530 Eco Shooter
Aliens wollen die Menschheit unterjochen, indem sie uns mit unserem eigenen Blechmüll töten. Schöne Idee, in Deutschland aber eigentlich kaum möglich. Hier gibt es ja schließlich - den Grünen sei Dank - das Dosenpfand und darum kaum noch Getränkedosen.
Aber da Intelligent Systems in Japan arbeiten, haben die einen anderen Blick auf die Welt. Wir spielen in 530 Eco Shooter jedenfalls einen "Helden" namens Mack, der auf einem komischen Hoverboard herumfliegt und mit seiner Recyclingkanone alte Blechdosen pulverisiert. Getränkedosen, Dosenfleischdosen, Ölfässer - lauter so ein Zeug. Ganze drei Level haben wir Zeit, die Menschheit zu retten und sauber zu machen.
In dem zehn Euro (1000 Nintendo Points) teuren Rail-Shooter in der Egoperspektive wurde der Abfall von den Aliens wiederbelebt und zu willfährigen Angriffsdosen umprogrammiert. Während wir automatisch durch die schlichten, aber nicht hässlichen Industrieareale geflogen werden, reichen genau zwei Knöpfe und ein Fadenkreuz für die gesamte Action. B-Knopf auf der Wiimote zum Ballern und Z-Knopf am Nunchuk zum Einsammeln von Dosenenergie. Oder umgekehrt, das ist eine der wenigen Auswahlmöglichkeiten.
Das Spiel ist auch mit dem Wii Zapper kompatibel. Für die, die wie ich vergessen haben, was das ist: Vor zwei Jahren hat Nintendo Link's Crossbow Training veröffentlicht und eine aus Wiimote und Nunchuk zusammenbastelbare Plastikpistole beigelegt. Das sperrige Teil wurde nun erst zum zweiten Mal von Nintendo selbst mit einem Spiel bedacht. Ja ja, die liebe Peripherie... hätten sich nicht in der Zwischenzeit andere darum gekümmert (etwa Capcom mit Resident Evil: Darkside Chronicles), wir hätten den Zapper völlig vergessen.
530 Eco Shooter ist auf den ersten Blick ein buntes, simples Geballere á la Duck Hunt. Die Grafik ist zwar auf Augenhöhe mit normalen Vollpreisgames, aber insgesamt eher sparsam. Wir schießen uns also durch Anhäufungen von Dosen, die Herumstehen und Herumfliegen. Die Herausforderung lauert erst im Detail. Denn ein Schuss verbraucht einen Energiepunkt und jede getroffene Dose hinterlässt ihrerseits Energiepunkte, die wir per Knopfdruck einsammeln müssen. Einfach mit dem Fadenkreuz drauf zeigen und einsaugen. Dabei pausiert die Rail-Action für kurze Zeit, bis weitergeballert wird oder der Sauger überhitzt (was fast unweigerlich schnell zum Game Over führt).
So ist die Action an ein beständiges Geben und nehmen geknüpft, und nur dieses beständige Wechselspiel garantiert eine erfolgreiche Rettung der Menschheit vor ihrem eigenen Müll. Wiederholtes Treffen von Dosen bringt Extrapunkte, wenn sie durchs Schießen in der Luft jongliert werden. Dauerfeuer ist auch möglich, verbraucht aber viel zu viel Energie, so dass es nur dosiert in hektischen Momenten eingesetzt werden sollte. Außerdem nervt in diesen Momenten der piepsige Sound besonders intensiv. Einzig der Introsong hat ein absurdes Ohrwurmpotenzial.
Lustig gemacht sind die gelegentlich auftauchenden Zwischenendgegner wie aus Dosen zusammengebaute Robotern oder Schlangen. Die tragen rot leuchtende Dosen in ihrem losen Verbund, die gezielt herausgeschossen werden müssen, um das fragile Gebilde kollabieren zu lassen. Gleiches gilt für die aus tausenden Dosen bestehenden Endgegner, deren Entsorgung tausend Schüsse und länger Weile dauert und immer wieder scheitert, weil das Energiemanagement fehlschlägt. Mitschuldig daran ist das an dieser Stelle schlechte Design, da häufig kaum erkennbar ist, was genau nun beschossen werden muss, damit das Dosenkonglomerat schwächer wird.
Schwierig ist der Öko-Shooter dennoch nicht. Und man kann ihn auch nicht schwieriger machen, denn verschiedene Schwierigkeitsgrade gibt es nicht. Zudem ist das Game unglaublich kurz. Die drei Level sind in maximal 40 bis 50 Minuten durch. Danach wartet noch der dann freigeschaltete Herausforderungsmodus. In dem müssen wir alle Level hintereinander spielen und nehmen die Energie und Schüsse aus jeder Runde in die nächste mit. Das verkompliziert die Angelegenheit, fügt aber nichts Neues hinzu. Eine Online-Highscoreliste hätte vielleicht noch für etwas Langzeitmotivation gesorgt, fehlt aber leider.
Bleibt die Erkenntnis, dass Öko manchmal eben immer noch einen faden Beigeschmack hat. Es mag vielleicht politisch korrekt sein, die Welt zu säubern, aber Spaß macht es nicht so richtig. Wer böse ist, nennt 530 Eco Shooter ein recyceltes Abfallprodukt aus dem Hause Intelligent Systems. Die anderen Produkte des zu Nintendo gehörenden Studios waren jedenfalls viel besser: Advance Wars, Fire Emblem, Wario Ware Touched. Wohlklingende Namen von natürlich auch weitaus kostspieligeren Games.
| Grafik: | 7 |
| Spielbarkeit: | 7 |
| Sound: | 6 |
| Suchtfaktor: | 5 |
| Unsere Wertung: | 6/10 |
- System:Wiiware
- Genre:Action
- Entwickler:Intelligent Systems
- Publisher:Nintendo
- Spieler offline:1
- USK:Ab 3





























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