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Kritik

Sacred 3

Keen Games hat für den dritten Teil der Serie eine neue Richtung eingeschlagen. Schmecken wird das vielen Anhängern nicht. Noch dazu ist nicht alles gelungen.

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Der skrupellose Zane, Herrscher des Ashen Imperiums, will sich das Herz von Ancaria unter den Nagel reißen, um damit an unglaubliche Macht zu gelangen. Soweit bin ich noch mitgekommen, dann folgt allerdings minutenlanges Name-Dropping, vorgetragen vor der Kulisse wenig animierter Ölgemälde und ich höre einfach damit auf, weiter zuzuhören. Für Neueinsteiger ist das die Höchststrafe. Und ob sich die Veteranen der Sacred-Reihe mit den Veränderungen in Sacred 3 anfreunden können, ist ebenfalls sehr ungewiss.

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Der öde Einstieg ist überstanden, also rein ins Hack'n'Slash-Abenteuer und einen der Charaktere auswählen. Bei jeder der vier Figuren müssen wir uns auch erst durch die Hintergrundgeschichte scrollen, bevor wir an wirklich wichtige Informationen über den Kampfstil kommen. Normalerweise wäre der muskelbepackte Marak mit seinem riesigen Hammer wohl nicht meine erste Wahl gewesen, aber so früh vor der Veröffentlichung von Sacred 3 bin ich mir unsicher, wie viel Koop-Begleitung sich online finden lässt, also will ich lieber einiges einstecken können. Es hätten noch zwei Fernkämpfer mit Bogen und Speer zur Auswahl gestanden oder eine flinke, geflügelte Schwertkämpferin.

Sacred 3Sacred 3
Das klassische Loot wurde abgeschafft, um zu vermeiden, dass die Helden ständig regungslos stehenbleiben und in Excel-Tabellen wühlen.

Auf ins Gemetzel! Die Level sind schick und abwechslungsreich. Die Reise geht durch Tempelruinen, Strände mit Palmen, alte Festungen und düstere Wälder. Die Areale sind liebevoll von Hand konstruiert und machen nicht den Eindruck zufallsgenerierter Dungeons. Die offene Welt der Vorgänger ist aber einer Oberwelt-Übersichtskarte gewichen, über die sich ein Pfad mit einzelnen Stationen schlängelt, hinter denen sich jeweils unterschiedlich große Areale verbergen.

Um die Unmengen an Grimmoc-Truppen niederzumähen, steht den Helden ein reichhaltiges Arsenal von Angriffen zur Verfügung. Ein einfacher Tastendruck und Marak streckt mit einem Hieb seines Zweihänders gleich eine Handvoll der kleineren Gegner nieder oder greift sich einen der Burschen und wirft sie der Meute entgegen. Andere müssen erst mit einer aufladbaren Attacke aus dem Gleichgewicht gebracht werden, damit sich ihr Schild überwinden lässt. Und eine Hechtrolle ermöglicht schnelle Ausweichmanöver. Die mächtigsten Angriffe sind aber die sogenannten Kampfkünste, von denen im Laufe des Spiels immer mehr oder stärkere Varianten freigeschaltet werden.

Die leichte Variante ist häufig ein Frontalangriff auf eher einzelne Gegner, während die schwere Attacke ein kleineres Areal abdeckt. So wirbelt Marak mit schneller Drehbewegung durch die hilflosen Gegner und dünnt so die Reihen schnell aus, damit man sich auf die taktisch anspruchsvolleren Grimmocs konzentrieren kann. Beide Attacken müssen aber immer erst wieder mit fallengelassenen Orbs aufgeladen werden und stehen daher nicht unbegrenzt zur Verfügung. Auch die unterschiedlichen Waffen und ihre Verbesserungen werden mit steigender Erfahrung und Gold freigeschaltet, denn Gold ist die einzige Beute. Das klassische Loot hat Sacred 3 abgeschafft, um zu vermeiden, dass die Helden ständig regungslos stehenbleiben und in Excel-Tabellen wühlen, um ihre Beute zu vergleichen. Das verbessert den Spielfluss, raubt aber auch fast jede Motivation, das wilde Knöpfegedrücke über sich ergehen zu lassen.

Sacred 3
Die Areale sind liebevoll von Hand konstruiert und machen nicht den Eindruck zufallsgenerierter Dungeons.

Man will schließlich von seinen Funden berichten, Ausrüstung tauschen oder in seinem mühsam zusammengesammelten Rüstungs-Set glänzen. Jeder Zufallsmoment und vor allem die Neugier bleiben so leider völlig auf der Strecke. Der Koop, in den wir jederzeit ein- und aussteigen können, funktioniert bestens und unerfahrene Spieler werden im Level angepasst, wenn sie stärkeren Spielern beitreten. Vier Helden dürfen Online gemeinsam kämpfen - im lokalen Koop sind es zwei. Zusätzlich können dann noch kombinierte Koop-Attacken ausgeführt werden, die allerdings im Getümmel eher untergehen. Oder einer der Helden hält mit wildem Tastenhämmern einen der Minibosse für kurze Zeit fest, während das restliche Team mit wildem Tastenhämmern auf den hilflosen Kerl eindrischt.

So schön die Level und die Kampfeffekte auch sind, Sacred 3 wird unglaublich schnell sehr, sehr öde. Auch wenn das sonst übliche Loot natürlich nur ein billiger Trick ist, so ganz ohne wird es schwer, sich zu motivieren. Dafür ist das Spielprinzip einfach zu simpel. Die für einen Neueinsteiger wie mich, langweilig und extrem unspektakulär vorgetragene Hintergrundgeschichte ist da auch wenig hilfreich. In den Missionen wirft sich eine Telepatin mit meinem Helden Bonmots zu und sagt wo es lang geht. Das soll lustig sein, nervt aber und wirkt sehr bemüht. Da könnte eine Dame mit ihren Fähigkeiten eigentlich auch selbst drauf kommen. Sacred 3 ist ein hübsches Hack'n'Slash, aber in allererster Linie ist es leider unglaublich langweilig.

Sacred 3
Sacred 3
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Sacred 3
06 Gamereactor Deutschland
6 / 10
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hübsch gestaltete und optisch abwechslungsreiche Level, schöne Effekte, wir können jederzeit in den Koop ein- und aussteigen
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Schlecht präsentierte Hintergrundgeschichte, unspektakuläre Zwischensequenzen, wenig motivierendes Upgrade-System, keine offene Spielwelt
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