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Kritik

The Amazing Spider-Man 2

Kurz gesagt: The Amazing Spider-Man 2, das ist typisches Film-Lizenz-Kanonenfutter. Schade, denn das Schwingen durch New York ist toll.

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Offiziell vorhanden ist die digitale Version von Spider-Man nicht für die Xbox One oder die Xbox 360. Vorhanden war sie auf dem Xbox Live-Marktplatz trotzdem. Wir haben sie schnell mal gekauft, heruntergeladen und durchgespielt.

Das originale The Amazing Spider-Man hat damals eine 6/10 bekommen. Eine eher starke Sechs. Es gab zwar Problemen, aber da war auch ein Gefühl der Freiheit in der Erforschung von New York, das Gameplay war solide, die der Spidey-Humor schien vielfach durch. Wir wussten auch, dass Entwickler Beenox unter großem Druck stand, das Spiel rechtzeitig und passend zum Film fertig zu kriegen.

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Für den Nachfolger The Amazing Spider-Man 2 gab es in regelmäßigen Abständen in den letzten Monaten heiße Next-Gen-Screenshots. Die Erwartung waren trotzdem nicht übermäßig riesig, aber es gab zumindest die Hoffnung, das aufbauend auf dem Original eine bessere Spielerfahrung umgesetzt werden würde. Nach nur einer Stunde Spielzeit schon wird klar: Das ist nicht der Fall.

The Amazing Spider-Man 2The Amazing Spider-Man 2
Jeder Spinnenfaden klebt sich an ein physisches Objekt in der Spielwelt, ein kleines Detail, das man schnell verpasst, aber es verschönert die Kraft des Schwingens enorm.

Die wichtigsten Elemente aus dem Erstling sind noch vorhanden, aber Zwischensequenzen und Synchronsprecher leider weiterhin eher schwach. Die Produktion fühlt sich fast schlampig an, jedenfalls unwürdig im Sinne dieses großen Comichelden. Die einzige wirkliche Verbesserung gegenüber dem Original ist die Spielmechanik zum Verschießen der Spiderschlingen. Es fühlt sich jetzt wirklich an, als ob wir wie Tarzan durch den Großstadtdschungel fliegen mit der Geschwindigkeit einer Achterbahn. Jeder Spinnenfaden klebt sich an ein physisches Objekt in der Spielwelt, ein kleines Detail, das man schnell verpasst, aber es verschönert die Kraft des Schwingens enorm. Man feuert keine Fäden mehr ins Nichts. Das stärkt das Gefühl der Kontrolle und macht einen zu einem echten Spider-Man.

Und es gibt noch eine tiefere Mechanik für die Spinnenfäden. Die Bewegungen von Spider-Man in der Luft sind den Triggern zugeordnet. Es dauert eine Weile, bis man den Rhythmus raus hat, aber dann ist es schön. Aber wie schon bei Bionic Commando spielt es keine Rolle, wie schick man schwingen kann, wie viel Spaß das macht, wenn alles andere im Spiel qualitativ minderwertig ist.

The Amazing Spider-Man 2
Man sieht einfach, dass für Next-Gen-Spidey die gleiche Rendering-Technologie und die gleichen Charaktermodelle verwendet wurden wie bei der Old-Gen-Version.

Die Feinde verhalten sich idiotisch und während das Kampfsystem viel bei Batman: Arkham City & Co. abkupfert (aber welcher Action-Titel tut das nicht heutzutage) ist es nicht so makellos wie bei den Rocksteady-Spielen. Man bekommt eine Symbolanzeige über den Köpfen für kommende Angriffe, aber gibt es keine klare Definition, wie weit feindliche Angriffe reichen werden. Darum ist man nicht in der Lage, Feinde zu priorisieren. So wird das Kämpfen zum Ratespiel, zu einem unbefriedigenden und sich ständig wiederholenden. Die letzten vier Stunden des Spiels zwingt einen dazu, immer und immer wieder die gleiche lahme Mission zu wiederholen. Doch immerhin führt es zu einem auf Fan-Service fokussierten Crescendo mit großen Boss-Kämpfen.

Im Spiel integriert sind "interaktive" Sequenzen, ähnlich wie ein Adventure-Titeln, die uns in Gesprächen mit wichtigen Charakteren dazu zwingen, aktiv Entscheidungen zu treffen. Diese Entscheidungen beeinflussen das Spiel in keiner Art und Weise. Und so fühlen sich diese Passagen schnell wie eine profane Möglichkeit an, schnell noch einige Minuten zum Spiel hinzufügen.

Und dann ist da noch die Optik. Spiele, die für beide Konsolengenerationen erscheinen und insbesondere solche zu Filmlizenzen, reservieren sich den Anspruch, dass man Zugeständnisse bei der Grafik machen müsse. Aber das entschuldigt sie nicht. Man sieht einfach, dass für Next-Gen-Spidey die gleiche Rendering-Technologie und die gleichen Charaktermodelle verwendet wurden wie bei der Old-Gen-Version. Es wurden nur die Mapping-Techniken verbessert, die Ausleuchtung verfeinert und alles ein wenig poliert. Wie auch immer. Man sollte The Amazing Spider-Man 2 nicht Seite and Seite mit Infamous: Second Son stellen. Man könnte lache. Oder weinen, das ist wahrscheinlicher.

Also, kurz gesagt: The Amazing Spider-Man 2, das ist typisches Film-Lizenz-Kanonenfutter. Schade.

The Amazing Spider-Man 2
05 Gamereactor Deutschland
5 / 10
+
verbesserte Swing-Mechaniken
-
schlechte Grafik, schwache Story, repetitive Kämpfe, schlimme K.I.
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