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Kritik

OlliOlli

Skateboarding als Endless-Runner verpackt und mit schickem Retrolook aufgehübscht. Leider haben die Entwickler die Steuerung und damit das Game versaut.

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Gab lange kein neues Skateboard-Spiel mehr - und dann das hier. OlliOlli für die PS Vita. Ein doppelter Schreibfehler im Titel - der berühmte Trick heißt Ollie. Dazu nur 11 Grinds, 26 Tricks und eine Steuerung aus der Hölle, mit der wir fünf Areale mit je fünf normalen und fünf Profi-Runs absolvieren sollen. OlliOlli ist dabei eine Art Endless-Runner auf dem Skateboard. Zweimal X drücken lässt den Skater losrollen in die seitlich scrollende 2D-Welten. In den geht es holperig zu, und die Schuld daran trägt allein die doofe Steuerung.

Eigentlich ist es nur ein Fehler, aber der nervt kolossal. Denn jede Landung nach einem Trick muss mit dem Drücken der X-Taste im richtigen Augenblick kurz vor Erreichen des Bodens bestätigen werden. Das ist Buchhalter-Skateboarding und eine dermaßen dumme Entscheidung, dass es bereits schmerzt drüber nachzudenken, dass sie sich keine schlauere Alternative überlegt haben. Andauernd landet man auf der Fresse, was natürlich zum Skaten dazu gehört, aber hier einfach den Spaß raubt.

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Tricks macht man, indem der Analogstick in alle Richtungen gedrückt wird, komplexere Tricks werden durch Kreisbewegungen wie bei Prügelspielen initiiert. Warum sie nicht einfach das Ende eines Tricks durch das kurze Antippen des rechten Analogsticks nach unten gemacht haben, ich verstehe es nicht. Der wird sowieso für gar nichts genutzt. Selbst einfach Nichts machen wäre besser gewesen. Dann hätte man zwar keine Unterschiede zwischen perfekten, guten und schlechten Landungen, aber wenigstens einen sauberen Flow im Spiel. Schon mal Tiny Wings gespielt? Das ist kein Skateboardingspiel, aber die Berge dort sind die tausendmal besseren Rampen und man ist sofort in einem Flow.

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Wenn es Konzept sein soll, dass das Gameplay möglichst hart ist, dann sollte man die Level hart machen, nicht die Steuerung möglichst nervig.

Und beim Skaten geht es um Flow. Das gilt für das in puncto Steuerung nahezu perfekt gemachte Skate 3 von EA ebenso wie für diesen gekünstelten Retrolook-Pixelzwerg hier. Durch die umständliche Steuerung stellt sich das Flow-Gefühl in OlliOlli irgendwie nie so richtig ein. Denn der Flow startet nur, wenn man perfekte Landungen hinlegt und beim Grinden die Funken sprühen. Passiert aber viel zu selten, wegen der dummen X-Taste. Selbst nach mehreren Stunden baut man nicht so schöne Kombo-Reihen wie in Tony Hawk's Pro Skater nach 20 Minuten.

Da werden auch die Aufgaben in jeder Welt eher zur Hürde als zur Herausforderung. In jedem einzelnen Level, durch das wir automatisch Meter für Meter rollen, fliegen, grinden, sliden oder crashen, gibt es Minimissionen zu bewältigen. Das sind bestimmte Tricks, Highscores oder Kombos, die es zu erreichen gilt. Wer alle Herausforderungen meistert in einem Level, schaltet die Profi-Variante frei. Das kann jedoch dauern, denn manche der Aufgaben sind relativ kompliziert zu lösen. Und da ist ja die Steuerung. Wenn es Konzept sein soll, dass das Gameplay möglichst hart ist, dann sollte man die Level hart machen, nicht die Steuerung möglichst nervig.

Die Optik geht klar, auch wenn der Skater viel größer sein könnte. Aus irgendeinem Grund herausragend ist sie allerdings nicht. Das Design der Menüs ist modern und funktionell, es ist vielleicht sogar der schönste Teil des Spiels. Der Soundtrack darf getrost als lieb- und seelenlos bezeichnet werden. Hat weder mit Retro noch mit Skateboarding etwas zu tun...

Einmal täglich dürfen wir den Daily Grind versuchen. Das Konzept: ein Spot, ein Versuch, eine Onlinerangliste. Schöne Idee, aber am Ende steht dann auch nur eine Zahl. Es wäre schön gewesen, sich hier wenigstens die Versuche der besten fünf Skater anschauen zu können. Als Inspiration, was technisch durchaus möglich ist. Vielleicht hätte das geholfen bei der Suche nach dem Flow. Mir vermutlich aber am Ende auch nicht. Als Skater und Freund guter Videospiele gibt mir OlliOlli nichts. Als Spielchen zwischendurch müssen das andere machen wollen. Gibt sicherlich Leute, die das Problem mit der X-Taste nicht so daneben finden. Für mich lässt es das Spiel hart auf die Fresse slamen.

OlliOlli
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OlliOlli
OlliOlli
OlliOlli
05 Gamereactor Deutschland
5 / 10
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schicker Retrolook, moderne Optik der Menüs
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dumme Steuerung, kein Flow, liebloser Soundtrack
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