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Kritik

Ori and the Blind Forest

Ich habe Abendessen und Schlaf sausen lassen und der Boden ist mit Getränkedosen vollgemüllt. Ich war nicht in der Lage, die Konsole auszuschalten. Ori braucht meine Hilfe!

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Es sind erst ein paar Minuten vergangen und meine Augen werden schon feucht. Was soll ich sagen? Die Freundschaft zwischen dem kleinen Ori und dem größeren Naru berührt einen wirklich. Berührt mich sehr!

Wie ich es immer bei 2D-Plattformern mache - dazu gehört auch Ori and the Blind Forest - springe ich und versuche, die Präzision zu kontrollieren, indem ich mich in der Luft hin und her bewege. Mega Man ist mein Maßstab für perfekte Spielkontrolle - besonders früher auf dem NES. Der kleine Kerl reagiert sofort auf kleinste Bewegungen und mir wird sofort klar - das wird eine großartige Reise mit dem kleinen Ori. Er kann allerdings nur springen. Und ohne weitere Anweisungen, wohin ich gehen soll, bin ich gezwungen, die Welt auf eigene Faust zu erkunden. Es fühlt sich großartig an und ist etwas, das wir alle in Zeiten, wo alles bis ins kleinste Detail erläutert wird, bevor das Spiel überhaupt angefangen hat, viel zu selten erleben.

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Ori and the Blind Forest hat mit seiner Optik für viel Aufsehen gesorgt , seit es auf der E3 im letzten Sommer angekündigt wurde. Das betrifft vielleicht nur die Oberfläche, aber es muss erwähnt werden, wie atemberaubend schön das Design ist. So schön, dass ich beim Spielen beinahe komplett meine drei Terabyte mächtige Festplatte, die an die Xbox One angeklemmt ist, mit Bildern und Filmen gefüllt habe. Der technische Aspekt muss ebenfalls erwähnt werden, denn das Spiel hat eine seidenweiche Framerate mit wirklich gut gemachten Effekten.

Ori and the Blind ForestOri and the Blind Forest
Die Welt fühlt sich lebendig und mysteriös an. Sie hört nie auf zu faszinieren, mit ihrem starken Kontrast zwischen den süßesten Dingen, die man sich nur vorstellen kann und unbarmherziger Dunkelheit.

Dazu kommt ein Soundtrack, der perfekt die Stimmung beeinflusst. Der ist mit dem Spiel in einem Fluß und ruft die richtigen Emotionen in einem hervor, ohne dass ich ihn jemals als etwas getrenntes wahrgenommen hätte. Es fügt sich zu einem großartigen Ganzen zusammen - wie eine Mischung aus einer Arbeit von Team Ico und Ubisoft Montpellier (Rayman Legends).

Es gibt einen großen Fähigkeitenbaum mit drei Verästelungen: Spezialfähigkeiten, wie das Atmen unter Wasser, Verteidigungsfähigkeiten, die den kleinen Ori stärker machen - und einen für den Angriff. Am Anfang war ich vorsichtig und habe Oris Verteidigung gestärkt. Aber ich musste schnell feststellen, dass ich den Dreifachsprung aus den Spezialfähigkeiten brauche. Und ich will natürlich auch mehr Schaden austeilen. Alles das ist sehr ausbalanciert. Ori aufzuleveln fühlt sich einfach natürlich an - alle Fähigkeiten sind relevant und haben ihren Sinn.

Langsam lernt Ori Wandsprünge, das Schweben über größere Distanzen mit Hilfe eines Blatts, Projektile abzuwehren und noch vieles mehr. Das öffnet neue Areale in Bereichen, in denen man schon früher war und lässt einen Geheimnisse entdecken. Ganz ähnlich wie in Super Metroid, Castlevania: Symphony of the Night oder Shadow Complex - aber mit seiner eigenen, organischen Note. Die Welt fühlt sich lebendig und mysteriös an. Sie hört nie auf zu faszinieren, mit ihrem starken Kontrast zwischen den süßesten Dingen, die man sich nur vorstellen kann und unbarmherziger Dunkelheit.

Ori and the Blind Forest
Die einzige Schwäche des Spiels, die mich die Wertung auf eine 9 senken lässt: der Schwierigkeitsgrad.

Nach ungefähr fünf Stunden stoße ich auf die einzige Schwäche des Spiels, die mich die Wertung auf eine 9 senken lässt: den Schwierigkeitsgrad. Manchmal verlangt das Spiel einfach zu viel. Ich habe wirklich nichts gegen schwere Spiele (ganz im Gegenteil - ich liebe zum Beispiel Super Meat Boy), aber in Ori and the Blind Forrest bereichert das Schwierige einfach nicht die Spielerfahrung.

Die Herausforderung liegt im Finden aller Geheimnisse und Präzisionssprünge. Das ist genug und jener Teil des Spiels, der nicht genug gelobt werden kann. Aber wenn es an manchen Stellen zehn oder zwanzig Versuche und/oder Trial and Error braucht, erreicht die Frustration einen Punkt, an dem man einfach aus der großartigen Atmosphäre gezogen wird, die das Spiel zu bieten hat. Es reduziert das Spiel in diesen Momenten auf einen der superschweren Indie-Plattformer der letzten Zeit.

Dankbarerweise sind diese Spitzen in der Schwierigkeit eher selten und Moon Studios hat eines der besten Checkpoint-Systeme kreiert, die ich je erlebt habe. Man kann nämlich einfach seinen eigenen Checkpoint machen. Der wird vor einer schwierigen Herausforderung platziert und wenn man ins Gras beißt, wird man ohne Warte- oder Ladezeiten direkt dorthin zurückgebracht. Das lindert die Qualen - und zusammen mit der präzisen Kontrolle fühlt es sich nie billig an.

Ori and the Blind Forest
Das Gefühl, nicht den Controller weglegen zu wollen, als ein fähiger Spieler behandelt zu werden und die großartige Erfahrung von Entdeckung machen Ori and the Blind Forrest zu einem echten Meisterwerk.

Am Ende des Tages fühlt es sich nach einer großen Leistung an, wenn man eine Herausforderung ohne jede Hilfe gemeistert hat. Ich stecke fest, finde Dinge heraus, suche und wieder muss ich während des Abenteuers an etwas denken. Ich bemerke Geheimnisse, die ich noch nicht erreichen kann. Stolpere zufällig über Überraschungen und bleibe immer wieder auch mal stecken. Das passiert genau so oft, dass es sich nie unfair anfühlt. Und trotzdem für riesige Erleichterung sorgt, wenn man das Problem gelöst hat.

Ich habe Abendessen und Schlaf sausen lassen und der Boden ist mit Getränkedosen vollgemüllt. Ich war nicht in der Lage, die Konsole auszuschalten und die Welt von Ori and the Blind Forrest zu verlassen. Ori braucht meine Hilfe und das wunderschöne Märchen über Einsamkeit hat mich komplett gefangengenommen - nicht zuletzt wegen des tollen Soundtracks. Das Gefühl, nicht den Controller weglegen zu wollen, als ein fähiger Spieler behandelt zu werden und die großartige Erfahrung von Entdeckung machen Ori and the Blind Forest zu einem echten Meisterwerk. Es ist der Beweis, dass Videospiele Kunst sein können. Und nur weil zuckersüß aussieht, muss es nicht bedeuten, dass es nichts für ältere Spieler wäre. Bisher ist Ori and the Blind Forest für mich das beste Spiel, das 2015 veröffentlicht wurde.

Ori and the Blind Forest
Ori and the Blind Forest
Ori and the Blind Forest
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Ori and the Blind Forest
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Ori and the Blind Forest
09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
+
messerscharfe Kontrolle, großartiges Design, viele Geheimnisse, toller unterschwelliger Soundtrack, gut platzierte Checkpoints, wunderschönes Intro, schön durchdachte Fähigkeiten, cleveres Leveldesign, fantastische Welt.
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manchmal frustrierend schwer, unnötiges Trial and Error
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