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Kritik

World of Warcraft: Warlords of Draenor

Blizzard bringt nach zehn Jahren die wohl beste Ergänzung für World of Warcraft. Die Erweiterungen bietet nicht nur viel Inhalt, sondern bringt uns wieder in den Mittelpunkt.

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Ganz am Anfang war World of Warcraft etwas ganz besonders. Die Mythologie von der die Welt zusammengehalten wird und das Charisma der Charaktere die Azeroth bevölkern ist in den vielen Jahren nach der Veröffentlichung des eigentlichen Echtzeitstrategiespiels Warcraft verändert worden. Die ersten zwei Erweiterungen machten die Erfahrung umfassender und obwohl die zunehmenden Schwächen einiger Aspekte von World of Warcraft: Wrath of the Lich King offensichtlich waren, haben wir diese aus einem Grund gerne übersehen: Es gab Arthas.

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Wahrscheinlich ist das der Grund warum World of Warcraft: Warlords of Draenor so gut da steht - es ist nicht die verflixte dritte Erweiterung. Seien wir ehrlich - weder World of Warcraft: Cataclysm und World of Warcraft: Mists of Pandaria waren revolutionär oder besonders brillant. Letzteres hat am Ende immerhin die Situation gerettet, in dem es sich wieder auf den Konflikt der Alliance-Horde konzentriert. Die letzte Erweiterung holte die epische Größe der Serie zurück und demonstrierte die Vorzüge dieser fantastischen Welt.

World of Warcraft: Warlords of DraenorWorld of Warcraft: Warlords of Draenor

Und da sind wir wieder, eine weitere Erweiterung. Wir reisen durch das Dunkle Portal in eine andere Zeit. Dieses Mal geht es in die Ära bevor Draenor von Krieg un der Brennenden Legion von Sargeras zerrüttet wurde. Wenn World of Warcraft: Cataclysm es geschafft hat, alte Inhalte neu zu definieren, dann macht World of Warcraft: Warlords of Draenor dies mit Scherbenwelt und zeigt uns diesen Ort vor der Zerstörung.

Wer diese Welt nicht so gut kennt, wird weniger begeistert sein. Aber alle, die Monate durch Scherbenwelt gezogen sind, die Landschaft erkundet und die Bevölkerung beobachtet haben, werden viel Freude damit haben.
Wer Lust auf die Allianz hat, für den wird die Reise und das Questen durch die Startzone im Schattenmondtal ein Abenteuer sein. Man kann sich nur schwer vorstellen, dass dieses Paradies, voll mit seinen beeindruckenden Wäldern und in ständiges Mondlicht getaucht, in wenigen Jahren ein vulkanisches und verfluchtes Ödland sein wird, überrannt von Dämonen und Leerwandlern. Wer beim ersten Betreten des Schwarzen Tempels eine Gänsehaut bekommen hat, wird begeistert sein, den Tempel von Karabor und seinen Hafen im vollen Glanz seiner prächtigen Architektur zu sehen.

In World of Warcraft: Warlords of Draenor spielt Blizzard mit unseren Erinnerungen - besonders von jenen, die schon lange dabei sind. Eine der Hauptattraktionen dieser Erweiterungen ist die Garnison. Dabei handelt es sich um eine Festung, die erweitert und mit besonderen Gebäuden angepasst werden kann. Sie ist ein offensichtlicher Fingerzeig in Richtung Warcraft. Der Vergleich liegt auf der Hand: Es müssen Bäume gefällt werden oder Rohstoffe in Minen gefunden werden, während man seine Gefolgsleute Aufgaben erledigen oder neue Gebäude errichten lässt, die unsere Ausrüstung verbessern können. Außerdem gibt es Außenposten, die man gleich zu Beginn errichten muss, um dann zwischen verschiedenen Gebäuden zu auswählen, wodurch wir die daraus resultierenden Vorteile bekommen. Sein eigenes Talbuk im neuen Nagrand zu haben, um dort zu kämpfen, zu fischen und sich Materialien zu besorgen, ist sein Gewicht in Gold wert. Besonders wenn man bemerkt, dass es in dieser Erweiterung keine fliegenden Reittiere gibt und man sich zu Fuß auf den Weg machen muss - zumindest bis jetzt.

World of Warcraft: Warlords of Draenor

Uns der Möglichkeit zu berauben, einfach wegzufliegen, wann immer wir wollen, hat auch einen direkten Einfluss auf die PvP-Kämpfe gegen andere Spieler. In dieser Erweiterung kommen wir nicht so leicht davon - man muss sich auf die offiziellen Flug-Posten verlassen und verliert so viel Mobilität. Trotzdem hat Blizzard das Gefühl des Erforschens verbessert. Jetzt, wo sich alle Spieler auf dem Boden befinden, sind sie auch einfache und sichtbare Ziele, daher werden wir auch wieder Konfrontationen zwischen den Fraktionen irgendwo im Nirgendwo erleben. Wer nach einem Schlachtfeld sucht, kann sich immer auf den Weg auf die Insel von Ashran machen - ein ganzes Areal wo gekämpft werden kann und in dem man die Ressourcen bekommt, die man sucht.

Die Qualität der Handlung hat von World of Warcraft: Mists of Pandaria zu Warlords of Draenor einen großen Sprung gemacht. Jedes Gebiet hat seine eigenen Geschichten mit eigenen Dungeons. Der epische Teil der Erweiterung beginnt allerdings auch früh. Und zwar in dem Moment, in dem wir auf den Erzmagier Khadgar vor dem Dunklen Portal treffen - Schulter an Schulter mit den größten Helden beider Fraktionen. In World of Warcraft sind wir nicht mehr nur Helden der einfachen Arbeiterklasse, sondern Würdenträger und World of Warcraft: Warlords of Draenor erinnert uns bei jedem Schritt, den wir unternehmen, daran.

Wir sind keine Soldaten, wir sind Kommandeure der ganzen Invasion und wir werden die Action nicht nur einfach beobachten. Stattdessen werden wir Pläne entwickeln, um Garrosh Höllschrei und seine Gefolgsleute zu bezwingen und gegen Legenden wie Gul'dan oder Ner'zhul kämpfen, der später zum Lichkönig wird. Die Missionen in den Gebieten erlauben uns, heldenhafte Aufgaben zu erfüllen, Städte anzugreifen, Belagerungen einzuleiten oder in epische Kämpfe einzugreifen. Es gibt viel zu tun.

World of Warcraft: Warlords of Draenor

Ein Mal mehr beweist Blizzard uns, dass sie in der Lage sind großartige Geschichten zu erzählen. Sie benutzen dazu Zwischensequenzen, die mit der Engine des Spiels erstellt wurden - ein weiter Weg von ihren Einspielern der Superlative. Hier kann man gut die neuen Modelle der Gesichter erkennen, die jetzt auch Emotionen zeigen können und wir werden Zeuge von begeisternden und atemberaubenden Momenten. Der Soundtrack erhöht die Intensität und mischt instrumentale und chorale Passagen, die an die klassischen Themen der Reihe erinnern. Ein meisterhafter Soundtrack, der die Atmosphäre perfekt einfängt und dynamisch auf Situationen reagiert.

Man merkt gleich, wie sehr Blizzard daran gelegen war in World of Warcraft: Warlords of Draenor die Kontrolle über die vielen Elemente des Spiels zu behalten. Sie wollen nicht das die Leute Unmengen an Ressourcen horten, um sie im Auktionshaus zu verkaufen. Sie wollen nicht, dass die Spieler sich mit epischen Ausrüstungen der Stufe 640 bewaffnen und viel zu einfach durch das Spiel hetzen können. Sie wissen sehr wohl, dass es für einige Leute nicht lange dauern wird, sich durch all die Ränge nach oben zu arbeiten und es ist allen klar, dass der echte Fortschritt in World of Warcraft erst mit dem Erreichen des Level-Cap beginnt - durch die heroischen Dungeons und Gegenstände.

Die Quests sind linear strukturiert und folgen einer klaren Erzählstruktur. Sie hängen davon ab, wo wir sind und enden üblicherweise in einem epischen Event. Es gibt aber auch eine Menge Inhalte, die nicht sofort entdeckt werden und da World of Warcraft: Warlords of Draenor zum Erforschen einlädt, kann man diese Missionen über die gesamte Welt verteilt finden. Die gesamte Karte ist voll von verrückten Gegnern, mächtigen Waffen, möglichen Verbündeten oder einfach spaßigen Ablenkungen. Dazu kommen noch die Schätze, die mit den archäologischen Karten aufgespürt werden können und die perfekte Entschuldigung dafür sind, in Draenor herumzustreunen und mehr zu machen, als nur Monster zu töten und bessere Ausrüstung zu finden. Das Erforschen macht viel mehr Spaß, weil wir jetzt das Unbekannte entdecken. Das ist großartig und die nötige Dosis Abenteuer für ein Spiel, in dem zuletzt jeder nur noch Augen für die Ausrüstung hatte.

World of Warcraft: Warlords of Draenor

Früher oder später wird man aber in die Dungeons herabsteigen und sich auf Gilden vorbereiten müssen. Es warten acht Dungeons mit völlig unterschiedlicher Atmosphäre - von orkverseuchten Gegenden zu Wäldern mit lebenden Bäumen. Es gibt einen Zug, auf dem man sich von Wagen zu Wagen kämpfen muss. Der Schwierigkeitsgrad ist in den Dungeons immer noch sehr niedrig, weil die Gegner so leicht zu erledigen sind. Nur die Bosse sind eine harte Nuss, die es zu knacken gilt. Trotzdem braucht man für die einfachen Gegner mehr Beweglichkeit und man muss aufmerksam alles um sich herum beobachten, um besser vorherzusagen, was passiert. In World of Warcraft: Worlds of Draenor dreht sich alles weniger um Reaktionen, sondern viel mehr um Prognosen, aber wenn man sich diese Mechaniken erst zu eigen gemacht hat, reduziert sich der Schwierigkeitsgrad etwas.

Die neue Erweiterung hat World of Warcraft in die zweite goldene Ära geführt. Vorbei sind die Tage der Mittelmäßigkeit und wir betreten endlich das Post-Panda Zeitalter. Es scheint als wären sowohl Diabolo II als auch World of Warcraft zu altem Glanz zurückgekehrt und dies zur gleichen Zeit, in der Blizzard die Arbeit an seinem Online-Rollenspiel Titan einstellt. Ob es da wohl eine Verbindung gibt? Das Ergebnis ist in jedem Fall großartig. World of Warcraft: Warlords of Draenor ist eine lustige und begeisternde Erweiterung - gut gemacht und voll mit neuen Inhalten. Ich persönlich bin mir sicher, dass jeder seinen Spaß haben wird. Es ist ein fantastisches Spiel und es ist die Erweiterung auf die alle Freunde der Reihe so lange gewartet haben. Und es ist das Fundament für eine großartige Zukunft für World of Warcraft.

World of Warcraft: Warlords of Draenor
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World of Warcraft: Warlords of Draenor
09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
+
abwechslungsreiche Gebiete, wundervolle Musik, epische und spannende Handlung, lustig, die Garnison ist eine großartige Ergänzung
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Dungeons sind zu leicht, sie haben mehr oder weniger die Fraktionen verloren, mehr Kontrolle, Spielerfortschritt ist noch immer zu schnell
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