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Film-Kritik

The Amazing Spider-Man 2

Den einen oder anderen Marvel-Fan wunderte es sicherlich ein bisschen, dass die Filmreihe nach gerade einmal zehn Jahren bereits einen Neustart mit anderen Schauspielern, aber quasi identischer Ausgangslage erfahren musste. Inzwischen geht die neue Trilogie um den freundlichen Netzschwinger aus der Nachbarschaft in die zweite Runde und Hauptdarsteller Andrew Garfield plagen im Prinzip immer noch die gleichen Probleme wie seinen Vorgänger Tobey Maguire damals. Die Verbrecherjagd zieht nämlich die Aufmerksamkeit üblen Gesocks' auf sich, und da man einem Superhelden kaum zu Leibe rücken kann, gerät die jeweilige Freundin in die Schusslinie - egal ob diese nun Mary Jane oder Gwen Stacy heißt. Da kommt als Lösung nur Enthaltsamkeit in Frage, die natürlich ausschließlich halbherzig und unter Tränen vollzogen werden kann.

Ja, auch die Comics von Spider-Man hatten schon immer die klassischen Teenager-Probleme zum Inhalt, der aufgesetzte Weltschmerz à la Twilight wirkt hier jedoch ziemlich übertrieben. Die vermeintlichen Probleme der Romanze wirken arg konstruiert und münden in quälend langweiligen Szenen. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass man den Verlauf der Dramaturgie schon aus den alten Filmen kennt.

Zum Glück gibt es aber auch Neues zu sehen und besonders interessant sind da die Superschurken, die an der ganzen Misere Schuld sind. Der klassische grüne Goblin bringt mit seinem Vater/Sohn-Konflikt und der verkrampften Jungsfreundschaft zu Peter Parker zwar auch keine Überraschungen, aber da ist ja auch noch Laser-Mann Electro. Der wird ähnlich wie Spider-Man selbst von einem (schon etwas älteren) Nerd zum Potenzprotz, gerät jedoch aufgrund seiner extremen Minderwertigkeitskomplexe auf die andere Seite der Macht.

Mit seinen grandios umgesetzten Zerstörungsorgien beendet er die aufkeimende Langeweile und erfüllt Video-spiele-affinen Zuschauern gleich noch einen besonderen Wunsch: Seine Neon-Superkräfte zeigen nämlich schön opulent, wie eine Spielfilmversion von Infamous: Second Son aussehen könnte! Ziemlich beeindruckend das Ganze, die Electro-Sequenzen sind vor allem in 3D im wahrsten Sinne des Wortes die Highlights des Films. Dadurch ist es dann auch verschmerzbar, dass der Ausklang des Streifens eher wie ein Werbetrailer für Teil drei wirkt. Zumindest besteht die Möglichkeit, dass der Abschluss der Trilogie dieses Mal besser gelingt als der ziemlich überladene letzte Versuch.

The Amazing Spider-Man 2
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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
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