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Kritik

Destiny

Es soll der nächste Millionenhit für Activision werden. Zum Glück ist der Schlachtplan für das Action-Shooter-MMO Destiny auf zehn Jahre ausgelegt.

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Wenn Destiny seine tollen Kampfmomente trifft - was viele, viele Male über die Dauer des Spiels passiert - liefert es eine erhabene, echt fantastische Erfahrung. Aber diese Höhen werden von einer gewissen Vertrautheit begleitet. Das Universum mag neu sein, aber so einige Dinge wurden aus einer alten Welt überführt. Bungie nutzte die Erfahrungen aus Halo, um den Kern von Destiny zu bauen. Es ist wenig Evolution sichtbar, gerade bei jenen Spielmechaniken, für die das Studio absolut zu recht weltbekannt ist. Stattdessen haben sie all ihr Wissen für das solide Fundament benutzt.

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Gerade anfangs ist man in der eindrucksvollen Science-Fiction-Mühle fast etwas verloren. Angriffslustige Aliens haben sich vervielfacht und diversifiziert. Wir ballern uns durch ihre Reihen, so wie immer. Wir können die Welt dabei solo erkunden oder im Koop gemeinsam mit Freunden oder Fremden. Es gibt natürlich ebenso einen kompetitiven Multiplayer, um alleine oder in Teams gegeneinander anzutreten. Alles Dinge, die wenig überraschend und tief in der Bungie-DNA implementiert sind. Wer ein Fan des Studios ist, wird wissen, dass das keine schlechte Sache ist.

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Bei der Erforschung neuer Grenzen spielen wir Schulter an Schulter mit Freunden und Fremden, da Destiny sehr deutlich auf den MMO-Aspekt setzt.

Die patentierte Gameplay-Philosophie von Bungie ist nun mit einer Always-Online-Welt verdrahtet. Wir kämpfen als einer von vielen Hütern dafür, die Galaxis zu retten. Wir sind ein Leuchtfeuer der Hoffnung, um die größer werdende Dunkelheit zurückzudrängen, während die Aliens fallen wie Fliegen. Bei der Erforschung neuer Grenzen spielen wir Schulter an Schulter mit Freunden und Fremden, da Destiny sehr deutlich auf den MMO-Aspekt setzt. Auf welcher Mission auch immer man unterwegs sein mag, immer wieder kreuzen andere Spieler den eigenen Weg. Dann können wir wählen, ob wir solo weiterspielen wollen, ein festes Hüter-Team mit bis zu drei Spielern bilden oder einfach ein Weilchen lose gemeinsam die Aliens jagen.

Trotz der verpflichtenden Onlineverbindung spielt sich Destiny allein oder im Team gleich gut. Ganz alleine ist es manchmal schwerer, die mächtigeren Endgegner der Missionen abzuservieren, aber es geht immer. Das Spiel gleicht im Koop automatisch die Schwierigkeit und Stärke der Gegner an das Level der Mitspieler an. Dabei werden Hüter mit dem höchsten Level bevorzugt. Soll heißen: Tendenziell sind die Aliens stärker, so dass es für Spieler mit niedrigem Level manchmal frustrierend wird.

Zum Glück spielen XP-Grinds keine Rolle. Jeder Abschuss, jeder Messerstich, jeder Granatentreffer wird mit Erfahrungspunkten belohnt. Bungie hat für jede der drei Hüter-Klassen und ihren kleinen Begleiter, der als Missionshelfer dient, ein umfangreiches Upgrade- und Perk-System entwickelt. Nach und nach werden für den Charakter Fähigkeiten freigeschaltet, die Waffen oder Verteidigung verbessern. Dazu gibt es neue Versionen für die Schutzausrüstung und bessere, seltene Versionen der Waffen.

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Egal, ob man linear der Story folgt, die Welten im Patrouillen-Modus frei erkundet oder in Strike-Mission durch Dungeons kriecht, es bleibt spannend.

Es gibt definitiv einen spürbaren Unterschied zwischen den Klassen. Als Warlock ist man anfangs nicht so stark und im Team eher der Unterstützer. Der Jäger dagegen ist ein wirklich gelungener Allrounder, dessen sich langsam aufladende Super-Attacke jede noch so dunkle Höhle hell erleuchtet. Alle Spieler nutzen die gleichen Waffen, manches Equipment allerdings ist an die Klasse gebunden. Das beste Zeug findet sich in den raren Kisten und wird als Belohnung für erledigte Missionsziele rausgehauen. Manchmal aber droppen auch abservierte Aliens zufällig seltene oder ungewöhnliche Waffen.

Das Grenzland von Destiny, die zerstörte Erde, der Mond und die wenigen anderen Planeten, die derzeit erreicht werden können, bieten eine große, offene Spielwelt, in der wir Events suchen. Vor dem Start gibt es eine Übersichtskarte, die uns die verschiedene Spielmodi anbietet, auch der Multiplayer ist hier erreichbar. Die Welten sind fantasievoll gestaltet, schick umgesetzt und bieten teils umfangreiche Außen- und Innenbereiche. Es lässt sich aber nicht leugnen, dass es so einiges an Wiederholung und Backtracking gibt. Immer wieder landet man an denselben Orten und durchstreift bereits bekannte Areale. Aber immer in anderen Kontexten, das geht also in Ordnung. Egal, ob man linear der Story folgt, die Welten im Patrouillen-Modus frei erkundet oder in Strike-Mission durch Dungeons kriecht, es bleibt spannend.

Leider variieren die Missionen eher wenig. Wer sich innerhalb der ersten Stunden mit dem Konzept der zufällig auf der Karte auftauchenden Aliens und der fest in Missionen platzierten Gegner vertraut gemacht hat, weiß, was in den nächsten 30 Stunden passiert. Es ist halt doch ein Egoshooter und damit gibt es offensichtliche Einschränkungen bei den Missionszielen, was uns aber in Halo nie gestört hat. Weniger verzeihlich ist, dass die Mehrheit der Endgegner nur übergroße Versionen der normalen Aliens und nichts anderes als Kugelschwämme sind. Man will schnell nicht mehr nur stumpf die Leiste mit der Lebensenergie wegballern. Muss man aber.

Destiny
Wir erwarten, dass Bungie das Gameplay im Detail feintunen und verbessern wird. Muss auch sein, denn das Spiel ist beileibe nicht perfekt.

Bungie gelingt es zudem nicht, die schlimmsten Aspekte einer geteilten Onlinewelt unter Kontrolle zu bekommen. Die offenen Spielwelten, so hübsch sie auch sein mögen, werden ständig mit zufällig auftauchenden Feinden gefüllt. Ärgerlich ist dass insbesondere dann, wenn sie plötzlich hinter einem auftauchen mitten in einem Feuergefecht. Hier müsste die Illusion echt besser sein.

Wahrscheinlich wird es mit der Zeit besser, immerhin ist Destiny als Langzeitprojekt konzipiert. Es wird in den kommenden Monaten und Jahren mit Zusatzinhalten gefüllt. Wir erwarten, dass Bungie das Gameplay im Detail feintunen und verbessern wird. Muss auch sein, denn das Spiel ist beileibe nicht perfekt. Manche der Storymissionen sind im Kontext Stimmung, Ästhetik und Design absolut fantastisch. Aber das Destiny-Universum muss weiter wachsen. Es bleibt dieses Gefühl, dass das Beste noch kommen wird. Das hier ist wahrlich nur das erste Kapitel. Es ist nicht der perfekte Opener für das neue Franchise. Aber verdammt, haben wir Bock auf das nächste Kapitel!

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Destiny
08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Fantasievolles Setting, coole Waffen, schicke Optik, feiner Sound, viel Freiheiten, gut integrierter Multiplayer
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PvP-Multiplayer ist eher konventionell, viel Backtracking, teils nervige Zufallsgegner, generell wenig neue Ideen beim Gameplay
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