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Kritik

Blood Bowl 2

Eine brutale Kombination aus American Football und der Fantasywelt von Warhammer - klingt absurd und lustig und wurde nun frisch renoviert.

Blood Bowl ist die manchmal amüsante und immer brutale Kombination aus American Football und der Fantasywelt von Warhammer. Ursprünglich war es in den 1980ern ein Brettspiel, daraus wurde aber später ein Computerspiel und von dem haben die Cyanide Studios 2009 eine Neuauflage veröffentlicht. Diese bekannte Formel bekommt jetzt mit Blood Bowl 2 einen frischen Anstrich.

Eine der offensichtlichsten Verbesserungen ist die neue Game Engine, dazu gibt es eine verbesserte Optik und ein Haufen Multiplayer-Features wie beispielsweise die Möglichkeit, Spieler zu kaufen und zu verkaufen. Der eher alberne Echtzeitmodus wurde dem Spiel ausgetrieben und durch rundenbasierte Action ersetzt, wie man sie auch von dem Brettspiel kennt.
Während manche Videospiele darunter gelitten haben, ein bisschen zu sehr wie ein Brettspiel zu sein, würzt Blood Bowl 2 die Dinge mit regelmäßigen Animation auf, um die heftigsten Tackles und die spektakulärsten Pässe zu zeigen. Die Grafik wurde erheblich verbessert und die neuen Charaktermodelle zeigen viele Details. Die groteske Ästhetik, die schon immer ein Teil von Warhammer war, wird hier stolz präsentiert.

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Blood Bowl 2Blood Bowl 2
Die KI organisiert gerne sinnlos ihre ohne Zweifel geistreichen Züge im Mittelfeld, während mein Ballträger schon zwei Schritte von ihrer Endzone entfernt ist.

Das Spielfeld kann jetzt aus unterschiedlichen Winkeln betrachtet werden und das Blickfeld lässt mit per Zoom anpassen. Man kann sich die Spieler von ganz nah ansehen, sich für eine eher isometrische Ansicht entscheiden oder komplett auszoomen, um von ganz oben den Überblick über die Situation zu erhalten. Die Freiheit hat allerdings auch ihren Preis - manchmal wird der Würfelwurf von anderen Informationen auf dem Bildschirm verdeckt. Aber immerhin erhält man jetzt viele Informationen und bekommt beispielsweise die prozentuelle Erfolgschance seiner Manöver angezeigt. Insgesamt dient das Interface seinem Zweck, aber manchmal fühlt es sich ein wenig merkwürdig an.

Cyanide riskiert nicht nur mit der neuen Grafik eine dicke Lippe, sondern prahlt auch mit der verbesserten Künstlichen Intelligenz. Dazu können wir nur sagen, dass dieses Spiel dämlicher agiert als ein dösiger Ork an einem besonders langsamen Tag. Die KI organisiert gerne sinnlos ihre ohne Zweifel geistreichen Züge im Mittelfeld, während mein Ballträger schon zwei Schritte von ihrer Endzone entfernt ist. Ich wurde auch schon Zeuge eines Wunders, bei dem die KI versuchte, meinen Typen zu stoppen und ihn dabei zu einem Touchdown geschoben hat.

Die Einzelspielerkampagne ist nur fordernd, weil man mit einem Team ohne Fähigkeiten an den Start geht. Die Spieler entwicklen sich erst später, bis dahin dient die Kampagne als ein tröpfchenweise serviertes Tutorial. Abgesehen von dem langsamen Tempo bietet die Kampagne eine amüsante Story, die dem Spiel eine gute und authentische Atmosphäre verpasst.

Blood Bowl 2Blood Bowl 2
Das Spiel bietet acht Teams zum Einstieg - wie auch schon der erste Teil - was bei den Fans für Enttäuschung sorgen dürfte.
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Alle Matches werden von dem Cabalvision-Duo Jim und Bob kommentiert. Wie üblich sind die Kommentare in den ersten Matches sehr unterhaltsam, aber nachdem man dieselben Halblingwitze ein Dutzend Mal gehört hat, lässt ihr Charme doch etwas nach. Wir können uns die Wiederholungen der Spiele anderer Leute via Cabalvision anschauen, die ein Teil der erweiterten sozialen Dimension von Blood Bowl 2 sind. Hier kann man seine eigenen Ligen in unterschiedlichen Formaten organisieren und seine Freunde direkt von der Steam-Freundesliste einladen. Wenn die eigenen Freunde nicht so auf Fantasy Football stehen - es gibt auch noch die Option, eine Liga für völlig fremde Spieler zu öffnen oder an einem von Cyanides offiziellen Wettbewerben teilzunehmen.

Blood Bowl 2 macht am meisten Spaß, wenn man es mit anderen Leuten spielt. Die KI geht in Ordnung, um gegen sie zu trainieren, aber der Schwierigkeitsgrad macht einen Satz, wenn man zu einem menschlichen Gegner wechselt. Wie bei dem Brettspiel, auf dem es basiert, ist es ein Erlebnis, das man teilen sollte. Das Spiel bietet acht Teams zum Einstieg - wie auch schon der erste Teil - was bei den Fans für Enttäuschung sorgen dürfte. Das erste Blood Bowl war ein ungewöhnliches Spiel, bei dem statt herunterladbaren Inhalten einfach drei Verionen des Spiels verkauft wurden, wobei die letzte alle vierundzwanzig Teams enthielt. Auch wenn die Besitzer Preisnachlässe für die folgenden Versionen erhielten, war dieses Geschäftsmodell bei den Spielern verständlicherweise nicht sonderlich beliebt.

Aber selbst wenn Cyanide jetzt zu einem traditionelleren DLC-Modell wechselt - acht Teams fühlt sich schon ein bisschen dünn an. Das gilt insbesondere wenn man weiß, dass sie zuletzt mit vierundzwanzig gearbeitet haben. Zwölf wäre da eine angemessenere Zahl gewesen. Hoffentlich will das Studio seine Fans nicht zu sehr melken und findet eine gute Balance. Selbst mit der dünnen Teamauswahl und der bekifften KI ist Blood Bowl 2 ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorgänger. Die frische Grafik und die erweiterte soziale Dimension machen das Game fit für 2015. Auch wenn es schön gewesen wäre, wenn die Künstliche Intelligenz einen echter Gegner wäre. Das Game ist solide, macht mit Freunden viel Spaß, aber vielleicht sollte man mit dem Kauf warten, bis Cyanide seine DLC-Pläne offenlegt.

07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
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verbesserte Grafik, informatives Interface, authentische Atmosphäre, anfangs sehr lustige Witze
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dämliche KI, nur acht Teams, Witze wiederholen sich viel zu früh
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