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Film-Kritiken

Terminator: Genisys


Als Fan des Terminators hat man es nicht leicht, denn seit James Cameron nach seinen beiden genialen Filmen den Regiestuhl abgeben hat, gab es nicht viel Grund zur Freude. Der vierte Teil "Salvation" war als eigenständige Geschichte in der zerstörten Zukunft noch akzeptabel, der Dritte wagte es dagegen sogar, das Serien-Motto "No Fate" zu negieren. Sobald die ersten Trailer von "Genisys" im Netz auftauchten, war die Panik groß, denn es sah so aus, als gäbe es nun einen Re-Boot, der die Geschichte quasi noch mal von vorne, nur anders erzählt.

Dabei machen die ersten Szenen direkt einen super Eindruck: Es wird noch einmal aufgerollt, wie das hyperintelligente Computersystem Skynet die Menschheit zerstört und die wenigen Überlebenden versklavt - bis mit John Connor ein Held antritt, die Menschheit zu befreien. Zum ersten Mal wird in dieser Version dann gezeigt, wie das "Zeitverschiebungssystem" eingesetzt wird, um einen Terminator ins Jahr 1984 zurück zu senden, um Connors Mutter Sarah zu töten. Das ist sehr gut umgesetzt, schraubt die Hoffnungen in die Höhe.

Und siehe da, auch die Geschichte ist anders als gedacht. Statt einfach alles umzuschmeißen, wird mit alternativen Zeitsträngen gespielt, die gut ins Terminator-Universum passen und noch einmal eine weitere Schleife ziehen, die es erlaubt, einen gealterten Terminator als Vater-Ersatz für eine ganz anders aufgewachsene Sarah Connor zu etablieren. Das ermöglicht nebenbei einige schöne Gags, die bei weitem nicht so platt sind wie in Terminator 3. Auch das in "Salvation" eingeführte digitale Double von Arnold Schwarzenegger wurde perfektioniert, was für Fans einfach herrlich anzusehen ist. Technisch ist der Film sowieso voll auf der Höhe, fast alles sieht schick und überzeugend aus.

An die neuen Gesichter der anderen Hauptfiguren muss man sich zwar gewöhnen, doch sind seit dem Erstling eben 30 Jahre ins Land gegangen. Selbst Robert Patrick wollte seine Rolle als T-1000 nicht wieder aufnehmen, da er wegen eines Hüftleidens keine Actionszenen spielen kann. So bleibt es Arnold überlassen, ein wenig in schönstem Roboter-Duktus über das Älterwerden zu sinnieren. Die Fans, die diesen Weg mit ihm gegangen sind, haben sicher gemerkt, dass man im Alter kritischer wird und früher eigentlich alles besser fand. Das trifft ein Stück weit auch auf Terminator Genisys zu, doch man muss dem Film hoch anrechnen, dass er tatsächlich die Timeline der ersten beiden Filme weiterführt und die beiden weniger gelungenen Nachfolger somit quasi enterbt. Das hat sogar James Cameron offiziell schon gewürdigt und man darf gespannt sein, wie es in den bereits geplanten zwei Fortsetzungen weiter geht, denn ein großes Fragezeichen bleibt am Ende des Filmes stehen. Vielleicht wird Cameron dieses dann sogar selbst lüften, denn im Jahr 2019 gehen die Rechte am Franchise an ihn zurück...

Terminator: Genisys
08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
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