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Kritik

Dragon Age: Inquisition

Wir haben viele Stunden in der Welt von Thedas in dem neuen Rollenspiel von Bioware verbracht. Ist Dragon Age: Inquisition die Wartezeit von dreieinhalb Jahren wert?

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Es gibt keinen Grund, die Tatsache zu verheimlichen, dass ich ein großer Fan von Dragon Age bin und begierig auf dieses Spiel gewartet habe. Ich habe viele Events besucht und so auch das Studio von Bioware in Edmonton selbst, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Meine Erwartungen an Dragon Age: Inquisition waren wirklich hoch. Kein Wunder, dass ich ziemlich nervös war, als ich das Spiel das erste Mal ins Laufwerk geworfen habe. Ich hatte mir bereits meine Gedanken dazu gemacht, welche Rasse ich spielen würde - ich entschied mich für die Qunari - und dennoch habe ich viel Zeit damit verbracht, meinen Charakter anzupassen. Mehrere Male habe ich alles zurückgesetzt, bevor ich wirklich mit dem Ergebnis zufrieden war.

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Als ich Thedas bereise - und diesmal gibt es wirklich das gesamte Land und wir sind nicht nur in Ferelden - habe ich unterwegs eine Million Kräuter gepflückt, eine Tonne von Steinen gesammelt, Banditen gemetzelt und Dämonen vernichtet. Und ich habe neue Gebiete beansprucht, in dem ich einfach ein Lager aufgeschlagen habe. Ich habe mir ein Pferd gekauft, bin auf Berge geklettert, durch dunkle Höhlen gestolpert und habe dem hoch angesehenen Teil der Gesellschaft in Orlais einen Besuch abgestattet. Ich bin Sümpfe und Wälder, bei Regen und Sonne gewandert. Ich habe einen Drachen beobachtet, der am Strand gegen einen Riesen gekämpft hat.

Dragon Age: InquisitionDragon Age: Inquisition
Diesmal könnnen wir wirklich das gesamte Land bereisen und wir sind nicht nur in Ferelden.

Ich habe selbst einen Riesen besiegt und wurde so oft von Drachen getötet, dass ich aufgehört habe, dies zu zählen. Ich wurde zermalmt, aufgespießt, zerteilt und in Flammen gesetzt. Ich habe richtige Angst vor Drachen entwickelt und bin beim ersten Anblick von Flügeln am Himmel um mein Leben gelaufen. Ich habe Risse geschlossen, welche diese Welt mit The Fade verbinden. Widerwillig wurde ich auf eine Reise durch die Zeit mitgenommen. Ich habe neue Freunde gefunden und einen ganz großartigen Ort gefunden, den ich mein Zuhause nenne. Ich habe Bösewichte getroffen, The Elder One und ich habe Rüstungen und Waffen gefertigt.

Wie schon in den vorangegangenen Spielen tobt ein Konflikt zwischen den Magiern und den Templern. Wir müssen uns wir eine Seite entscheiden und tun wir dies, dann werden damit andere Optionen komplett ausgeschlossen. Das einzige Problem ist, dass sich die Dinge seit den Ergebinissen von Kirkwall nicht so gut entwickelt haben. Thedas steht vor einem Krieg von unvorstellbaren Ausmaß. Fügen wir jetzt noch ein riesiges, klaffendes, grünes Loch im Himmel dazu, das Dämonen auspuckt, wird es alles noch schlimmer. Und es ist unsere Aufgabe, das Chaos zu beseitigen, weil wir unsere Nase in Dinge gesteckt haben, die uns nicht angehen. Und weil irgendwie eine große Explosion überlebt haben, ein großes, grünes Mal auf unser Hand erscheinen ließ, welches uns allerlei Arten von Magie ermöglicht.

Das Spiel dreht sich im Großen und Ganzen darum, dass wir mehr Macht und Einfluss für unsere Inquisition gewinnen. Und es geht darum, herauszufinden, was zu dieser enormen Explosion geführt hat, wer dafür verantwortlich ist und wie wir Ordnung in das Chaos bekommen. Oder besser gesagt, darum drehen sich die ersten 20 Stunden des Spiels. Es ist eine Art Prolog. Im Anschluss daran verwandelt sich Dragon Age: Inquisition in ein neues Spiel mit neuen Aufgaben, neuen Fähigkeiten, Gegnern und Gebieten. Ich verrate nicht mehr zur Geschichte als das und wer Dragon Age: Origins und Dragon Age 2 mit den Erweiterungen zvor gespielt hat, wird hier profitieren können. Aber es ist nicht notwendig, um Spaß mit dem Spiel zu haben. Man wird eben einfach ein paar alten Bekannte über den Weg laufen.

Dragon Age: Inquisition
Das Spiel dreht sich im Großen und Ganzen darum, dass wir mehr Macht und Einfluss für unsere Inquisition gewinnen.

Es scheint so, als hätte sich Bioware die Kritik an Dragon Age 2 zu Herzen genommen und alles getan, was sie hätten tun können, um die Fehler der Vergangenheit auszumerzen. Die Gebiete, durch die wir reisen, sind riesig und noch dazu unglaublich abwechslungsreich. Es gibt alles vom Dschungel bis zur Wüste - und die Gegner fallen nicht länger vom Himmel und tauchen endlos immer wieder auf. Das Spiel nimmt sich das Beste von Dragon Age: Origins und Dragon Age 2 und ergänzt dies mit einer Menge Ideen aus The Elder Scrolls V: Skyrim zum Verfeinern.

Diese Inspiration ist wirklich leicht zu erkennen. Beim Spielen denke ich ziemlich oft, dass mich dieses oder jenes an das Rollenspiel von Bethesda erinnert. Besonders kommt mir dieses Gefühl, als ich auf meinem Pferd sitze, die steilen Wege auf die Hügel und Berge raufsteige und ich andere Gegner dabei beobachte, wie sie gegeneinander kämpfen und mich dabei gar nicht bemerken. Das ist nicht negativ, nein. Es ist einfach der beste Weg, um zu beschreiben, wie viel Freiheit Dragon Age: Inquisition bietet.

Habe ich eigentlich schon erwähnt, wie schön das Spiel aussieht? Optisch ist es atemberaubend. Ich habe eine Menge Zeit damit verbracht, zwischendurch einfach Mal die Aussicht genießen. Ich war vor allem davon beeindruckt, wie realistisch das Meer ausschaut und von der Tiefe der Texturen des felsigen Ufers. Dazu kommen die Lichtfilter durch das Laub, wenn wir durch einen Wald gehen. Das Beste von allem ist aber, dass sich die Welt wahrlich lebendig anfühlt. Es ist immer etwas los.

Kombinieren wir das dann mit abwechslungsreiche, Wetter und der stimmungsvollen Musik, dann haben wir am Ende eine extrem fesselnde und interessante Spielwelt. Beeindruckt hat mich auch, dass es nicht einfach nur die Umgebungen sind, die aus dem Leben gegriffen zu sein scheinen, sondern die Art, wie die Charaktere sich je nach der Umwelt verhalten. Wir werden uns durch tiefen Schnee kämpfen, im Schlamm stecken, an Hängen herunterrutschen und mit Wasser spritzen, wenn wir durch kleine Bäche und Pfützen springen.

Manchmal wünschte ich mir, dass mich weniger Dinge in Thesdas töten könnten. Ich hätte Lust darauf, diese Welt unter friedlicheren Umständen zu entdecken. Aber nein, Dämonen, Banditen, Drachen und verrückte Magier lassen mir keine Pause.

Dragon Age: Inquisition
Für die Story-Missionen ist eine gewisse Menge von Macht notwendig, weswegen wir auch Nebenmissionen erledigen müssen.

Das Kampfsystem ist dynamisch, und das Umschalten von der taktischen Kamera in die normale Echtzeit-Ansicht funktioniert ziemlich gut. Wir können selbst entscheiden, ob wir strategisch spielen wollen oder eher actionorientiert - ganz wie wir es lieber mögen. Ich habe mich irgendwann je nach Gefecht und Schwierigkeitsgrad angepasst. Bei den schwierigeren Begegnungen wollte ich mehr Kontrolle über die gesamte Gruppe. Dies holt auch den maximalen Nutzen aus den von der Künstlichen Intelligenz gesteuerten Partnern heraus.

Ein paar der Befehle, die ich meinen Charakteren gab, wurden nicht perfekt ausgeführt und an anderer Stelle liefen die Dinge nicht so wie geplant. Es schien fast so, als ob dem Spiel nicht klar war, dass ich einen Feind ausgewählt hatte und es initiierte einen Angriff, an einer Stelle, an der mein Charakter hätte einfach noch näher an den Feind herantreten müssen, um ihn erfolgreich auszuführen. Stattdessen wurde der Angriff an Ort und Stelle durchgeführt, wo kein Gegner in der Nähe war. Aber es kann sich auch einfach um einen Fehler meinerseits handeln.

Mein ursprünglicher Plan war es, dass ich mich zunächst auf die Hauptgeschichte konzentriere und die Nebenaufgaben auf ein Minimum beschränke, um schnell voranzukommen. Das erwies sich als deutlich schwieriger als erwartet. Es stellte sich nämlich heraus, dass für die Story-Missionen eine gewisse Menge von Macht notwendig ist, die erreicht werden muss. Und wir kommen wir an diese Macht? Richtig, durch den Abschluss von Nebenquests und in dem wir den Bürgern von Thedas helfend zur Seite stehen.

Ob wir nun Rissen schließen, gegen Dämonen kämpfen oder bei der Suche von verloren gegangenen Haustieren helfen - das alles bringt uns voran. An einer Stelle musste ich 50 Machtpunkte sammeln, um die Haupthandlung vorantreiben zukönnen. Das sind eine Menge von Nebenaufgaben, die zu erledigen waren. Es gibt keinen Grund zum Tadel, aber es scheint mir doch ein Widerspruch zu dem Leitmotto von Bioware zu: "Spiele es auf deine Weise".

Dragon Age: Inquisition
Es gibt wenig Grund zum Tadel, aber manches steht im Widerspruch zu dem Leitmotto von Bioware zu: "Spiele es auf deine Weise".

Eine andere Sache, die dem konträr gegenüber steht, ist die Tatsache, dass wir die Verteilung der Attributpunkte für unseren Charakter und unsere Begleiter nicht mehr selbst bestimmen können. Wenn wir ein Level aufsteigen, dann können wir nur neue Fähigkeiten auswählen oder vorhandene ändern. Darüber hinaus wurden die individuellen Einstellungen für die Taktiken minimiert. Ich hatte in den letzten beiden Spielen große Freude daran, mit den Taktiken meiner Begleiter herumzuexperimentieren. So gab ich ihnen etwa bestimmte Aufgaben in bestimmten Situation. Ich sage nicht, dass die KI in Dragon Age: Inquisition schlecht ist, dass ist sie ganz und gar nicht. Ich wünschte mir nur, ich hätte einfach selbst mehr Kontrolle.

Bioware war so sehr damit beschäftigt, die Mängel aus den Vorgängern auszumerzen, dass dabei, so scheint es, auch einige der Dinge weggebügelt wurden, die gut waren. Sowohl in Dragon Age: Origins als auch in Dragon Age II müssen wir uns mit der Hintergrundgeschichte der Hauptfiguren beschäftigen. Wir waren dabei, als sie Familienmitglieder verloren, wenn sie mit schwierigen Entscheidungen konfrontiert waren oder wenn sie aus ihren Häusern geworfen wurden. Wir haben sie ziemlich gut kennengelernt. Die Hauptfigur in Dragon Age: Inquisition kennen wir noch nicht so gut. Sie ist so etwas wie eine leere Leinwand. Ihr Leben, bevor sie nach der Explosion aus den Trümmern gestolpert ist, existiert fast nicht.

Ich glaube ich weiß, worauf Bioware damit abzielt. Wir als Spieler sollen diese Leinwand selbst füllen. Aber das wiederum ist vor dem Hintergrund einfach auch ein bisschen schwierig. Ich mag einfach nicht, wie der Hauptcharakter auf Ereignisse reagiert und ich habe kein Gefühl für das Verhältnis zu den Begleitern. Und immerhin steuere ich diese Figur. Es hätte an dieser Stelle ein wenig mehr Grundlage gebraucht. Die Tatsache, dass ich mich mit meinem Charakter nicht so sehr identifiziere wie mit Hawke und Grey Warden lässt die Ereignisse im Spiel weniger Bedeutsam erscheinen. Das ist schade.

Dragon Age: Inquisition
Es wird eine Lust entwickelt, diese Welt unter friedlicheren Umständen zu entdecken.

Menschen dazu zu bringen, damit sie bei unserer Inquisition helfen, geht übrigens typischerweise in etwa so:

Hey, I just met you,
And this is crazy,
You've got skills,
So join my Inquisition, maybe?

Und ganz plötzlich sind wir von vielen glücklichen Helfern umringt, die uns dabei unterstützen wollen, die Welt zu retten - ganz ohne Hintergedanken. Ich habe zudem nicht viel von den Gesprächen meiner Begleiter untereinander bemerkt. Vielleicht hat sie meine eher einschüchternde Heldin Qunari so sehr erschrocken, dass sie überwiegend schwiegen.

Das bringt uns auf die große Frage. Wird das Spiel den Erwartungen gerecht? War es das Warten wert? Die Antworten sind fast und absolut. Ob meine Erwartungen einfach zu hoch waren, oder ob die Entwickler es versäumt haben, einige von ihnen unzusetzen, ist etwas, bei dem ich mir nicht sicher bin. Egal, ich habe meine Zeit in Thedas genossen und ich freue mich darauf, dort noch viel mehr Zeit zu verbringen. Vielleicht fange ich auch einfach noch mal von ganz vorne an - mit einem neuen Status der Welt, den ich mir über Dragon's Keep zusammengebastelt habe. Es fängt alles erst an...

Impressionen aus dem Multiplayer wird es zu einem späteren Zeitpunkt geben, sobald wir genügend Zeit mit diesem Aspekt des Spiels verbracht haben.

Dragon Age: Inquisition
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09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
+
riesig, unterhaltsam, wunderschön, gute Steuerung, hübscher Soundtrack, viel zu entdecken, spannende Geschichte, eigenes Heim und Thron zum personalisieren, Drachen, Explosionen, Freiheit
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Restriktionen bei Klassen für Rüstung und Kleidung, Design von Sera und Cole ist nicht gut, besteht das Risiko das die Nebenaufgaben mit der Zeit etwas überhand nehmen, Zahl der Quests und Möglichkeiten fühlt sich manchmal überwältigend an
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