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Gadget-Kritik

Blackmagic Design Intensity Shuttle USB 3.0

Wir haben die Blackmagic Design Intensity Shuttle USB 3.0 unter die Lupe genommen - die externe Capture-Karte bietet interessante Optionen bei einem großen Nachteil.

Weil Streaming boomt und Spieleclips großartig laufen (YouTube, Twitch, natürlich auch das Gamereactor UserTV) sind in der letzten Zeit eine ganze Reihe an neuen Capture-Karten erschienen oder neu aufgelegt worden - nicht nur von den bekannten Pionieren, sondern auch von Neulingen. Dieser gesunde Wettbewerb hat für Preise bei diesen Produkten gesorgt, die noch vor fünf Jahren undenkbar gewesen wären.

In den letzten Wochen haben wir die externe Capture-Einheit Intensity Shuttle USB 3.0 von den Video-Experten bei Blackmagic Design intensiv getestet. Tatsächlich wird diese Capture-Karte schon seit ein paar Jahren verkauft und ist in der Community bestens bekannt. Unser Plan war also zu überprüfen, was die aktuelle Version leistet und ob sie 2016 immer noch eine gute Wahl ist. Wir haben uns die Version mit USB 3.0 angesehen, die mit Windows PC und Laptops genutzt werden kann. Es gibt noch eine andere Versionmit Thunderbird Interface für Mac und eine interne, überlegene Intensity Pro 4K, die sich über den PCIe-Port verbindet.

Die Qualität der eingefangenen Clips ist brillant - wenn es einem denn endlich gelingt.

Zunächst fällt vor allem das Aussehen und die Verarbeitung auf. Wir benutzen Capture-Geräte von verschiedensten Herstellern und es gibt hier große Unterschiede bei der Qualität. Während andere Geräte eher nach Plastik-Spielzeug aussehen, wirkt die Intensity Shuttle robust, gut verarbeitet und hat ein elegantes Design. Sie wirkt, als könnte sie einiges aushalten und macht einen zuverlässigen Eindruck - was ein Vorteil ist, wenn man das Gerät mitschleppt oder häufig die Eingangsquellen wechselt.

Ein weiterer offensichtlicher Vorteil sind die vielen, durchweg hochwertigen 10-Bit-Verbindungen, mit denen sie ausgestattet ist. Einige USB-3.0-Geräte verzichten auf HDMI-Output, weil sie das ohne Lag über das Blue-Wire anbieten. Aber das ist nicht immer so und sorgt bei manchen Kombinationen und Settings für Schwierigkeiten. Viele von euch dürften sich also über die Bandbreite an Ein- und Ausgängen neben der USB-Verbindung bei der Intensity Shuttle freuen, durch die man auch leicht andere Quellen (insbesondere auch ältere Konsolen) mit Composite Video, Stereo Audio oder S-Video aufnehmen kann. Alle Verbindungen lassen sich leicht nutzen und sind einfach zu verstehen, da die Eingänge auf der einen und die Ausgänge auf der anderen Seite des Geräts liegen - und die USB-Verbindung findet man in der Mitte. Eine gut durchdachte Lösung.

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Wir haben einige Wochen damit verbracht, verschiedene Hardware-Konfigurationen zu testen, sowohl bei den Quellen (PS4 und Xbox One), als auch bei den Zielgeräten (unterschiedliche Laptops). Natürlich spielen bei jedem Gerät verschiedene Parameter eine Rolle, von der Ausgangsauflösung bis zu den Hardwarespezifikationen der Maschine, die das Capturing übernimmt. Und dann wären da auch noch die verschiedenen Optionen der Intensity Shuttle für das finale Gameplay. Bei den Anforderungen an den PC spielen Aspekte wie RAM, Art und Geschwindigkeit der Festplatte und CPU eine wichtige Rolle. Wir haben mit einem kraftvollen Asus Laptop (i7, 8GB, SSD, Windows 10) und einem einem eher bescheideneren Acer Laptop (i5, 6GB und einer alten 5400er-Festplatte) getestet.

Viele von euch dürften sich also über die Bandbreite an Ein- und Ausgängen neben der USB-Verbindung bei der Intensity Shuttle freuen, durch die man auch leicht andere Quellen (insbesondere auch ältere Konsolen) mit Composite Video, Stereo Audio oder S-Video aufnehmen kann.

Beide sollten in der Lage sein, HD-Clips ohne Probleme einzufangen, aber es stellt sich heraus, dass Blackmagic standardmäßig hochwertige, unkomprimierte Formate nutzt, die natürlich die Anforderungen hochschrauben. Diese Bedingungen sind für den Schnitt sehr interessant und gut, um die bestmögliche Bildqualität zu erreichen. Das wird die Puristen und Profis freuen, könnte aber nerven, wenn man einfach nur schnell aufzeichnen und schneiden will, um als einer der ersten das Gameplay ins Internet hochzuladen.

Hier ein Beispiel: Selbst wenn man 10-Bit-AVI und DPX-Formate im YUV- oder RGB-Farbraum vermeidet und sich für kompaktes und komprimiertes AVI-Motion-JPEG entscheidet, braucht ein 3:19 Minuten langer Clip in 720p59.94 satte 2.48 GB Platz - 23 Minuten sind dann heftige 15,5 GB. Das ist der Preis, den man zahlen muss - und eine echte Strafe beim Hochladen und sogar beim Abspielen auf bestimmten PC. Aber. Die Qualität ist fantastisch. Vielleicht sollte das Blackmagic-Team einen Mittelweg finden, der etwas weniger Ansprüche stellt und dann dem neuen Publikum anbieten, auf das sie abzielen.

Das gilt auch für die allgemeine Nutzer-Erfahrung. Die Qualität der eingefangenen Clips ist brillant - wenn es einem denn endlich gelingt. Anfangs habe ich ernsthaft Tage mit damit verbracht, verschiedene Optionen auszuprobieren, bis der erste verwertbare Gamplay-Clip endlich vernünftig im Kasten war. Die kostenlose Media Express Software hat so ihre Probleme. Die aktuellen Version laufen nicht stabil und stürzen oft ab, etwa wenn man eigene Einstellungen anpasst (egal mit welcher Hardware). Ältere Versionen laufen stabiler, bieten dafür Interface-Probleme, verwirrende Optionen und einige Inkompatibilitäten. Um also das meiste aus der Qualität herauszuholen, muss Blackmagic an einer zugänglicheren, solideren und nutzerfreundlichen Software arbeiten. Ein schnelles Tutorial und eine Reihe von grundsätzlichen Empfehlungen würden auch nicht schaden.

Ein Tipp für die Media Express Software: erlaubt Framerate-Drops, nehmt AVI MPEG mit fester Auflösung und Framerate abhängig von der Quelle. 720p59.94 funktioniert bei den meisten Konsolen.

Es wäre schön gewesenb, vorher zu wissen, dass man Frame-Drop erst zulassen muss (denn das passiert in Spielen häufig) oder dass es besser ist, die Ausgangsauflösung an den Konsolen einzustellen. Oder das es Probleme damit gibt, wenn man den Surround Sound einfängt oder mischt (seht euch den PES 2016 Clip oben an, der ohne den zentralen Lautsprecher aufgenommen wurde). Oder das man mit dieser Capture Card bei Xbox und Playstation 720p59.94 wählen sollte, besonders bei der PS4. Wenn man das Ausgangssignal nicht auf 720p setzt, bleibt der Bildschirm schwarz, denn es wird automatisch ein 1080p50- oder 1080p60-Signal produziert, das nicht von dem Gerät unterstützt wird. Wenn man bedenkt, dass andere Hersteller in dieser Preisklasse schon 4K und 1080p60 über USB 3.0 anbieten (allerdings nicht die Qualität) ist das schon etwas schwach, denn die Auflösung spielt bei Gameplay-Clips natürlich eine große Rolle.

Die hier verlinkten Clips sind alle mit der Intensity Shuttle aufgenommen, spiegeln aber natürlich nicht die gebotene Maximalqualität wider, denn unser GRTV-Player komprimiert, damit man die Clips auf unterschiedlichen Geräten abspielen kann. Aber wir können euch versichern, dass die 720p59.94-Originale einer unerreichte Qualität haben. Das ist neben dem Design und den Verbindungsmöglichkeiten des Geräts einer der wichtigsten Pluspunkte des rund 200 Euro teuren Geräts. Es ist sicher eine interessante Alternative insbesondere für bestimmte ältere Konsolen und Quellen - wenn man es den bändigen kann.

07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
großartige Capture-Qualität, robust und kompakt, elegantes Design, mehrere serielle Eingänge und Ausgänge
-
komplizierte Benutzung, Media Express Software ist instabil und fehlerhaft, Inkompatibilität mit PS4 und anderen Quellen, kein Full HD in 1080p60
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