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Kritik

Lords of the Fallen

Deck 13 und CI Games haben tatsächlich das erste wirklich herausfordernde Spiel der neuen Generation zusammengebastelt. Wir haben oft unser Leben gelassen.

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Vor Tausenden von Jahren, wurde die Existenz der Menschheit von einem bösen Gott namens Rhogar bedroht. Armeen wurden ausgesandt, um den Gott zu töten und Dekrete erlassen, um das Böse in Schach zu halten. Unser Held Harkyn teilt sein Schicksal mit all den anderen Verbrechern auf der Welt. Seine Sünden werden ihm nie vergeben und als Gesetzesbrecher wird er im Gesicht mit Runen tätowiert, um immer an die Untaten der Vergangenheit erinnert zu werden. Als die vielen düsteren Dämonen von Rhogar zurückkehren und das Land verdunkeln, gibt es für Harkyn einen Hoffnungsschimmer - Hoffnung auf Vergebung. Er und sein Mentor werden aus dem Gefängnis befreit, um die Dämonen zu bekämpfen und den bösen Gott zu stoppen.

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Ich habe kein Problem damit, das zuzugeben. Lords of the Fallen hat mich mehr herausgefordert, als ich das von anderen Spielen gewohnt bin. Ich würde tippen, dass ich im Kampf gegen die Dämonen, Monster und Ritter aus Rhogars Armee etwa eine Million Mal gestorben bin. Anders als in vielen anderen Spielen, in denen die schlechte Steuerung oder frustrierende Spielmechaniken dafür verantwortlich gemacht werden können, liegt der Fehler hier ganz klar bei mir. Ich hatte den Tod verdient. Ich habe den Gegner unterschätzt. Ich war bei meinem Angriff übereifrig und wurde dafür bestraft.

Lords of the FallenLords of the Fallen

Es gibt drei Charakterklassen und drei Magietypen, zwischen denen wir anfangs wählen können. Auf diese Weise findet hoffentlich jeder seinen favorisierten Spielstil. Die Idee ist schon, nicht endlos viele Optionen anzubieten und verbessern lassen sich tatsächlich auch nur die Ausrüstung, Zaubersprüche und Attribute. Um Harkyn aufzustufen, verwenden wir Erfahrungspunkte, die wir an festen Speicherpunkten bekommen. Wer eine größere Herausforderung sucht, kann diese Punkte ignorieren, was wiederum in zusätzlicher Erfahrung mündet - also zumindest in dem unwahrscheinlichen Fall, dass wir bis dahin überleben. In anderen Worten: Wir entscheiden selbst, wie groß das Risiko ist, das wir eingehen wollen und welche Belohnung wir dafür kassieren oder eben nicht.

Unser Antiheld Harkyn verfügt über eine akzeptable Reihe von Waffen, zwischen denen wir wählen können und der Nahkampf wird sehr schnell intensiv. Wie bereits erwähnt, funktioniert die Steuerung fabelhaft, wobei wir die Angriffe über die Schultertasten auslösen. Kurz angetippt, folgt ein schwacher Angriff, und wird die Taste länger gehalten, wird dieser kraftvoller. Der häufige Einsatz des Schildes und Ausweichmanöver sind zwingend erforderlich. Und auch wenn Harkyn schließlich Magie erlernt, die ihm in scheinbar unmöglichen Situationen helfen, ist dies nur ein kleiner Beitrag. Jeder Angriff und jeder Block braucht Energie und das richtige Timing, um effektiv zu sein und nicht schnell zum Tod zu führen. Gelingt dies nicht, und das wird oft passieren, starten wir erneut vom letzten Speicherpunkt und alles muss erneut bewältigt werden. Wenn wir aber zu dem Ort des Kampfes zurückkehren, an dem wir kläglich gescheitert sind, sehen wir dort einen Geist und können die gesammelten Erfahrungspunkte wieder einkassieren.

Wenn ich sage, dass im Falle des Ablebens alles erneut geschafft werden muss, dann gibt es zum Glück eine Sache, die davon ausgenommen ist. Denn wir können in diesem Fall die Dialoge und Interaktionen aus der Handlung mit anderen Charakteren überspringen und dafür wird jeder dankbar sein. Sie sind einfach furchtbar anzuschauen und glücklicherweise müssen wir sie nur ein einziges Mal sehen. Die Animationen und die Körpersprache passt einfach selten zu den Worten und dem Tonfall. Leider hilft es aber auch nicht, wenn wir einfach die Augen schließen, um die merkwürdigen visuellen Entgleisung auszublenden. Es fehlt auch in der Sprach an Empathie und die Dialoge werden einfach nicht glaubwürdig rübergebracht. Es kommt der Punkt, an dem ich persönlich froh war, dass ein guter Teil der Handlung durch gesprochene Aufzeichnungen erzählt wird, die deutlich besser gelungen sind.

Lords of the Fallen

Was die Optik angeht, so handelt es sich um eine sehr schwankende Erfahrung. Nehmen wir die komischen Gestiken der Charaktere in Gesprächen einmal aus, funktionieren die Animationen innerhalb und außerhalb von Kämpfen. Als Harkyn das Kloster besucht, fällt wunderschönes Licht durch die Mosaikfenster und lässt uns vergessen, dass wir nur ein Spiel spielen. Ein paar der Aussichten in Lords of the Fallen sind wahrlich atemberaubend. Leider gibt es auch ein gutes Stück Tearing und Probleme mit einer schwachen Bildwiederholrate, die uns in die harte Realität zurückholen.

Die Immersion leidet auch unter den sehr langen Ladezeiten zwischen den Leveln. Glücklicherweise beinhalten diese Pausen immerhin nützliche Informationen in Form von Tipps und Ratschlägen, um sich auf die kommenden Kämpfe vorzubereiten. Außerdem gibt es Informationen in Form eines Guides, dem wir folgen können, wenn das erforderlich ist. Das heißt, dass sogar ich das Spiel meistern konnte, obwohl dafür starke Fähigkeiten im Action-Rollenspiel-Genre erforderlich sind, die normalerweise nicht zu meinen Stärken gehören.

Aber gut, ich werde es dabei belassen. Das Spiel ähnelt in gewisser Weise Dark Souls, obwohl es ein paar deutliche Unterschiede gibt. Doch die Ähnlichkeiten sind nicht zu übersehen. Lords of the Fallen legt den Fokus mehr auf Arcade, es ist weniger düster und nicht ganz so unversöhnlich. Trotzdem sollte man sich den Titel nur dann vorknöpfen, wenn man auf etwas wirklich Forderndes vorbereitet ist. Wer sich wirklich die Zeit nimmt, gegen die verschiedenen Gegner und praktisch unsterblichen Boss-Gegner Taktiken zu entwickeln, und wer keine Angst davor hat, bei diesem Unterfangen immer und immer wieder zu sterben, für den ist Lords of the Fallen eine lohnende Investition.

Einen ganz praktischen Tipp gibt es aber noch am Schluss. Wer in das Action-Rollenspiel eintauchen möchte, sollte ganz dringend alle zerbrechlichen Objekte aus der Umgebung entfernen, bevor der Tod zum hunderttausendsten Mal in Folge über den Bildschirm flackert.

Lords of the Fallen
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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
spannende Umgebungen, gute Animationen, herausfordernd ohne unfair zu sein, nette Musik
-
schlechte Sprachausgabe, Probleme mit Tearing und der schwachen Framerate, endlose Ladezeiten
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