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Kritik

Dying Light

Die Geschichte bewegt einen nicht wirklich, aber Erwachsene, die Zombies mögen, sollten dem Techland-Werk dennoch eine Chance geben.

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Von der durch die lebenden Toten ausgelösten Apokalypse wurde schon oft erzählt - und das Genre zeigt ernsthafte Abnutzungserscheinung. Techland, von denen auch das erste Dead Island stammt, glaubt aber noch an den Reiz von viralen Ausbrüchen. Dying Light mischt Action aus der Egoperspektive mit einer offenen Welt und Rollenspielelementen. Dazu gesellen sich Parkour-Mechaniken und eine Hauptfigur, die zwischen den Stühlen der unterschiedlichen Fraktionen hängt. Es könnte also eine heißer Anwärter auf das Zombie-Spiel des Jahres sein.

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Harran ist eine fiktive Stadt im Mittleren Osten und von einer Zombie-Epidemie geplagt. Spezialagent Kyle Crane springt mit dem Fallschirm über der Stadt ab, natürlich bricht ab der ersten Minute die Hölle auf. Es ist schön, dass die Hauptfigur nicht nur aus ein paar schwebenden Händen besteht, auch wenn wir ihn nie ganz zu sehen bekommen. Er ist eine echte Person, deren Gedanken und Ideen sich im Laufe des Spiels verändern. Die Story ist nicht wirklich beeinflussbar, also liegen die Rollenspielelemente eher beim Anpassen der Fähigkeiten. Die Geschichte versucht uns mit emotionalen Momenten zu packen, das funktioniert allerdings nicht immer. Die NPC bekommen einfach nicht genug Aufmerksamkeit und dadurch kümmern einen ihre Schicksale nur wenig. Das sorgt für große Unterschiede zwischen den Emotionen des Spielers und denen von Kyle.

Ein Tages- und Nacht-Zyklus verändert die Natur des Spiels.

Die Welt von Dying Light ist in zwei große offene Bereiche und einige kleinere aufgeteilt. Die Slums sind ein trostloser Ort, von dem aus man durch ein Labyrinth aus Abflusskanälen in die Altstadt gelangt. Hier sind die Höhenunterschiede größer als in den Slums - das macht die Erkundung zu einer Herausforderung. Die einzelnen Story-Missionen können über eine Stunde dauern und haben häufig ihre eigenen Bereiche, in denen sie stattfinden. Dying Light hat um die zwanzig Stunden Spielzeit, man kann aber eine Menge mehr Zeit in Haran verbringen, wenn man alles erkunden will und auch die Nebenmissionen absolviert.

Techlands Werk unterscheidet sich nicht nur durch seine offene Welt von der Konkurrenz. Den größte Unterschied machen die Parkour-Elemente aus. Es braucht ein wenig Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Aber danach ist es eine Freude, durch die urbane Umgebung zu flitzen. Später erhält Kyle noch einen Enterhaken, der das Ganze weiter beschleunigt. Der Fokus liegt auf dem Nahkampf, es gibt aber auch ein paar Knarren. Die spielen aber eine eher untergeordnete Rolle, denn die Munition ist wirklich sehr knapp und die Schüsse locken sofort weitere Zombies an. Kyle erhält für Kills und Aktionen Erfahrungspunkte, mit denen er seine Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen verbessern kann.

Ein Tages- und Nacht-Zyklus verändert die Natur des Spiels. Nachts sind deutlich unterschiedliche Zombies unterwegs. Einige haben es ganz besonders auf den Spieler abgesehen. Anfangs versucht man noch die Dunkelheit zu vermeiden und verbringt die Nächte in den sicheren Unterschlüpfen, die über die Stadt verteilt sind. Wenn man später genug Erfahrung gesammelt hat, ist die Nacht aber eher Herausforderung als Bedrohung. Die doppelte Menge an Erfahrungspunkten während der Nacht ist allerdings ein echter Anreiz, sich in die Dunkelheit zu wagen.

Mit anderen zu spielen macht sehr viel Spaß - erfordert aber auch ständige Kommunikation.

Der Multiplayer kann nur online gespielt werden. Ein Splitscreen-Modus wird nicht unterstützt. Bis zu vier Spieler können an einer Session teilnehmen, dabei richtet sich der Missionsfortschritt nach dem Gastgeber. Die Besucher sammeln natürlich Erfahrungspunkte und haben die Gelegenheit, fette Beute zu machen. Mit anderen zu spielen macht sehr viel Spaß - erfordert aber auch ständige Kommunikation. Es ist also empfehlenswert, sich mit Freunden zusammenzutun, denn die Zusammenarbeit mit Unbekannten könnte schwierig werden.

Neben dem Koop gibt es noch den Zombie-Invasions-Modus, den man auch als Untoter spielen kann. Hier versuchen vier Überlebende ein Zombie-Nest zu zerstören, während eine der Kreaturen versucht, ihr Territorium zu verteidigen. Im Erkunden der offenen Welt und dem Erledigen von Missionen - ob nun allein oder mit Freunden - liegt der Charme von Dying Light. Daher war für mich die Zombie-Invasion eher weniger reizvoll, allerdings schadet es nicht, den Modus im Spiel zu haben.

Was die Grafik angeht, sieht Dying Light die meiste Zeit wirklich gut aus. Man kann bis zum Horizont blicken und die Details der Stadt sind wirklich nett - insbesondere dann, wenn die Sonne ihre Strahlen über die Stadt schickt. Es ist also eine kleine Schande, wenn man manchmal doch echt hässliche und verpixelte Texturen sieht. Auch wenn das glücklicherweise nicht sehr oft vorkommt. Die Sounds der verschiedenen Effekte und Gespräche verstärken die Immersion. Die Musik hält sich im Hintergrund, wird aber während der Nacht intensiver. Ich bin abschließend sehr überrascht, wie viel Neues Techland aus dem abgenutzten Genre herausgeholt hat. Die Geschichte bewegt einen nicht wirklich, ist aber akzeptabel. Erwachsene, die Zombies mögen, sollten Dying Light aber eine Chance geben.

08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
offene Welt macht Spaß, Parkour- Elemente spielen sich flüssig, sieht zum größten Teil sehr gut aus, schöner Charakter-Fortschritt
-
zu starke Bewegung der Kamera, Spielwelt ist nicht ein einziges großes Areal, einige Charakter-Modelle sind eher schwach, Geschichte bewegt nicht wirklich
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