Einsneunundvierzig.
Schöne neue digitale Welt. Überall sind wir online, vermischen das reale Leben mit dem im Netz. Wir sind unterwegs in sozialen Netzwerken, haben seit Jahren kein Lexikon mehr in der Hand gehabt und verlassen uns nicht mehr auf die Karte, sondern nur noch auf Google Maps.
Auch das Einkaufen hat sich verändert. Erst sind wir nicht mehr in den Laden gegangen, sondern haben uns die Sachen bringen lassen, inzwischen laden wir uns unsere Einkäufe einfach herunter. Angenehm ist es schon, alles sofort zu bekommen. Und manchmal auch nur in kleinen Häppchen, so dass wir nicht so viel Geld auf einmal ausgeben müssen.
Ein paar Sachen fallen dafür aber hinten runter. Es gibt das Internet zwar schon relativ lange, aber so richtig hat noch keiner das Gefühl des Stöberns vermitteln können. Digitale Inhalte tauschen sich zudem immer so schlecht um und können später ebenso unpraktisch auf dem Second Hand-Markt verscherbelt werden.
Doch letzteres ist ja eher ein nachgelagertes Problem. Eines, dass wir erst bemerken, wenn es schon zu spät ist. Bis dahin haben wir schon, wer weiß wie oft, auf den Kaufen-Button geklickt. Bei Musikspielen zum Beispiel. In der Regel kostet ein Song im digitalen Store 1,49 Euro. Für sich genommen erst einmal nicht so viel. Manchmal ist sogar noch das Musikvideo mit dabei. Allerdings kann dieser nicht auf den iPod kopiert und schon gar nicht in einem anderen Spiel verwendet werden.
Irgendwie kauft man dann trotzdem einige Songs. Für 1,49 Euro. Vielleicht auch ein paar mehr. Ähnlich läuft es bei den Spielen. Hier fünf Euro, da sieben Euro. Schwubs, ist ein halbes Vermögen digitalisiert. Micropayments sind mein Tod. Ein stiller, auf Raten. Diese schrecklichen kleinen Beträge sehen so ungefährlich aus. Doch ihre schiere Masse, macht sie zur Bedrohung für meinen Kontostand. Kollaps. Meine kleine private Finanzkrise.
Doch was tun? Selbsthilfegruppe gründen? Internetanschluss kündigen? Kreditkarte streichen? Das wäre doch lächerlich. Solch ein Problem muss doch kinderleicht zu lösen sein. Wir sprechen hier ja nicht von einem Riesending. Das ist keine große Sache. Kinkerlitzchen. Das löst sich bestimmt von selbst. Irgendwie. Denn mal ehrlich: Wir sprechen nicht über das Ende der Welt. Wir sprechen über einen Euro und neunundvierzig Cent. *heul*


