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Kritik

Resident Evil HD Remaster

"Reenter the Survival Horror" -klar, natürlich, gerne, machen wir. Uns erneut gruseln lasen von einem der besten Horrorspiele aller Zeiten, das kann doch nur ein Vergnügen sein. Oder doch nicht?

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Was ist nur aus Resident Evil geworden? Wie kann eine Serie, die auf diese Weise begann, in einem Actionfest wie Resident Evil 6 enden, mit Koop-Modus und Charakteren, die angreifende Zombies im Nahkampf einfach wie Wrestler zerlegen? Wie konnte das alles in eine derart falsche Richtung laufen? Nun, ein schwieriges, kontroverses Thema. Glücklicherweise können wir jetzt die Erinnerungen an die glorreiche Vergangenheit mit Resident Evil HD Remaster erneut ausleben lassen.

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Resident Evil wurde ursprünglich im Jahr 1996 in Japan veröffentlicht und gilt als Begründer des Survival-Horror-Genre (jaja, auch darüber kann man natürlich streiten, aber ist jetzt nicht der Zeitpunkt dafür). 2002 veröffentlichte Capcom ein Remake von Resident Evil für den Nintendo Gamecube. Das Spiel nutzte zwar die ursprüngliche Kampagne, bot aber eine damals weit überlegene Erfahrung sowohl in Bezug auf Grafik und Gameplay. Resident Evil HD Remaster ist nun eine Neuauflage dieses Gamecube-Remakes. Es markiert die Gelegenheit, das ursprüngliche Resident Evil in dieser Version zum ersten Mal zu erleben. Und jeder Horrorfan ohne diese Erfahrung sollten das tun, denn Resident Evil HD Remaster ist ein Meisterwerk. Nun ja, teilweise zumindest.

Resident Evil HD RemasterResident Evil HD Remaster
Es ist ein kompetent umgesetzter Remaster, aber Capcom hätte weiter gehen können und müssen.

Resident Evil als ursprüngliche Veröffentlichung war hervorragend, und kann auch heute noch eine spannende Erfahrung bieten. Das HD-Remastering von Resident Evil HD Remaster könnte aber besser sein. Das Highlight der neuen Version ist die High-Definition-Auflösung, mit schärferen 3D-Modellen und einer Anpassung an das 16:9-Format (wobei man das Original-Seitenverhältnis von 4:3 auch wählen kann). Das Spiel läuft mit 30 Bildern pro Sekunde auf allen Plattformen. Während die PS3- und Xbox 360-Versionen nur 720p unterstützen, ist auf PS4, Xbox One und PC 1080p möglich.

Eine weitere Neuheit dieser HD-Version ist die angepasste Steuerung. Das Spiel bietet ein modernisiertes Schema für 3D-Bewegungen an, mit dem die auf dem Analogstick angedeutete Richtung jene Richtung ist, der der Charakter auf dem Bildschirm folgt. Es funktioniert gut und für einige Spieler - vor allem diejenigen, die noch nie das alte Resident Evil gespielt haben - wird es die bevorzugte Methode sein. Persönlich bevorzuge ich aber weiter die originale Steuerung. Sie ist altmodisch, scheint aber immer noch die beste Option für diese Art von Spiel mit fester Kameraeinstellung zu sein.

Es ist ein kompetent umgesetzter Remaster, aber Capcom hätte weiter gehen können und müssen. Der vorgerenderte Hintergrund ist verbessert, aber immer noch in Teilen pixelig, besonders auf einem großen TV. Das Schlimmste aber sind die Zwischensequenzen, die mit einer lächerlichen Auflösung daherkommen. Einige Clips, darunter das Intro, haben eine angemessene Qualität, aber die meisten sind schrecklich. Glücklicherweise sind es insgesamt nur wenige. Der Preis von 19,99 Euro scheint etwas übertrieben, fünf Euro wären eher angemessen. Ein weiteres Merkmal des neuen Remasters sind die aktuelleren Outfits für Chris und Jill, basierend auf der Resident Evil 5: Gold Edition. Sie sind natürlich sehr viel detaillierter als die ursprünglichen Modelle. Trotzdem sind das Peanuts-Extras. Resident Evil und seine Fans verdienen besseres.

Resident Evil HD Remaster
Wer es noch nie gespielt hat, sollte sich Resident Evil HD Remaster morgen holen. Alle anderen dürfen problemlos auch in Erinnerungen schwelgen.

Natürlich bleibt Resident Evil ein Old-School-Game - und das kann zunächst sogar fast etwas schockierend sein. Die archaische Steuerung, die fest fixierte Kameraeinstellung, das begrenzte Speicherpunktesystem... wer so ein Spiel noch nie gespielt hat, wird das vermutlich komisch finden. Selbst Veteranen benötigen einige Minuten der Anpassung, aber die sind es wert. Wer die Regeln des Spiels akzeptiert, wird ein echtes Schmuckstück vorfinden. Einen Klassiker in jeder Hinsicht und ein Spiel, das uns daran erinnert, warum Survival-Horror einst ein so vielversprechendes Genre war. Das Tempo ist immer noch hervorragend, wie sich Kämpfe mit Zombies mit Rätseln und Exploration abwechseln. Das Setting bleibt sehr detailliert, obwohl es natürlich vorgerenderte 2D-Hintergründe gibt. Die Villa ist wie gehabt eine der bezauberndsten Umgebungen in einem Survival-Horror-Spiel.

Ein Teil des Reizes liegt auch in den Grenzen und Schwierigkeiten des Spiels, die erst durch Limitation entstehen. Wer auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad spielt (standardmäßig aktiviert und so wie man Resident Evil spielen sollte), wird in den ersten Stunden leider. Teilweise hängt das mit der gewählten Spielfigur zusammen. Obwohl die Kampagne größtenteils identisch ist mit Jill und Chris, gibt es einige Unterschiede. Jill hat die Hilfe von Barry, während Chris die kleine Rebecca zur Seite hat. Jill beginnt das Spiel mit einer Pistole und einem größeren Arsenal, Chris mit einem Messer, einem reduzierten Arsenal und einem Feuerzeug. Chris ist widerstandsfähiger und kann mit Waffen etwas besser umgehen.

Ein weiteres Element, das sich sehr altbacken anfühlt, ist das Inventar und dessen Organisation. Chris hat Zugriff auf sechs Inventarplätze, was bedeutet, dass eine Pistole, Munition und ein medizinisches Element die Hälfte des Platzes beanspruchen. Viele Rätsel erfordern es aber, bestimmte Dinge hin und her zu transportieren. Das führt schnell zu Frustration. Es gibt natürlich in bestimmten Bereichen Truhen, um Ausrüstung zu lagern. Diese Truhen sind dann im Umkehrschluss überraschend zauberhaft, da sie endlos befüllbar sind und sogar ihren Inhalt magisch überall verfügbar machen.

Resident Evil ist für seine Zombies bekannt, aber es gibt viele weitere Gefahren in der Villa und darüber hinaus. Wir erforschen Untertagelabors, Häuser und Höhlen. In der Villa warten Fallen, die einen in Scheiben schnippeln, vergiften oder anderweitig zerkleinern. Wir müssen Riesenschlangen, Haie, Spinnen, Hunde und fleischfressenden Pflanzen bekämpfen. Und es gibt Überraschungen wie Lisa Trevor. Resident Evil ist ein altes Spiel, aber es zeigt, wie verdient es bis heute den Stempel Meisterwerk trägt. Das 1996er-Original ebnete den Weg für das gesamte Survival-Horror-Genre und das Remake aus dem Jahr 2002 hob die Erfahrung auf ein neues Niveau. Das Spiel war zu der Zeit visuell atemberaubend - und das gilt eingeschränkt bis heute. Wer es noch nie gespielt hat, sollte sich Resident Evil HD Remaster morgen holen. Alle anderen dürfen problemlos auch in Erinnerungen schwelgen.

Resident Evil HD Remaster
Resident Evil HD Remaster
Resident Evil HD Remaster
07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
superbes Design, intensives und spannendes Gameplay, abwechslungsreiche Spielerfahrung, echtes Meisterwerk
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altbackene Steuerung und Spielmechaniken, schwache Neuauflage, frustrierender Einstieg, zu teuer
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