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Film-Kritik

Kingsman: The Secret Service

Fans von Agent 007 warten zurzeit gespannt auf Spectre, den vierten Bond mit Daniel Craig, mit dessen Einstieg einer der größten Reboots der Filmgeschichte begonnen wurde. Die neuen Filme beziehen sich stark auf die Anfänge des britischen Spions, noch einen Schritt weiter geht allerdings Kingsman: The Secret Service. Kick-Ass-Regisseur Matthew Vaughn liefert eine detaillierte Hommage an die Gentleman-Agenten der 60er und 70er Jahre, die er gekonnt und mit einem guten Schuss Ironie in die heutige Zeit transferiert.

Im Namen der Krone stellen die Kingsmen die ultimative Geheimwaffe des britischen Königreiches dar. Sie haben beste Manieren und kennen edle Destillate, meistern tödliche Kampfstile und nutzen technisch irre Ausrüstung. Nur wenn einer von ihnen stirbt, wird eine Gruppe handverlesener, junger Anwärter durch das beinharte Training geschickt, um am Ende eventuell die Lücke zu füllen.

Der in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene Eggsy erhält eine dieser raren Chancen, da sein Vater einst selbst sein Leben für die Kingsmen gegeben hat. Mit großen Augen wird er in die Geheimnisse dieser ehrenwerten Gesellschaft eingeführt und lernt schnell, dass es in dieser Ausbildung buchstäblich um Leben und Tod geht. Auf der anderen Seite der Welt ist hingegen der exzentrische Technikmilliardär Valentine dabei, seine ganz eigene Theorie zur globalen Erwärmung in die Praxis umzusetzen. Und das bedeutet nichts Gutes. Klar, dass nur einer ihn stoppen kann!

Der Film ist äußerst farbenfroh und witzig inszeniert, die Ausstattung ist bombastisch und vor der Kamera stehen natürlich einige Koryphäen des britischen Kinos wie Oscar-Gewinner Colin Firth, der ehrwürdige Michael Caine sowie Tausendsassa Mark Strong. Auch die Newcomer Taron Egerton und Sophie Cookson machen ihre Sache gut. Samuel L. Jackson hat als Bösewicht mal wieder eine urkomische Rolle, und Star Wars-Fans freuen sich, sogar Mark "Luke" Hamill mal wieder auf der großen Leinwand zu sehen.

Die vielen Anspielungen auf die klassischen Agentenfilme und -serien sind sehr gelungen und werden mit zeitgemäßen Stunts und Ideen aufgepeppt. Dazu gehört auch comichaft überzeichnete Gewalt, die nicht unbedingt hätte sein müssen, etwas schlüpfriger Humor, der deutlich expliziter ist als in den eher verklemmten Vorbildern und leider auch ziemlich unecht aussehende Computereffekte. Einerseits ist das verschmerzbar, so viel wie in dem Film los ist, aber die Zeit von wirklich nach Plastik aussehenden, digitalen Fremdkörpern im Bild ist doch nun eigentlich wirklich längst vorbei.

Das sind jedoch alles nur kleinere Flusen auf diesem ansonsten exzellent geschneiderten britischen Maßanzug. Eine bessere Verschmelzung des klassischen Bonds mit überdrehter Action à la Kick-Ass kann man sich nicht vorstellen.

Kingsman: The Secret Service
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09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
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