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Film-Kritik

Mad Max: Fury Road

Der erste Mad Max war 1979 ein Independent-Film mit extrem niedrigem Budget, der mit seiner gnadenlosen post-apokalyptischen Welt voll den Zeitgeist des Kalten Krieges traf. Ein großer Schritt für den australischen Film und der Karrierestart für Mel Gibson und natürlich den Regisseur George Miller, der mit dem Nachfolger ein kompromissloses Action-Feuerwerk schuf und den Mythos Mad Max weltweit etablierte. Der dritte Teil wurde dann deutlich nachdenklicher und familienfreundlicher. Als Miller selbst Vater wurde, wollte er etwas machen, das er auch seinen Kindern zeigen konnte. Deswegen machte er jahrzehntelang Filme wie Ein Schweinchen namens Babe und Happy Feet. Doch zum Glück sind seine Kinder inzwischen volljährig, so dass Max wieder aktiv werden darf.

Statt Mel Gibson als gereifteren Helden zu präsentieren, wagt Miller mit Tom Hardy einen Neuanfang. Der neue Held ist entsprechend massiger und noch einmal eine ganze Ecke wortkarger geworden. Fans hat das zur Theorie gebracht, dass er in Wahrheit der stumme Junge aus dem zweiten Teil ist, der als Erwachsener die Fackel weiter trägt. Definitive Hinweise gibt es im Film dafür aber nicht. Ist auch ziemlich egal, denn die Hauptsache ist, dass Miller Vollgas gibt. Die 120 Minuten Lauflänge bieten Spannung, die fast die Luft zum Knistern bringt. Die sorgsam eingestreuten, auffälligen 3D-Effekte sorgen sogar vereinzelt für unwillkürliches Zusammenzucken. Das ist Heimkino in Perfektion.

Natürlich ist keine Spannung ohne fesselnde Story möglich, und da punktet Fury Road mit verstärkten Einblicken in die Machtstrukturen der postapokalyptischen Welt, die auch in dem gelungenen, aktuellen Videospiel zum Tragen kommen. Einzelne Regionen des Ödlands werden von mächtigen Warlords mit harter Hand geführt, und der wohl größte von allen ist der grotesk entstellte Immortan Joe. In seinem Reich geht es einerseits um das tägliche Überleben, das Sicherstellen der knappen Ressourcen wie Wasser, Nahrung und Benzin. Ein deutlich hinterhältigeres Problem sind jedoch Krebs-wucherungen und Mutationen bei Neugeborenen, die nicht weniger als den Fortbestand der Menschheit gefährden. Wie die meisten Diktatoren ist Immortan Joe durchgeknallt und nur am Überleben seines Imperiums interessiert, so dass er sich einen Harem aus genetisch einwandfreien Frauen hält, die er quasi als Gebärmaschinen nutzt, um die Chance auf gesunde Erben zu erhöhen. Seine Tochter Furiosa hält davon allerdings herzlich wenig und beschließt, mit den Lieblingsfrauen des Despoten zu flüchten. Das führt zu einer absolut explosiven Jagd durch die Wüste - und durch einen Wink des Schicksals gerät Max mitten zwischen die Fronten.

So entstand ein moderner Klassiker, der mit der perfekten Balance aus Anleihen der Vorgänger und Eigenständigkeit viel mehr ist als ein schnödes Reboot. Es ist einer der besten Actionfilme aller Zeiten - nicht mehr und nicht weniger.

Mad Max: Fury Road
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