Kritik

Endless Ocean 2: Der Ruf des Meeres

Geschrieben am 9. Februar 2010
Autor: Christian Gaca

Die Tauchsimulation Endless Ocean II ist und bleibt ein vermeintlich sperriges Videospiel. Dazu ein sehr japanisches, auch wenn der Tauchsport natürlich auf der ganzen Welt seine Anhänger hat.

Ein bisschen absurd wirkt es, wenn ein Videospiel, das so konsequent die Zuneigung zu den Meeresbewohner postuliert, aus einem Land wie Japan kommt, in dem so viele Menschen so gerne Walfleisch essen. Aber das tut eigentlich nichts zu Sache, obwohl es beim Spielen stets ein komischer Begleitgedanke bleibt. Also, Taucherbrille auf, Wiimote in die Hand und rein ins Wasser.

Die Fortsetzung einer Tauchsimulation also. Warum macht man davon ein Fortsetzung? Um die etwas bessere Grafik zu zeigen zum Beispiel. Beim Vorgänger war die Grafik wenig berauschend, erzeugte aber bereits eine erstaunlich realistische Unterwasserillusion. Im zweiten Teil ist die Optik besser geworden. Vor allem aus der Distanz wirken die Tauchgänge realistischer denn je. Fast wie in echt schweben die Wale und Haie majestätisch schön im Wasser, zucken japanische Bastardmakrelen hektisch umher, kuscheln riesige Lippfische im Pazifik. Manta-Rochen gleiten vorbei. Plötzlich greift ein Tigerhai an. Zum Glück haben wir einen Pulsar dabei, um den Hai mit einigen gezielten Treffer zu verjagen. Getötet wird in Endless Ocean 2: Der Ruf des Meeres nicht. Im Gegenteil kann der Pulsar zum Heilen kranker Fische benutzt werden, dafür gibt's Boni.

Das Spiel hat eine Story, deren nicht weiter erwähnenswerte Handlung öde und generisch ist. Zudem fehlt Sprachausgabe, was sehr, sehr komisch aussieht, wenn die Charaktere plappern, aber im Hintergrund nur der bisweilen arg gruselige Japan-Pop plärrt (er hat aber auch seinen Reiz, das sei zugegeben). Die Hauptgeschichte ist der rote Faden für Endless Ocean 2. Dazu gibt es Nebenmissionen und Sonderaufträge - allerdings ist der Inhalt von allen dreien auf eine komische Art vollständig überflüssig. Alles sind Zugeständnisse daran, wie wir Videospiele konsumieren. Die Menschen brauchen Missionen. Einfach nur rumtauchen und die Unterwasserwelt erkunden, das reicht nicht. Obwohl es eigentlich reichen würde.

Endless Ocean 2: Der Ruf des Meeres
Die Grafik ist streckenweise beeindruckend schön, so wie bei diesem Amazonas-Hecht.

Denn einfach umher paddeln und möglichst lückenlos die Unterwasserwelt der Kykladen-Insel in der Ägäis, von Südseeatollen, dem Amazonas oder dem Südpol katalogisieren - das hat bereits den Vorgänger zu einem kleinen Juwel gemacht für jene, die solche Games mögen. Es klingt in manchen Ohren sehr öde, wird aber tatsächlich gefährlich schnell zum entspannenden Trip. Biologieunterricht in spannend. Rund 350 verschiedenen Meeresbewohner gibt es zu entdecken, alle mit kleinen Beschreibungen. Dazu 200 Items und 100 Münzen, die bevorzugt in zwischen Korallen und am Meeresboden liegen an jenen Spots, wo wir mit einem Tastendruck näher heranzoomen können.

Die Steuerung ist schön simpel, ermöglicht aber dennoch genügend Spieltiefe. Ein Knopf zum Schwimmen, einer zum Untersuchen. Mit der Wiimote zeigt man die Richtung an, über dass Steuerkreuz werden Hilfen wie der Pulsar, ein Multifunktionssonar, Futter oder die Kamera gewählt. So folgen wir langsam der langweiligen Geschichte, steigern den Tauchlevel, damit wir länger und tiefer tauchen können. Spielen mit unserem Delfin und bringen im doofe Tricks bei. Und genießen primär die Aussicht unter Wasser.

Genau dann ist Endless Ocean 2 am besten. Gemeinsam mit Freunden ist Onlinespielen via Wi-Fi weiter möglich. Neu ist die Integration von Wii Speak, wer das hat, darf beim tauchen auch mit Freunden quatschen. Damit wir die absurde Simulation endgültig zur neuen BR-Alpha Space Night. Nach dem Ausgehen morgens um Sechs und ordentlich angeschickert noch ein bisschen sinnlos rumtauchen. Und dann zu der belanglosen, lieben und seichten Musik sanft entschlummern in einen tiefen Vormittagsschlaf. Als Anästhetikum eignet sich Endless Ocean 2 ohnehin hervorragend. Wer der Story folgen will, schläft schnell bei Durchklicken der langatmigen Dialoge ein, die nur durch die Erzählung der noch langweiligeren Story unterbrochen werden.

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Grafik:8
Spielbarkeit:7
Sound:4
Suchtfaktor:6
Unsere Wertung:7/10
Was uns rockt:
Der Entspannungsfaktor, die schön animierten Meeresbewohner
Was uns nervt:
Langweilige Story, wenig Abwechselung, kaum Neues, fehlende Sparchausgabe, anstrengender Soundtrack
Info zum Game
  • System:
    Wii
  • Genre:
    Simulation
  • Entwickler:
    Arika
  • Publisher:
    Nintendo
  • Spieler offline:
    1-2
  • USK:
    Ab 7
  • Termin:
    5. Februar 2010
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