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Kritik

Far Cry 4

Ein absolutes Content-Monster, das hammerstabil läuft und großartigen Spielspaß für viele viele Stunden garantiert.

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Far Cry ist wieder da, und schon allein die 4 im Titel bietet Anlass für eine kleine Geschichtsstunde. Der Name stammt unverkennbar vom deutschen Entwickler Crytek, doch seit Teil 2 ist die Serie in den Händen von Ubisofts eigenen Entwicklerstudios. Die Redewendung „a far cry" bedeutet so viel wie „ganz weit weg" - und dies trifft natürlich auch auf die neueste Inkarnation zu, denn die Story ist im Himalaya angesiedelt. Held Ajay Ghale besucht den fiktiven Staat Kyrat, um den letzten Wunsch seiner Mutter zu erfüllen: Er soll ihre Asche dort verteilen.

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Schon bei seiner Ankunft muss er feststellen, dass dies nicht ganz so einfach werden wird. Das Land leidet nämlich unter dem spleenigen Diktator Pagan Min, der einst amouröse Absichten gegenüber Ajays Mutter hegte. Diese war aber offensichtlich nicht interessiert und zeugte lieber ein Kind mit dem Anführer der Widerstandsgruppe Goldener Pfad. So steht Ajay auf einmal voll im Rampenlicht und hat im wahrsten Sinne des Wortes schwer zu kämpfen, um die Erwartungshaltung der Bevölkerung zu erfüllen.

Far Cry 4Far Cry 4
Die Grafik ist einfach atemberaubend und mit extrem viel Liebe zum Detail gestaltet. Die Weitsicht ist gigantisch und fast jeder sichtbare Ort ist auch erreichbar.

Aber jeder Guerillakampf fängt klein an, und so bekommt Ajay von den Rebellenführern Sabal und Amrita erst einmal die Grundlagen beigebracht. Während Veteranen von Far Cry 3 alles bekannt vorkommen dürfte, könnten Neulinge glatt von der Fülle erschlagen werden. Neben dem Befreien von Dörfern und dem Einnehmen von Funkmasten gibt es eine unglaubliche Anzahl von Nebenmissionen wie Geiselbefreiungen, Tierjagden und Rennen mit unterschiedlichsten Gefährten.

Dazu kommen überlebenswichtige Dinge wie das Herstellen von Heilmitteln und Taschen. Zu Beginn kann Arjay nämlich nur eine Waffe und wenig Munition tragen. Um sich weitere Holster zu schneidern, ist das Leder ganz bestimmter Tierarten nötig. Bei der Jagd kommen dann Feinheiten wie Jagdreviere, Köder und Blattschüsse hinzu. Und dabei ist die Tierwelt nur ein klitzekleiner Aspekt des Spieles, der aber wie jedes andere Detail auch mit sehr viel Tiefe angelegt ist.

Um die Geschichte herum herrscht also ständig Action. Das steht dem Spiel sehr gut, da es quasi Open-World in Perfektion bietet. Die Grafik ist einfach atemberaubend und mit extrem viel Liebe zum Detail gestaltet. Die Weitsicht ist gigantisch und fast jeder sichtbare Ort ist auch erreichbar. Dies wird besonders deutlich, wenn man mit einem Gleiter, dem Wingsuit oder sogar einem Monocopter unterwegs ist. Und Kyrat lebt: Überall sind NPCs zu Fuß oder mit Fahrzeugen unterwegs, die üppige Fauna durchstreift die Landschaften und es kommt ständig zu nicht gescripteten Szenen, wenn Fressfeinde aufeinander losgehen. Trifft ein Wolfsrudel auf der Schweinejagd auf eine Gruppe von Arjays Gegnern ist teilweise das pure Zusehen so spannend, dass das momentane Ziel komplett in Vergessenheit gerät.

Far Cry 4
Den Titel "Skyrim mit Gewehren" verdient sich Far Cry 4 dann endgültig mit den zwei Fähigkeitenbäumen, die mit Erfahrungspunkten freigeschaltet werden.

Die Bewegung durch die Spielwelt ist ebenfalls ein Traum, die Steuerung ist eingängig und nachvollziehbar, es wird übergangslos geschlichen, gesprintet und geschlittert, das kontextsensitive Hochziehen funktioniert wunderbar und mit dem Greifhaken lassen sich spannende Kletterpartien meistern.

Den Titel "Skyrim mit Gewehren" verdient sich Far Cry 4 dann endgültig mit den zwei Fähigkeitenbäumen, die mit Erfahrungspunkten freigeschaltet werden. Zahlreiche nützliche Fähigkeiten lassen sich erlernen, die von Doppel-Takedowns bis hin zum Reiten auf Elefanten reichen. Unabhängig davon gibt es noch ein Karma-System, das edle Taten belohnt und überall mit Zufallsmissionen auf sich aufmerksam macht, in denen man die gute Sache der Rebellen weiter vorantreiben kann. Durch alle vorhandenen Tätigkeiten lassen sich neue, aufrüstbare Knarren freischalten, inklusive der besonders mächtigen Signaturwaffen. Sogar Farben und Tarnmuster kann man sich kaufen, der Vielfalt sind bis hin zur goldenen Robocop-Knarre keine Grenzen gesetzt.

Das gleiche gilt für die Unmengen an Loot, welches sich in Geld ummünzen lässt sowie nützliche Pflanzen, aus denen sich nach dem Freischalten der entsprechenden Skills Spritzen produzieren lassen, die die Widerstandsfähigkeit oder den Jagdinstinkt pushen. Und wie es sich für ein echtes Rollenspiel gehört, kann man locker 50 bis 70 Stunden investieren, bis alle Missionen und Ziele erreicht sind. Und im Anschluss geht es am besten wieder von vorne los. Denn je nachdem, welchen Rebellenführer der Spieler mehr unterstützt, gibt es leicht unterschiedliche Story-Missionen.

Far Cry 4
Kurz gesagt ist Far Cry 4 ein absolutes Content-Monster, das technisch auf den neuen Konsolen hammerstabil läuft.

Die Krone setzt dem Ganzen dann noch der Multiplayer auf, den wir allerdings noch nicht voll im echten Live-Umfeld testen konnten. Abgesehen von Arenakämpfen lassen sich aber auch im normalen Spiel befreundete oder fremde Co-Op-Partner zur Hilfe holen. Überzeugte Einzelspieler können sich zum Ausgleich computergesteuerte Söldner rufen, die sich wiederum durch Upgrades verbessern lassen. Die dicken Festungen der vier Obermotze lassen sich zu zweit sicher leichter knacken, je nach Vorliebe lässt sich das Ganze allerdings auch als Stealth-Aufgabe gestalten, mit lautlosen Takedowns, dem Sabotieren von Alarmanlagen und fiesen Sprengfallen.

Kurz gesagt ist Far Cry 4 ein absolutes Content-Monster, das technisch auf den neuen Konsolen hammerstabil läuft. Die einzigen kleinen Kritikpunkte, die sich finden lassen, sind die etwas schwammige Fahrzeugphysik, das unübersichtliche Kreismenü sowie kleinere Bugs wie steckenbleibende Menschen und Tiere. Nörgler werden zudem bemängeln, dass das Spiel in seinem Kern den gleichen Aufbau wie Far Cry 3 und dessen Spin-Off Far Cry 3: Blood Dragon bietet. Die meisten Aufgaben fühlen sich sehr vertraut an, was noch dadurch verstärkt wird, dass in den anderen Top-Marken von Ubisoft ebenfalls viele identische Spielelemente vorkommen. Das kann man nicht von der Hand weisen, extrem großen Spaß macht das Ganze aber trotzdem. Und um den Abstand zu Far Cry 3 noch ein bisschen zu vergrößern, gibt es außerdem noch die verschneiten Gipfelregionen, wo durch Sauerstoffmangel ein neues Spielelement hinzu kommt sowie die völlig psychedelischen Shangri-La-Missionen.

Zudem strahlt der Himalaya schon ein anderes Gefühl aus, als die tropische Umgebung in Far Cry 3. Alles wirkt ein bisschen freundlicher und die Story hält eben auch spirituelle Ansätze bereit, wenn man zum Beispiel im Tempel Räucherstäbchen anzündet. Schräge Charaktere gibt es auch wieder zuhauf, meistens dienen diese als Missionsgeber für weitere Aufgaben. Die Story ist vielleicht nicht ganz so packend wie im Vorgänger und Pagan Min etwas alberner als der psychotische Vaas, dafür sorgt die Optik mit ihren vielen Details, tollen Shadern und der stabilen Framerate für eine noch höhere Immersion in die Spielewelt. Diese sorgt ihrerseits problemlos für das altbekannte „Ach, die eine Mission mache ich noch"-Gefühl, was wiederum Spielspaß im Überfluss bedeutet. Gegen Winterdepressionen an langen Winterabenden empfiehlt Gamereactor daher einen Ausflug in den Himalaya!

Far Cry 4
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Far Cry 4
09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
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bombastische Optik, gigantische Spielwelt, unglaubliche Fülle von Aufgaben, viel zum Sammeln und Freischalten
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kleinere Bugs, Fahrzeugphysik, teilweise überladene Steuerung
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