einen starken Team-Anzug als Kostüm, der aber erst funktioniert, wenn alle drei ihn tragen.

The Legend of Zelda: Tri Force Heroes braucht eine Weile, um seine Magie zu entfalten. Die ersten Level sind noch nicht so spannend. Und wer nur solo spielt, wird sich hier häufiger langweilen. Die zweite Hälfte des Spiels ist deutlich besser und überzeugt mit grandiosen Ideen. Die Bossgegner allerdings sind durchgehend großartig. Und sie setzen voll auf Teamwork. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Abenteuer der Hit bei den vielen Streetpass-Treffen in Deutschland wird und auch die Schulhöfe erobert. Im lokalen Koop spielt das Game einfach die meisten Trümpfe aus. Wer allerdings solo spielt, wird deutlich weniger Freude mit Links absurdem Ausflug in die Welt der Mode haben.

08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
lustige Geschichte, tolle Kostüm-Mechanik, viele clevere Rätsel, großartige Bosskämpfe, gelungene Koop-Mechanik
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macht allein nicht so viel Spaß, nur wenige Piktogramme für Chat
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