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Gadget-Kritik

Pro Aim Resistance

"Jo, aim like a pro, bro!" - das ist der Slogan, mit dem findige Schweizer ihre kleinen Schaumstoffringe umwerben, die das Zielen mit dem Controller verbessern sollen.

Langsam wird die Umgebung deutlicher und das Bild klärt sich auf. Ich dachte nicht, dass es so lange dauert. Habe ich ihn bereits verpasst, oder... nein, da ist er noch, gestikuliert wild umher. Langsam setzt er sich in Bewegung. Ich muss mich konzentrieren und ganz genau zielen. Noch ein kleines Stück, aber bei der Bewegung ist das alles viel schwieriger. Oh nein.... ich hab' zu lange gebraucht. Er ist weg, der schlaue Gegner ist einfach weg...

Glücklicherweise haben wir ein neues Gadget bekommen, das Zielprobleme mit dem Controller beheben kann. Die Analogstick Aim Assistance, kurz AAA, aus dem Hause Pro Aim Resistance. Mit deren Hilfe schießt jeder wie ein absoluter Profi, versprechen zumindest die Macher. In der Verpackung liegen sechs bunte Schaumstoffringe mit unterschiedlichen Stärkegraden. Eine Bedienungsanleitung ist auch dabei und beschreibt, wie wir die engen Ringe richtig über den Control- Stick legen sollen. Leider wurde der Verpackung keine Anleitung beigelegt, wie sich die unterschiedlich starken Ringe auf das Spielgefühl ausüben sollen, weshalb wir nach Gefühl wählen. Erst kneten, bis der Schaumstoff warm wird und dann vorsichtig überstülpen. Das klappt faszinierend leicht und nach wenigen Minuten geht es richtig los.

Beim genaueren Hinschauen fällt jedoch schnell auf, wie preiswert die Produktion gewesen sein muss. Sechsmal simpler Schaumstoff in kreisrunden Formen und bunten Farben. Das kleine Paket gibt es für den verhältnismäßig hohen Preis von acht Euro zu kaufen. Allerdings wird der Effekt augenblicklich spürbar. Der Widerstand beim Bewegen der Analogsticks macht den Standard-Controller sofort etwas edler. Nur leider sieht er dadurch nicht auch automatisch so aus.

Pro Aim ResistancePro Aim Resistance
Beim genaueren Hinschauen fällt jedoch schnell auf, wie preiswert die Produktion gewesen sein muss.
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Das Bewegen der Kamera fühlt sich nun ungewohnt träge an. Irgendwie scheint es, als hätte jemand die Empfindlichkeit meines Controllers geändert. Aber ich stelle sie einfach im Optionsmenü höher. Nach einer kurzen Eingewöhnung fühle ich den Widerstand der Ringe schon fast nicht mehr. Die Kamera reagiert, selbst wenn ich den Stick noch nicht ganz durchgedrückt habe. Aber kommt das nicht durch die extrem hohe Blickempfindlichkeit? Vielleicht wird der Effekt deutlicher, wenn man wirklich extrem genau zielen muss. Also wähle ich ein Scharfschützengewehr. Das müsste ja jetzt unfassbar einfach sein. Vielleicht fühlt es sich nun an, als würde man ein Spiel mit aktivierter Zielhilfe spielen. Ich lasse mich überraschen.

Dort ist ein Feind. Er bewegt sich langsam und dank des Widerstands kann ich dem Gegner mit dem Fadenkreuz leicht folgen. Ein Schuss, ein Treffer. Toll. Im Spiel selbst ziele ich präzise, trotz hoher Empfindlichkeit. Normalerweise ist eben das umso schwieriger, je höher die Empfindlichkeit ist. Die Schaumstoffringe ermöglichen es uns außerdem, die Position des Sticks punktgenau zu halten. Der Daumen hat einen Widerstand und sollte dadurch nicht mehr so leicht abrutschen. Dadurch soll das plötzliche Vorbeizielen am Zielpunkt Geschichte sein.

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Neues Spiel, neues Glück. Wir spielen ein Survival Horror. Hier ist das Zielen im wahrsten Sinne des Wortes überlebenswichtig. Der ökonomische Gebrauch der Munition erweist sich auch mit den Ringen als nicht wesentlich leichter. Ich denke zudem, dass ich auch so ziemlich gut ziele. Ein Zombie nach dem anderen stirbt unter meinen Schüssen. Aber ehrlich gesagt, fühlt sich das Spielgefühl im Vergleich zum Standardcontroller nicht großartig anders an.

Pro Aim Resistance
Ab und zu nervt die Tatsache, dass der Control-Stick voll durchgedrückt werden muss, bis die Kamera schnell herumschwenkt.

Mir kommen erste Zweifel. Ab und zu nervt die Tatsache, dass der Control-Stick voll durchgedrückt werden muss, bis die Kamera schnell herumschwenkt. Und über das Optionsmenü lässt sich in diesem Spiel leider auch nichts verändern. Nach einigen Missionen wird das richtig deutlich. Die Kamera lässt nicht schnell genug die Ziele wechseln. Durch den dünnen Schaumstoff ist ständig eine kleine Barriere zwischen dem Stick und dem Rand der Einbuchtung. Nicht selten ziele ich in gefährlichen Situationen viel langsamer, obwohl der Stick voll durchgedrückt wird. Ich weiß zwar nicht genau, woran das liegt, aber durch diesen Fehler bin ich mindestens ein Dutzend Mal gestorben. Das frustriert - und ich wähle ein anderes Spielgenre.

Diesmal ist es ein Rennspiel. Den Ring ziehe ich über den linken Analogstick. Die Steuerung erweist sich als ebenso präzise wie vorher. Die Ausrichtung des Sticks bleibt in Relation zu der normalen Handhabung annähernd gleich. Ich bemerke keinen Unterschied und bekomme dazu Angst um den kleinen Ring. Wie lange das Produkt wohl durchhält, wenn ich ein 24- Stunden Rennen bei Gran Turismo 5 absolviere? Es wäre doch ärgerlich, wenn ich einen unerwarteten Boxenstop einlegen muss, weil ich einen neuen Schaumstoffring benötige.

Pro Aim Resistance
Als Erkenntnis bleibt: Die Pro Aim Assistance-Schaumstoffzielhilfen sind unnütz.

Als Erkenntnis bleibt: Die Pro Aim Assistance-Schaumstoffzielhilfen sind unnütz. Mehr Widerstand spielt sich so, als ob der Controller eine geringere Empfindlichkeit hat. Über das Optionsmenü könnten wir diese ebenso gut niedriger stellen. Punktgenaues Halten des Sticks funktioniert meiner Meinung nach auch ohne Ringe einwandfrei. Ich denke, dass es in Egoshootern viel wichtiger ist, die Ziele schnell zu wechseln. Wozu muss ich erst aufwendig in den Kopf des Gegners zielen, wenn es drei Schüsse in den Oberkörper auch getan hätten?

Im Mehrspielermodus von Call of Duty bleibt keine Zeit, um nachzukalibrieren. Entweder es gelingt beim ersten Versuch, den Gegner anzuvisieren, oder der Respawn wartet. Welchen Nutzen genau diese Schaumstoffringe haben, ist mir während des Spielens nicht aufgefallen. Ein Spiel beherrscht man nicht einfach, weil man sich legaler Hilfsmittel bedient. Übung macht bekanntlich den Meister. Also wieso muss sich jemand angewöhnen, mit einem Handycap zu spielen?

03 Gamereactor Deutschland
3 / 10
+
einfache Bedienung
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langsamer schwenkende Kamera, kein rechtzeitiges Reagieren der Sticks
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