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Kritik

Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes

Avalanche Software bringt eine neue Version des Sammelfigur-Videospiels an den Start, leider nicht überall mit den nötigen Verbesserungen.

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Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes ist am Ende tatsächlich genau das, was der Name sagt. Eine etwas erweiterte, im Detail verbesserte Version von Disney Infinity mit den Marvel-Superhelden als Kaufanreiz. Das Grundprinzip bleibt gleich. Man kauft ein Spiel, kriegt dazu ein Portal, auf das sich Figuren und Bonusmünzen legen lassen, die dann im Spiel erscheinen bzw. Inhalte hinzufügen. Das ist von Skylanders kopiert, natürlich.

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Es gibt weiter fertige Playsets, die über eine auf dem Portal platzierte, durchsichtige Plastikskulptur themenbezogene Spielwelten freischalten. Dem Starterset liegen drei okay gearbeitete Figuren und eine Avengers-Spielwelt bei. Für 30 Euro gibt es zusätzliche Playsets, für 12-13 Euro einzelnen Figuren. Alles wie gehabt. Die Kompatibilität ist maximal möglich gelöst. Alte Figuren und Bonusmünzen aus Disney Infinity funktionieren vollständig auch mit dem neuen Game, nur die alten Spielwelten aus den Playsets sind nicht im neuen Game spielbar. Allerdings sind keine der neuen Marvel-Figuren, Playsets oder Münzen mit dem alten Spiel kompatibel. Man muss also neu kaufen, wenn man alle neuen Sachen nutzen will. Auch bei Skylanders kopiert, natürlich.

Disney Infinity 2.0: Marvel Super HeroesDisney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes
Man muss schon viel kindliche Fantasie mitbringen, um sich das hier als pulsierende Großstadt vorzustellen.

Wer die ellenlange Ladezeit des Avengers-Playsets überstanden hat, landet in einem fiktiven New York. Man muss schon viel kindliche Fantasie mitbringen, um sich das hier als pulsierende Großstadt vorzustellen. Denn New York ist in Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes ein riesiger, grauer Ort, mit epischen Plätzen so leer und öde wie der Marktplatz von Castrop-Rauxel ab 20.30 Uhr. Die Autos sehen alle gleich aus, gelegentlich laufen Leute rum. Alles sehr reduziert. Das war schon im ersten Teil ein großes Problem und wurde nicht signifikant verbessert. Selbst in der von uns gespielten Xbox One-Version ist die Optik bestenfalls trist. Alles sieht so aus, als ob hier auf maximale Kompatibilität bei der Konzeption gesetzt wurde, damit auch die Wii-Version günstig mitentwickelt werden kann.

In der offenen Spielwelt warten reichlich Minigames und Missionen. Allerdings darf reichlich bitte nicht mit abwechslungsreich verwechselt werden. Immer gleiche Gegner und ähnlich oder komplett identisch strukturierte Aufgaben ziehen das Erlebnis extrem in die Länge. Es ist einfach alles relativ schlicht gehalten, optisch wie inhaltlich. Einerseits, damit das Game auch auch kleine Kids verstehen und spielen können. Anderseits wohl auch deshalb, weil sie es nicht besser gewollt oder gekonnt haben. Wobei auch gute Ideen eingebaut wurden. Wenn eine Spielfigur in einer Mission alle Energie verliert, kann man einfach eine neue Spielfigur auf das Portal stellen. Nachteil: Ist die nicht hoch genug gelevelt, ist schnell der Ofen aus - gerade gegen härtere Gegner. Alle Spielfiguren können bis zu Level 20 aufsteigen. Dazu braucht man mehr als ein Playset Spielzeit, aber immerhin ist alles mit allem verbunden, so dass alle Aktionen in allen Modi die jeweils gewählte Spielfigur aufleveln.

Stärkere Gegner gibt es immer mehr, je länger das Spiel dauert. Schuld ist das stumpfe Muster, einfach immer mehr immer stärkere Gegner in gleichartigen Missionen zu servieren. Und dann am Ende eine Endboss, der im direkten Vergleich viel zu stark ist, sich aber mit einem simplen Trick komplett aushebeln lässt. Langweilig, wie die Playsets insgesamt. Da ist kaum Liebe spürbar, die man aber von Disney einfach erwartet. Vom wem denn, wenn nicht von Disney?!

Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes
Die Toy Box ist verbessert worden. Sie ist immer noch der mächtigste Teil des Spiels und viel netter als das hier gezeigte Avengers-Playset.

Es ist einfach so öde, diesen Quark zu spielen. Da hilft auch das halbherzig implementierte Level-System für die Charaktere nichts. Denn das Gameplay wird dadurch kaum spannender. Man freut sich nach ein paar Stunden extrem über das Sky-Bike, mit dem sich die Welten viel schneller durchfliegen lassen. So lassen sich auch die Missionen schneller abarbeiten. Die Story, die ihren Namen kaum verdient, hat man in ein paar Stündchen abserviert. Und soll sich dann das nächste Langweiler-Playset zulegen. Hmmm, nein...

Aber es gibt auch gute Seiten, wenn man sich einlassen mag. Die Toy Box ist um einiges netter als die Playsets - und verbessert worden. Sie ist immer noch der mächtigste Teil des Spiels. Hier können wir eigene Welten und Herausforderungen bauen. Das ist sehr frei und mächtig, aber man kann sich nun aber auch helfen lassen. Creators-Tools sorgen dafür, dass themenbezogene Welten automatisch gebaut werden. Wir können kleine Builders in den Welten platzieren, Vorlagen nutzen oder Toy Box-Welten herunterladen, erstellt von der Community oder den Entwicklern. Wir dürfen natürlich auch eigene Kreationen hochladen.

In der Toy Box dürfen wir auch mit den neuen Pyramiden-Münzen fertige Minispiel integrieren. Es gibt lustige Tower Defense-Level in Asgard oder Dungeon-Crawling. Simpler Kram, aber wenigstens kurzweilig. Witzig ist auch MyInterior. Dort kann man sich eine Miniwelt bauen, dekorieren und mit eigenem Innenleben versehen. Mit Markern und Aktionsfeldern lassen sich auch hier richtige kleine Games im Game entwerfen. Und reichlich zusätzliche Räume hinzufügen, um sich ein unendliches Universum im Disney-Kontext zu erschaffen.

Würde es all die bekannten Figuren nicht geben, wäre das Spiel vollständig belanglos. Durch den Disney-Kontext und die Marvel-Figuren gewinnt das Spiel hinzu, macht aber nichts so richtig zwingend substanziell besser als der Vorgänger. Was die Toy Boxes rausreißen, lassen die immer noch tragisch langweiligen Playsets wieder einkrachen. Wer auf Disney verzichten kann und so ein Figurenspiel will: Am 10. Oktober kommt Skylanders: Trap Team, das ist deutlich besser. Und die realen Figuren sehen auch besser aus...

Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes
Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes
Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes
Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes
Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes
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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
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verbesserte Toy Box und dort nette Spaßlevel, Disney- und Marvel-Charaktere
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schlimmes Leveldesign, schwache Optik, wenig Liebe spürbar
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