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Gadget-Kritik

Zeiss Cinemizer OLED

Einen vollwertigen HD-Fernseher in der Hosentasche, das wäre doch was. Denkt man sich so - und entdeckt dann ein Produkt namens Cinemizer OLED von Zeiss.

Die unscheinbare, von außen schneeweiße Brille hat es im Innern in sich. Zwei kaum wie Kinderfingernägel kleine OLED-Displays mit einer Auflösung von je 870 × 500 Pixel. Das ist nicht Full-HD, aber die Pixeldichte ist so hoch, dass das Bild erstaunlich scharf rüberkommt. Einziges und schnell sichtbares Manko: Das 16:9-Bild ist manchmal ganz leicht verzerrt, was wohl an dem Umspiegeln der OLED-Bilder durch die zwei Prism liegt. Es stört aber im Alltagsbetrieb nicht so arg, fällt aber auf jeden Fall auf, vor allen Dingen dann, wenn man in Menüs unterwegs ist.

Die beiden OLED-Schirme gaukeln gemeinsam unserem Gehirn vor, dass wir vor einem etwa 40-Inch großen HDTV in zwei Metern Entfernung sitzen. Die Illusion funktioniert nach kurzer Gewöhnungsphase ziemlich gut, wobei so manchen die Bildschirmdiagonale zu klein sein dürfte. Aber die Illusion funktioniert, ziemlich gut sogar.

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Zeiss Cinemizer OLEDZeiss Cinemizer OLED
Ihre Stärke spielt die Brille beim 3D-Bild aus. Das ist verblüffend gut und macht unter der Brille mehr Spaß als mit Brille vor dem TV.

Das Bild ist sauscharf, hat tolle Kontraste, ein satten Schwarzton, gute Farben und ist vor allen Dingen extrem schnell. Die beiden Linsen lassen sich unabhängig voneinander in einem Bereich von -5 bis +2 Dioptrien justieren so dass man mit der Schärfe keine Probleme hat. Derzeit gibt es die Brille leider nur ohne das bald optional erhältliche Eyeshield, mit dem sich die Außenwelt komplett ausblenden lässt. Der flexible Aufsatz aus weichem Silikon und Kunststoff lässt sich mit einem Handgriff an der Multimediabrille befestigen und umschließt die Augenpartie danach komplett. So bleiben Sonnenstrahlen und andere störende Umwelteinflüsse wie die Freundin vollständig außen vor. Wer die Brille zum Fliegen von ferngesteuerten Hubschraubern oder Quadcoptern nutzt, wird das Eyeshield auch zu schätzen wissen.

Ihre Stärke spielt die Brille beim 3D-Bild aus. Das ist verblüffend gut und macht unter der Brille mehr Spaß als mit Brille vor dem TV. Es ist eben so, dass der 3D-Effekt immer da ist und sich nie der Blickwinkel auf den Bildschirm verändert. Umgekehrt ist das auch das größte "Problem" der Brille, gerade für Gamer. Die sind nämlich daran gewöhnt, dass der Bildschirm ruhig vor ihnen steht oder als HDTV an der Wand hängt. Das sich der Bildschirm mitbewegt, wird für viele anfangs ungewohnt sein. Wer noch mehr Komplexität will, kauft sich für 199 Euro einen Headtracker dazu. Ganz einfach am PC (und mit einen bisschen Frickelei auch an den Konsolen) lässt sich dann etwa das Umschauen in der Spielwelt eines The Elder Scrolls V: Skyrim durch Kopfbewegungen steuern. In Kombination mit einem Controller ist das ein schönes Erlebnis.

Zeiss Cinemizer OLED
Die Brille ist angenehm leicht und nervt selbst bei längeren Spielsessions oder kompletten Filmen nicht.
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Die Brille ist angenehm leicht und nervt selbst bei längeren Spielsessions oder kompletten Filmen nicht. Wer mit der Brille in einem Behandlungsstuhl oder dem Businessclasssitz im Flieger verschwindet, bemerkt sie nach einer Weile fast gar nicht mehr. Das Gesicht ist mit etwas über 120 Gramm ohnehin leicht, das gefühlte Gewicht auf der Nase ist nicht zuletzt wegen des sehr bequemen Silikonbügels ist deutlich geringer. Ich wünschte, sie hätte dieses schmeichelnde Material auch für die Ohrbügel benutzt, die sind nämlich eine Spur zu hart. Für den Sound werden zwei sehr anständige In-Ear-Kopfhörer mitgeliefert, die direkt an die Brille angeschlossen werden. Perfekte Lösung, man kann aber auch externe Stereo-Kopfhörer anschließen.

Nervig sind eigentlich nur drei Dinge: der relativ hohe Preis (durch die Technik aber gerechtfertigt), das leicht verzerrte Bild und die Takelage. Das Kabel von der Brille führt nämlich zu einer Box so groß wie eine iPhone. Hier sind das HDMI-Modul und der Akku verbaut. Der liefert bei HDMI-Nutzung locker zwei Stunden Strom, am iPhone oder iPad je nach Nutzung dreimal so viel. Die Ladezeit via USB für den Li-Ionen-Akku fällt mit ca. 2,5 Stunden leider eher lang aus.

08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
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scharfes Bild, komfortabler Sitz der Brille, alles in 3D
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Relativ teuer, viele Kabel, Adapter nötig, richtig gut nur mit zusätzlichem Eyeshield
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