Gamereactor International Deutsch / Dansk / Svenska / Norsk / Suomi / English / Italiano / Español / Português
Einloggen






Passwort vergessen?
Noch kein Mitglied?, Dann kannst du das hier werden!

Via Facebook anmelden
FacebookFacebook
Kritik

Bound by Flame

Ein Dämon ergreift von uns Besitz, während das Land von bösen Eisfürsten in die Knie gezwungen wird. Treffen wir die richtigen Entscheidungen und können das Unglück abwenden?

Werbung:

Albern. Genau dieser Gedanke kommt anfangs ziemlich häufig. Die Dialoge sind schlecht geschrieben und vieles, was in den ersten Stunden geschieht, wirkt so seltsam fremd. Doch nicht nur die Handlung, auch die apokalyptische Welt und das Kampfsystem von Bound by Flame machen einen trostlosen Eindruck. Alles scheint wenig einladend, aber es sind vor allem die albernen Dialoge, die zunächst negativ auffallen. Es ist erstaunlich, wie tief das Niveau in einem eigentlich ernsthaften Rollenspiel sinken kann, wenn ein paar dicke Brüste ins Spiel kommen. Und Spiders war fast kein Witz zu platt.

Werbung:

Allerdings kriegen die französischen Entwickler noch die Kurve. Nach etlichen Stunden ist erkennbar, welches Ziel das Team verfolgt und plötzlich bekommen die tristen Grautöne der untergehenden Welt erstaunlich interessante Facetten. Zwar bleiben manche Dialoge so flach wie Witze von Mario Barth, allerdings schließen sich uns auch neue Begleiter an. Es ist der Moment, in dem klar wird, dass wir uns unsere Gesellschaft aussuchen können. Es greift die einfache Regel: Charaktere, die sympathisch sind, denen vertraut man. Immer wieder werden wir in Gesprächen nach unser Meinung gefragt und wenn uns jemand zuwider ist, dann fliegt er eben aus der Gruppe der favorisierten Gefährten.

Bound by FlameBound by Flame
Mächtige Eisfürsten aus dem Norden bedrohen das Land und führen erbitterte Kriege gegen alle Völker.

Anfangs fällt das Fällen von Entscheidungen noch schwer. Zu wenig wissen wir über das, was in Vertiel vorgeht und welche Rolle wir selbst dabei spielen. Mächtige Eisfürsten aus dem Norden bedrohen das Land und führen erbitterte Kriege gegen alle Völker, bis nur noch ein kläglicher kleiner Rest geblieben ist. Als Teil der letzten Bastion und als Söldner der Freien Klingen schützen wir die Roten Magier bei einem Ritual, welches als letzter Trumpf in dem aussichtslosen Kampf gilt. Dabei allerdings geht etwas schief und ein Dämon ergreift von uns Besitz. Einerseits ist das natürlich etwas erschreckend. Anderseits bekommen wir dadurch mehr Macht. Wie viel wir bereit sind von uns selbst aufzugeben, auch das ist eine Entscheidung, die wir im Verlauf immer wieder treffen müssen.

Entscheidungen spielen in jeder Hinsicht eine große Rolle. So ist es nicht verwunderlich, dass sich dies auch in den Nebenaufgaben wiederfindet. Manchmal müssen wir uns zwischen zwei Wegen entscheiden und uns damit von Mitstreitern trennen. Wir müssen also lernen, es nicht allen recht machen zu können. Das Action-Rollenspiel setzt auf Verrat und Zweifel als immer wiederkehrendes Motiv, was anfangs überfordert. Das Gefühl dafür, welche Richtung wir einschlagen wollen, entwickelt sich einfach erst nach ein paar Stunden Spielzeit. Der Einstieg mag deswegen zwar mühselig sein, wer aber erkennt, das es jene Zweifel sind, die für die ausweglose Situation verantwortlich sind, der lernt damit umzugehen und wenigstens sich selbst treu zu bleiben.

Bound by Flame
Wir müssen viele Entschiedungen treffen und auch beim Kampfsystem können wir ähnlich vielfältige Wege einschlagen.

Ähnlich vielfältige Wege können wir beim Kampfsystem einschlagen. Es gibt drei Arten von Waffen, die jeweils auch drei Stile repräsentieren. Mit Einhandwaffen wie Schwertern und Äxten gehen wir den Weg des Kriegers, der immer nah am Feind ist und die direkte Konfrontation sucht. Der Waldläufer setzt auf Dolche, Fallen und lautlose Angriffe. Der Pyromane nutzt die Dämonenkraft des Helden, welche ausschließlich auf Feuermagie basiert. Zusammen mit der Armbrust als Waffe steht dieser Typ für Fernangriffe.

Der Kampf auf Distanz funktioniert natürlich nur dann wirklich gut, wenn wir mit einem Partner unterwegs sind, der stark im Nahkampf ist. Unsere Begleiter agieren ziemlich autark und wir können lediglich festlegen, welche grundsätzlichen Techniken sie verstärkt einsetzen und ob sie sich eher offensiv oder defensiv verhalten. Sie können weder aufgelevelt noch geheilt werden. Geht ein Partner im Gefecht zu Boden, steht dieser erst wieder auf, wenn der Kampf abgeschlossen ist. Leider ist die Künstliche Intelligenz nicht besonders ausgeprägt, aber da dies auch für die Gegner gilt, gleicht sich das etwas aus.

Wir können Waffen und Rüstungen sockeln, um sie zu verstärken oder ihnen besondere Eigenschaften zu geben. Nach demselben Prinzip erstellen wir Fallen, Tränke und Bolzen. Schön ist dabei, dass sich nicht nur Rüstungen und Waffen optisch unterscheiden, sondern jede Bearbeitung sichtbar gemacht wird. Wenden wir uns mehr in Richtung Dämon, dann nutzen sich unsere Rüstungen schneller ab und macht manches unbrauchbar. Der brennende Körper und die Hörner auf dem Kopf, sie passen einfach zum Lederharnisch oder zum Stahlhelm.

Bound by Flame
Das Action-Rollenspiel hat definitiv ein paar Baustellen, aber den eigenwilligen Charmen kann man auch leicht mögen.

Der Aufbau des Spiels ist ziemlich simpel, denn in jedem Akt können wir um ein festes Lager herum die Umgebung frei erkunden. Welches Quest wir dabei zuerst verfolgen, ist uns überlassen, aber wir sollten mit den Schlüsselfiguren reden, um wirklich alle möglichen Aufgaben zu bekommen und auch zu erledigen. Kurioserweise sind dabei noch ein paar kleine Fehler drin, denn manchmal haben wir eine bestimmte Aufgabe noch gar nicht angenommen und bekommen dazu schon Antworten. Oder aber wir haben eine Mission bereits zufällig erledigt und bekommen dann zunächst trotzdem noch einmal die Anfage dafür.

Bound by Flame hat definitiv ein paar Baustellen. Neben dem trägen Einstieg und der teils fragwürdigen Künstlichen Intelligenz stören auch immer wieder kleinere Bugs. Zudem spielt die Präsentation auch nicht in der ersten Liga, aber sie passt gut zur melancholischen, tristen Endzeitstimmung. Spiders gelingt es tatsächlich, nach hinten raus in den fünf Kapiteln mit ihren etwa fünfzehn bis zwanzig Stunden eine fesselnde Geschichte zu erzählen. Und wer bereits mit dem Studio warm geworden ist, Of Orcs and Men oder Mars: War Logs kennt, der weiß den eigenwilligen Charme dieser Spiele durchaus zu schätzen.

Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
Bound by Flame
07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
unterschiedliche Charaktertypen, nette Geschichte, abwechslungsreiches Kampfsystem, viele Anpassungsmöglichkeiten, schwere Entscheidungen
-
Humor zum Teil etwas kindisch, kleinere Bugs
Werbung: