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Kritik

Supreme Commander 2

Ein Kommandant zu sein, das ist nicht immer einfach. Außer in Supreme Commander 2, da ist es manchmal gar nicht so schwer. Aber: Reden wir hier nun nur noch von Echtzeitstrategie in abgespeckter Form?

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Ich liebe Strategiespiele, aber leider bin ich eine Schildkröte. Ich genieße den Aufbau meiner Kräfte, aber ich hasse es, die Einheiten in die Schlacht zu schicken. Die meisten Spiele haben eine Tendenz, diese Art von Verhalten zu bestrafen. Zum Glück ist Supreme Commander 2 nicht wie die meisten Spiele.

Anders als seine Vorgänger, die zu den schwierigsten und komplexesten Strategiespielen überhaupt gehörten, ist Supreme Commander 2 nichts anderes als eine einfache Freude. Im Vorgänger schlugen Armeen mit bis zu 1000 Einheiten los, und genau an solchen Punkten wurde radikal abgeschwächt bzw. vereinfacht. Und zwar auf ein Niveau, das immer noch der Supreme-Charme transportiert wird, zur gleichen Zeit das Spiel aber für fast jeden spielbar wird.

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Wir sind jetzt mit einer ACU (kurz für Armored Command Unit) unterwegs, die als wichtigste Basis dient. Ein Roboter auf zwei Beinen, der Fabriken baut, die dann Einheiten rauspumpen, der die Verteidigung organisiert und andere nützliche Hilfsmittel im Gepäck hat, um den Krieg zu gewinnen. Ziel ist es, den ACU des Gegners zu zerstören. Der ACU kann im Kampf verwendet werden, und hat mehrere besondere passive und aktive Eigenschaften, die nach und nach erforscht werden können. Wie in allen Echtzeitstrategiespielen dreht sich auch hier alles um das Schere-Stein-Papier-Prinzip bei der Frage, welche Einheit welche schlägt. Der Kampf findet an Land, auf dem Wasser und in der Luft statt, so dass eine gut ausbalancierte Truppe unverzichtbar ist.

Supreme Commander 2
Gigantisches Ufo im Anflug: Die neuen experimentellen Einheiten sind sauteuer, aber auch extrem effektiv.

Wie bei allen Strategiespielen müssen wir vorausdenken und darauf reagieren, was der Gegner tut. Was also tun? Eher eine Menge Ressourcen raushauen, um Experimente zu machen oder doch lieber dreißig Panzer bauen und die Luftabwehr stärken? Bauen die Feinde jetzt eigentlich Atomwaffen? Sollte ich dagegen eine Verteidigung aufbauen oder jetzt lieber schnell mit 50 Flugzeugen einen Überfall starten? Allerdings schwächt das ja enorm die defensiven Fähigkeiten. Fragen wie diese dominieren die Spielzeit mit Supreme Commander 2.

Eine der aufregendsten Änderungen ist die Art und Weise, wie die Armeen verbessert werden. Mit einem Tastendruck öffnet sich ein Menü, in dem die Forschung ausgewählt wird, unterteilt in fünf Gruppen. Eine für die verschiedenen Armeen (Boden, Wasser, Luft), eine für die ACU und eine für Gebäude. Im Detail sind sie natürlich unterschiedlich, je nachdem welche Rasse man spielt. Einige haben eher starke Primärwaffe und zusätzliche Sekundärwaffen, während andere auf verstärkte Gesundheit oder neue Einheiten und Gebäude setzen. Später gibt es Kernwaffen oder die neuen experimentellen Einheiten, die mit Upgrades zu gigantischen Ufos, Panzern oder riesigen Robotern mit Laserwaffen ausgebaut werden können.

Eine der größten Schwächen der Kampagne, und eine ganz entscheidende dazu, ist der zu leichte Schwierigkeitsgrad. Es ist zu einfach möglich, die Basis zu verteidigen und gleichzeitig ausreichend Einheiten rauszupumpen, um die generische ACU zu zerstören. Wer zum Beispiel einfach nur 50 Flugzeuge baut, kann schnell mal einen Computergegner mit zwei Angriffswellen überrollen.

Supreme Commander 2
Ein bisschen zu bunt sind die Einheiten manchmal, sie erinnern eher an Lego denn an harten Stahl.

Dies ist zwar eine ziemlich große Schwäche der Kampagne, sie wird aber weniger wichtig, wenn wir gegen Menschen spielen, die wissen, was sie und eben andere tun. Die Komplexität und Tiefe des Spiels kommt während der Kampagne nicht zu ihrem Recht, trotzdem lohnt sie sich. Sie ist gut strukturiert und liefert die beste Einführung in die Spielmechanik. Die Geschichte ist sicherlich dünn, die Lektionen, die wir lernen aber sehr wichtig. Besonders für die Onlineduelle, die sicherlich die meiste Spielzeit abstauben werden.

Die Grafik wurden seit dem ersten Teil natürlich deutlich verbessert, aber in einer Welt mit Command & Conquer 4: Tiberian Twilight am Start und Starcraft II: Wings of Liberty auf dem Weg, sieht sie doch ein bisschen alt aus. Es mangelt ihr nicht an schönen Details, obwohl das Design der Karten insgesamt manchmal ein bisschen langweilig ist und einen die bunten Einheiten an Lego erinnern. Der Grund dafür ist wahrscheinlich, das man noch sehen sollen kann, wer wer ist, wenn man komplett aus der Karte herausgezoomt ist. Die Musik habe ich nach einer Weile übrigens einfach ausgedreht. Sie ist zwar irgendwie episch, aber leider auch öde.

Supreme Commander 2 ist eine schöne Erfahrung für diejenigen, die Echtzeitstrategie lieben, das Genre aber nicht perfekt beherrschen. Das Spiel ist sehr gut ausbalanciert und macht Spaß, insgesamt ist es ein unglaublich befriedigende Sache. Gas Powered Games haben den schmalen Grat zwischen Casual und Hardcore erfolgreich gemeistert, eine Sache, mit der die meisten Konkurrenten noch immer kämpfen. Das Spiel ist nicht allzu schwer, aber eben auch nicht immer zu leicht. Für Hardcore-Echtzeitstrategen allerdings bleibt es am Ende vermutlich einfach zu einfach.

Supreme Commander 2
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Supreme Commander 2
08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
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Einsteigerfreundlich, intensive Kämpfe
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Zu einfach für Genre-Veteranen, dünne Story
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